Neues Schuljahr – neuer Elternabend
Neues Schuljahr – neuer Elternabend
Zum ersten Mal geht es heute Abend wieder in die Schule – zum ersten Elternabend Ihres Kindes. Sicherlich kommen Erinnerungen wieder, vielleicht an Gespräche im Anschluss - Gespräche mit Ihren Eltern. Zahlreiche Weisheiten fasste Reinhard Mey in seiner unnachahmlichen Art in einem Song zusammen. Was könnte Sie nun erwarten, wie können Sie sich einbringen? Dazu möchte Ihnen der Beitrag einige Anregungen geben.
Elternabende – ein zentraler Baustein der Erziehungspartnerschaft
Elternabende – oft auch Elternversammlungen genannt – gehören zu den wichtigsten Formen der Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus. Gemeinsam mit Elterngesprächen, Sprechstunden oder kurzen „Tür‑und‑Angel‑Gesprächen“ bilden sie eine tragende Säule der Erziehungspartnerschaft. In den Schulgesetzen der Bundesländer sind Ablauf und Bedeutung klar geregelt.
Allgemeine Elternabende
Sie finden meist zum Beginn eines neuen Schul- oder Kindergartenjahres statt. Dabei erhalten Eltern Einblick in:
- Besonderheiten der Einrichtung und pädagogische Schwerpunkte
- Bewertungsformen
- anstehende Projekte, Jubiläen oder Feste
- organisatorische Abläufe
Anschließend ist Zeit für Austausch. Häufig stehen konkrete Vorhaben im Mittelpunkt, etwa:
- Schullandheimfahrten
- Wandertage
- Exkursionen
- Theaterbesuche
- Familienaktionen
Idealerweise werden gemeinsame Entscheidungen getroffen, die von allen getragen werden. Zudem finden auf dem ersten Elternabend die Wahlen der Klassenelternsprecher:innen und Stellvertreter:innen statt.
Thematische Elternabende
Sie widmen sich pädagogischen Schwerpunkten und fördern den Austausch zwischen Eltern und Lehrkräften. Beispiele:
- Fahrradprüfung: Was kann mein Kind üben?
- Übergang Kindergarten → Grundschule
- Übergang Grundschule → weiterführende Schule
- Lernen lernen, Projektarbeit
- Hausaufgaben im Alltag
- Mediennutzung: Fluch oder Segen?
- Unterstützung bei Lernschwierigkeiten
- Umgang mit Ängsten
- Ruhepole im Familienalltag
Die Themenwahl sollte in Absprache zwischen Lehrkräften und Elternvertreter:innen erfolgen und sich an den Bedürfnissen der Kinder orientieren. Externe Partner – Bibliotheken, Museen, Medienzentren – können einbezogen werden.
Thematische Elternabende müssen nicht zwingend in der Schule stattfinden. Die Teilnahme ist freiwillig.
Elternabende vor der Einschulung
Sie vermitteln wichtige Informationen:
- benötigte Materialien (Bücher, Hefte, Stifte, Schere, Lineal …)
- Tipps zur Materialbeschaffung
- Vorbereitung auf die Einschulung
- Gestaltung der Zuckertüte
- organisatorische Abläufe am Einschulungstag
Zudem bietet sich Gelegenheit zum ersten Kontakt zwischen Eltern und zukünftiger Lehrkraft.
Neue Wege für Elternabende
Manche Elternabende wirken noch traditionell. Kleine Veränderungen können erstaunlich viel bewirken:
- Klassenzimmer umgestalten (Tische anders stellen, Arbeitsergebnisse präsentieren)
- Getränke oder kleine Snacks anbieten
- anderen Raum der Schule nutzen
- Schulhof oder Garten einbeziehen
- Räume externer Partner nutzen
- Elternabende als Elternnachmittage oder Familienwanderungen gestalten
- Eltern- oder Großelternfrühstücke
Wichtig: Eltern können eigene Ideen einbringen – lebendige Elternarbeit entsteht durch aktive Beteiligung und gegenseitige Wertschätzung.
Gute Erziehungspartnerschaft – warum sie so wichtig ist
Eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrkräften hilft dabei, für Kinder optimale Bedingungen zu schaffen. Nicht immer lassen sich alle Eltern gleichermaßen erreichen – aber Vielfalt und Offenheit führen oft zu neuen Wegen der Beteiligung.
Literaturtipp
- Hans Dusold: Elternarbeit als Erziehungspartnerschaft, BELTZ Taschenbuch
Quelle:
Dusold, Hans, Elternarbeit als Erziehungspartnerschaft, BELTZ Taschenbuch, 2008, S. 60.
Zuletzt geändert am 17.02.2026
Jörg Sauer ist ausgebildeter Grundschullehrer und unterrichtet seit über 20 Jahren an einer Schule. Neben der Lehrertätigkeit führte er in den vergangenen Jahren zahlreiche Weiterbildungen über die Nutzung von Neuen Medien im Unterricht durch.