Ungesunde ErnĂ€hrung bei Kindern â was ist zu beachten?
Ungesunde ErnĂ€hrung bei Kindern â was ist zu beachten?
Ungesunde ErnĂ€hrung bei Kindern ist die weltweit hĂ€ufigste Ursachen fĂŒr Erkrankungen, Ăbergewicht und einen vorzeitigen Tod. Auch in Deutschland herrscht in Sachen ErnĂ€hrung ein erschreckendes Unwissen vor. Hinzu kommen die Ignoranz von Verantwortlichen und ein unverantwortlicher Lobbyismus der Lebensmittel-Produzenten, zum Beispiel im Hinblick auf den Inhaltsstoff Zucker.
Ungesunde ErnÀhrung bei Kindern: Ursachen und Folgen
Ungesunde ErnĂ€hrung bei Kindern ist eine der Hauptursachen fĂŒr die zunehmende Fettsucht im Kindesalter. Wird Ăbergewicht bereits frĂŒh entwickelt, bleibt es hĂ€ufig ein Leben lang bestehen. Ein Risiko, das durch bewusste ErnĂ€hrung und gezielte MaĂnahmen von Eltern und Schulen weitgehend vermeidbar wĂ€re.
Ungesunde ErnĂ€hrung â Fakten und typische Fehler
Weltweit konsumieren viele Menschen zu viel Fast Food und zuckerhaltige GetrÀnke wie Cola oder Limonade. Die Global Burden of Disease Study zeigt, dass dadurch auch Kinder zunehmend unter ungesunder ErnÀhrung leiden. Gleichzeitig mangelt es oft an wichtigen Nahrungsmitteln:
-
Obst und GemĂŒse
-
Vollkornprodukte und Ballaststoffe
-
HĂŒlsenfrĂŒchte wie Erbsen, Bohnen oder Linsen
-
Milchprodukte (Calcium)
-
UngesĂ€ttigte Ăle wie kaltgepresste Pflanzenöle (Omega-3)
-
GewĂŒrze, KrĂ€uter, NĂŒsse und Samen
HĂ€ufig konsumiert werden dagegen Lebensmittel, die zu ungesundem Essverhalten fĂŒhren:
-
Rotes Fleisch und Wurstwaren
-
Zuckerhaltige GetrĂ€nke und SĂŒĂigkeiten
-
WeiĂmehlprodukte
-
GehĂ€ufte Nutzung von Fertigprodukten mit raffinierten Ălen und Trans-FettsĂ€uren
-
Zu viel Salz
Risiken ungesunder ErnÀhrung
Die Ursachen fĂŒr ungesunde ErnĂ€hrung liegen meist in familiĂ€ren Rahmenbedingungen: Eltern achten oft aus Zeitmangel oder fehlendem ErnĂ€hrungswissen zu wenig auf die ErnĂ€hrung ihrer Kinder. Rund ein Drittel der SchĂŒler isst morgens oder in den Pausen gar nichts, viele greifen stattdessen zu Schokoriegeln oder Fast Food. Das Ergebnis: 8,7âŻ% der Kinder zwischen drei und 17 Jahren sind ĂŒbergewichtig, 6,3âŻ% adipös.
Folgen ungesunder ErnÀhrung können gravierend sein:
-
Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck
-
Diabetes
-
Gelenkprobleme
-
Depressionen, besonders bei hÀufigem Fast-Food-Konsum
-
Psychischer Stress und geringes SelbstwertgefĂŒhl durch Mobbing und Ausgrenzung
-
Negative Auswirkungen auf kognitive FĂ€higkeiten: eine finnische Studie zeigte, dass Grundschulkinder schlechter bei Tests abschnitten, wenn ihre ErnĂ€hrung ĂŒberwiegend ungesund war
Eltern als Vorbilder
Eltern prĂ€gen Essgewohnheiten und Vorlieben von Kindern. Schon kleine VerĂ€nderungen können groĂe Wirkung entfalten. Empfehlenswert ist:
-
SĂŒĂigkeiten, Soft Drinks und Fertigprodukte eher die Ausnahme lassen
-
Bewusstes Kochen und gemeinsames Essen als Ritual etablieren
-
Kinder aktiv einbeziehen: Vorbereiten, Eindecken, AbrÀumen
-
Mahlzeiten in entspannter AtmosphÀre ohne Medien und MobilgerÀte
So wird nicht nur die körperliche und psychische Gesundheit gestÀrkt, sondern auch der familiÀre Zusammenhalt gefördert.
Gesunde ErnÀhrung in der Schule
Einige Schulen zeigen bereits, wie ungesunde ErnÀhrung konsequent vermieden werden kann. Beispiel: Katharinenschule, Hamburg-Hafencity:
-
SĂŒĂigkeiten und zuckerhaltige GetrĂ€nke sind verboten, Kinder erhalten kostenlos Wasser
-
Mittagessen wird frisch zubereitet und alle Kinder essen gemeinsam
-
Themen wie ErnĂ€hrung, Verpackung und MĂŒllvermeidung werden aktiv vermittelt
Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) empfiehlt eine vielseitige Vollwertkost fĂŒr Kinder und Jugendliche. Dabei ist entscheidend, dass das gesamte ErnĂ€hrungsmuster stimmt, nicht einzelne Lebensmittel oder NĂ€hrstoffe. So werden Wachstum, LeistungsfĂ€higkeit und langfristige Gesundheit optimal unterstĂŒtzt.
Links zum Thema âUngesunde ErnĂ€hrung bei Kindernâ
- Unicef Bericht zu schlechter ErnÀhrung bei Kindern
- Hohe Defizite in der ErnÀhrung der Kinder
- KiESEL Studie zur KinderernÀhrung
Zuletzt geÀndert am 17.02.2026
Christine Kammerer, Politologin M. A., Heilpraktikerin (Psychotherapie), freie Journalistin und Trainerin. Berufliche Stationen: Bundesamt fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge, Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, Deutscher Kinderschutzbund.