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Ungesunde ErnĂ€hrung bei Kindern – was ist zu beachten?

Foto von Fast-Food und SĂŒĂŸigkeiten.
Wissen und Bildung
© stock.adobe.com/beats_
von Christine Kammerer

Ungesunde ErnĂ€hrung bei Kindern ist die weltweit hĂ€ufigste Ursachen fĂŒr Erkrankungen, Übergewicht und einen vorzeitigen Tod. Auch in Deutschland herrscht in Sachen ErnĂ€hrung ein erschreckendes Unwissen vor. Hinzu kommen die Ignoranz von Verantwortlichen und ein unverantwortlicher Lobbyismus der Lebensmittel-Produzenten, zum Beispiel im Hinblick auf den Inhaltsstoff Zucker.

Lesedauer:
3 min

Ungesunde ErnÀhrung bei Kindern: Ursachen und Folgen

Ungesunde ErnĂ€hrung bei Kindern ist eine der Hauptursachen fĂŒr die zunehmende Fettsucht im Kindesalter. Wird Übergewicht bereits frĂŒh entwickelt, bleibt es hĂ€ufig ein Leben lang bestehen. Ein Risiko, das durch bewusste ErnĂ€hrung und gezielte Maßnahmen von Eltern und Schulen weitgehend vermeidbar wĂ€re.

Ungesunde ErnĂ€hrung – Fakten und typische Fehler

Weltweit konsumieren viele Menschen zu viel Fast Food und zuckerhaltige GetrÀnke wie Cola oder Limonade. Die Global Burden of Disease Study zeigt, dass dadurch auch Kinder zunehmend unter ungesunder ErnÀhrung leiden. Gleichzeitig mangelt es oft an wichtigen Nahrungsmitteln:

  • Obst und GemĂŒse

  • Vollkornprodukte und Ballaststoffe

  • HĂŒlsenfrĂŒchte wie Erbsen, Bohnen oder Linsen

  • Milchprodukte (Calcium)

  • UngesĂ€ttigte Öle wie kaltgepresste Pflanzenöle (Omega-3)

  • GewĂŒrze, KrĂ€uter, NĂŒsse und Samen

HĂ€ufig konsumiert werden dagegen Lebensmittel, die zu ungesundem Essverhalten fĂŒhren:

  • Rotes Fleisch und Wurstwaren

  • Zuckerhaltige GetrĂ€nke und SĂŒĂŸigkeiten

  • Weißmehlprodukte

  • GehĂ€ufte Nutzung von Fertigprodukten mit raffinierten Ölen und Trans-FettsĂ€uren

  • Zu viel Salz

Risiken ungesunder ErnÀhrung

Die Ursachen fĂŒr ungesunde ErnĂ€hrung liegen meist in familiĂ€ren Rahmenbedingungen: Eltern achten oft aus Zeitmangel oder fehlendem ErnĂ€hrungswissen zu wenig auf die ErnĂ€hrung ihrer Kinder. Rund ein Drittel der SchĂŒler isst morgens oder in den Pausen gar nichts, viele greifen stattdessen zu Schokoriegeln oder Fast Food. Das Ergebnis: 8,7 % der Kinder zwischen drei und 17 Jahren sind ĂŒbergewichtig, 6,3 % adipös.

Folgen ungesunder ErnÀhrung können gravierend sein:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck

  • Diabetes

  • Gelenkprobleme

  • Depressionen, besonders bei hĂ€ufigem Fast-Food-Konsum

  • Psychischer Stress und geringes SelbstwertgefĂŒhl durch Mobbing und Ausgrenzung

  • Negative Auswirkungen auf kognitive FĂ€higkeiten: eine finnische Studie zeigte, dass Grundschulkinder schlechter bei Tests abschnitten, wenn ihre ErnĂ€hrung ĂŒberwiegend ungesund war

Eltern als Vorbilder

Eltern prĂ€gen Essgewohnheiten und Vorlieben von Kindern. Schon kleine VerĂ€nderungen können große Wirkung entfalten. Empfehlenswert ist:

  • SĂŒĂŸigkeiten, Soft Drinks und Fertigprodukte eher die Ausnahme lassen

  • Bewusstes Kochen und gemeinsames Essen als Ritual etablieren

  • Kinder aktiv einbeziehen: Vorbereiten, Eindecken, AbrĂ€umen

  • Mahlzeiten in entspannter AtmosphĂ€re ohne Medien und MobilgerĂ€te

So wird nicht nur die körperliche und psychische Gesundheit gestÀrkt, sondern auch der familiÀre Zusammenhalt gefördert.

Gesunde ErnÀhrung in der Schule

Einige Schulen zeigen bereits, wie ungesunde ErnÀhrung konsequent vermieden werden kann. Beispiel: Katharinenschule, Hamburg-Hafencity:

  • SĂŒĂŸigkeiten und zuckerhaltige GetrĂ€nke sind verboten, Kinder erhalten kostenlos Wasser

  • Mittagessen wird frisch zubereitet und alle Kinder essen gemeinsam

  • Themen wie ErnĂ€hrung, Verpackung und MĂŒllvermeidung werden aktiv vermittelt

Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) empfiehlt eine vielseitige Vollwertkost fĂŒr Kinder und Jugendliche. Dabei ist entscheidend, dass das gesamte ErnĂ€hrungsmuster stimmt, nicht einzelne Lebensmittel oder NĂ€hrstoffe. So werden Wachstum, LeistungsfĂ€higkeit und langfristige Gesundheit optimal unterstĂŒtzt.

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Zuletzt geÀndert am 17.02.2026

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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Christine Kammerer

Christine Kammerer, Politologin M. A., Heilpraktikerin (Psychotherapie), freie Journalistin und Trainerin. Berufliche Stationen: Bundesamt fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge, Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, Deutscher Kinderschutzbund.

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