Aktiv die Adventszeit gestalten
Aktiv die Adventszeit gestalten
Regelmäßig wiederkehrende Bräuche und Traditionen haben einen festen Platz im Jahreskreis einer jeden Kultur. Sie bieten Anlass für vielfältiges aktives Handeln. Der nachfolgende Beitrag möchte Anregungen geben, die Adventszeit mit Ihren Kindern gemeinsam zu erleben und genießen.
Adventszeit – zwischen Tradition und moderner Unruhe
Das Erleben der Adventszeit bewegt sich heute häufig zwischen langer Tradition, Besinnlichkeit und einer gewissen Heimlichkeit, aber auch spürbarer Hektik und hohen Erwartungen. Eine Rückbesinnung auf ihre ursprüngliche Bedeutung kann helfen, diese Wochen bewusster und entspannter zu gestalten.
Ursprung der Adventszeit
Der Begriff Advent stammt vom lateinischen adventus – „Ankunft“. Die Adventszeit ist die Phase, in der sich die Christen auf die Geburt Jesu vorbereiten. Gleichzeitig erinnert sie an die Erwartung seines zweiten Kommens.
Der Advent beginnt immer mit dem ersten Adventssonntag – zugleich der Beginn des neuen Kirchenjahres. Er umfasst vier Sonntage, seine Länge jedoch variiert: Je nach Lage des 24. Dezember kann die Adventszeit zwischen 22 und 28 Tagen dauern.
Die vierwöchige Struktur geht auf eine Festlegung von Papst Gregor dem Großen im 7. Jahrhundert zurück.
Die vier Adventssonntage
Erster Advent
Beginn der Wartezeit: Hoffnung, Wachsamkeit und innere Vorbereitung bestimmen diesen Sonntag. Die liturgische Farbe ist Violett.
Zweiter Advent
Neben dem Warten steht die Ankunft im Mittelpunkt. Die Gläubigen sind zur Umkehr aufgerufen. Die liturgische Farbe bleibt Violett.
Dritter Advent
Bekannt als „Gaudete“ („Freuet euch!“).
Die liturgische Farbe ist Rosa, als aufgehelltes Violett ein Zeichen der Vorfreude. Viele Adventskränze nutzen dafür eine rosafarbene dritte Kerze.
Vierter Advent
Er trägt die Stimmung der näher kommenden Freude: „Die Zeit, dass der Heiland kommt, ist fast da.“
Traditionen und Bräuche in der Adventszeit
Bräuche laden ein, die Zeit bewusst zu gestalten und mit Kindern aktiv zu erleben. Viele Traditionen haben regionale Besonderheiten.
Adventskranz
Erfunden 1839 von Johann Hinrich Wichern im „Rauhen Haus“ Hamburg. Sein erster Kranz hatte 20 weiße und vier rote Kerzen, die Kindern halfen, die Tage bis zum Heiligen Abend zu zählen.
Adventskalender
Um 1851 entstanden die ersten selbstgebastelten Kalender:
- 24 Bilder im protestantischen Umfeld
- tägliche weggewaschene Striche
- im katholischen Raum: täglich ein Strohhalm in die Krippe legen
Diese Varianten unterstützen spielerisch das Zeitverständnis.
Adventskerze
Eine Kerze, die täglich bis zur nächsten Markierung abgebrannt wird.
Weihnachtsmärkte
Aus spätmittelalterlichen Verkaufsmessen entstanden.
Bereits 1310 ist ein Nikolausmarkt in MĂĽnchen belegt.
Turmblasen
Bläser spielen von Türmen oder Plätzen aus Adventslieder. Ihre Musik soll an die erwartete Wiederkunft Jesu erinnern.
TĂĽrschmuck
Mistelzweige heiĂźen Besucher willkommen und gelten als Symbol der Unsterblichkeit.
Adventsfasten
Ein alter Brauch, heute nur noch vereinzelt praktiziert.
Friedenslicht aus Bethlehem
Seit 1986 wird ein Licht aus der Geburtsgrotte Jesu durch viele Länder weitergereicht – ein Zeichen des Friedens.
Rorate-Messen
Frühe Morgen‑ oder Abendgottesdienste im Kerzenschein.
„Rorate“ stammt aus dem Eröffnungsgesang „Tauet, ihr Himmel, von oben“.
Barbarazweige
Am 4. Dezember geschnittene Zweige (z. B. Kirsche, Forsythie).
Wenn sie bis Weihnachten blĂĽhen, gilt dies als Zeichen des GlĂĽcks.
Luciafest
Am 13. Dezember gefeiertes Lichterfest in Skandinavien.
Tipps für gemeinsame Aktivitäten in der Adventszeit
Adventsbäckerei
- einfache Rezepte wählen
- Teigmenge ĂĽberschaubar halten
- Plätzchen hübsch verpacken und verschenken
Jahreskalender basteln
Kalenderrohlinge gestalten: Fotos, Zeichnungen oder gepresste BlĂĽten verwenden.
Arbeiten mit Stroh
- Tradition des Krippen‑Strohhalms neu aufgreifen
- Karten oder Strohsterne basteln
Adventskranz binden
Gemeinsam einen Kranz gestalten – eine sinnvolle, handwerkliche und verbindende Tätigkeit.
Modelleisenbahn
Viele Kinder (und Erwachsene) entdecken Freude am Bauen und Gestalten kleiner Welten.
Gemeinsame Vorlesezeit
Geschichten, Märchen, Adventsbücher – besonders stimmungsvoll im Licht einer Kerze.
Singen und Musizieren
Ein fester Bestandteil traditioneller Adventszeit – nicht nur für Kinder.
Zeit der Ăśberraschungen
Den Kindern Raum geben, eigene kleine Ăśberraschungen vorzubereiten.
Spaziergänge im Advent
- erleuchtete Fenster betrachten
- Ursprung von Weihnachtsdekorationen besprechen
- Waldwanderungen unternehmen
- einem Brauch folgen und Tieren im Wald Futter schenken
Adventszeit - Linktipps
- https://www.brauchtum.de/de/winter/advent.html
- https://cms.vivat.de/themenwelten/jahreskreis/advent/index.html
- https://www.backenmachtgluecklich.de/rezepte/weihnachtsbaeckerei-mit-kindern.html
- https://www.lernando.de/magazin/437/Geschichte-des-Adventskranzes
Quellen
(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Advent
(2) ebd.
(5) https://de.wikipedia.org/wiki/Adventskalender
(6) ebd.
(7) https://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachtsmarkt
(8)ebd.
(9) https://cms.vivat.de/themenwelten/jahreskreis/advent/adventsbraeuche.html
Zuletzt geändert am 17.02.2026
Jörg Sauer ist ausgebildeter Grundschullehrer und unterrichtet seit über 20 Jahren an einer Schule. Neben der Lehrertätigkeit führte er in den vergangenen Jahren zahlreiche Weiterbildungen über die Nutzung von Neuen Medien im Unterricht durch.