Warum wir Weihnachten feiern.
Alle Jahre wieder
Warum wir Weihnachten feiern.
Alle Jahre wieder
Geschenke, Weihnachtsbaum und Krippenspiel gehören zu Weihnachten wie das sprichwörtliche Amen in die Kirche. Warum aber ist das eigentlich so? Warum feiern wir Weihnachten? Weil Jesus Christus am 24. Dezember in Bethlehem zur Welt gekommen ist? Oder stecken noch andere Geschichten hinter dem Lieblingsfest der Deutschen?
Weihnachten – Herkunft, Geschichte und alte Bräuche
Ob Jesus Christus tatsächlich vor über 2000 Jahren genau am 24./25. Dezember geboren wurde, weiß heute niemand mehr. Trotzdem feiern Christinnen und Christen weltweit an diesem Datum die Geburt Jesu. Nachweislich wurde erstmals im Jahr 354 n. Chr. in Rom ein christliches Fest an diesem Tag begangen – vermutlich gab es frühere Vorformen.
Bereits Papst Hippolyt († 235) wollte im Jahr 217 ein christliches Hochfest einführen, das heidnische Bräuche ersetzen sollte. Durchsetzen konnte sich diese Idee jedoch erst Papst Liberius im Jahr 354. Als offizieller Geburtstag Jesu wurde der 25. Dezember schließlich 381 unter Kaiser Theodosius dem Großen festgelegt – auf dem 2. Konzil von Konstantinopel.
Seit Urzeiten ein heiliger Tag: der 25. Dezember
Der 25. Dezember war schon lange vor dem Christentum ein bedeutendes Datum. Er markiert die Wintersonnenwende, die in vielen Kulturen als heilig galt:
- In Ägypten wurde an diesem Tag der Gott Horus gefeiert.
- In Vorderasien ehrten die Menschen den persischen Lichtgott Mithras.
- Im antiken Rom wurden die Feste zu Ehren des „unbesiegbaren Gottes“ (Sol Invictus) sowie die Saturnalia gefeiert.
- In Germanien beging man das Julfest – ein Toten- und Fruchtbarkeitsfest mit dem heiligen Julfrieden, während dessen Streit und Waffenruhe geboten waren.
So war die „Weihnacht“ – also die „geweihte Nacht“ – bereits lange vor dem christlichen Festtag ein besonders symbolträchtiges Datum. Vermutlich knüpfte das frühe Christentum bewusst an diese Tradition an und stellte Jesus als „Licht der Welt“ den heidnischen Sonnenfesten gegenüber.
Woher kommt der Begriff „Weihnachten“?
Interessanterweise ist der Begriff „Weihnachten“ jünger als das Fest selbst. Er taucht erst 1170 in einem Gedicht eines fahrenden Minnesängers auf:
„Er ist gewaltic unde starc, der ze wihen naht geborn wart.“
(„Mächtig und stark ist er, der in der geweihten Nacht geboren wurde.“)
Der Begriff bedeutet also schlicht: die geweihte oder heilige Nacht.
Heidnische Spuren im heutigen Weihnachtsbrauchtum
Viele unserer heutigen Weihnachtsleckereien haben ihren Ursprung in vorchristlichen Traditionen:
Lebkuchen
Bereits in der Antike (bei Ägyptern, Griechen und Römern) wurden Honig‑ und Gewürzkuchen den Göttern als unblutige Opfergaben dargebracht.
Spekulatius und Springerle
Diese Gebäcksorten gehen bis ca. 2500 v. Chr. zurück. Der Name Springerle soll darauf hinweisen, dass das Gebäck einst dem reitenden Gott Wotan geweiht war.
Seit wann gibt es Weihnachtsgeschenke?
Das Schenken zu Weihnachten ist überraschend jung: Die Tradition entwickelte sich erst im 15. Jahrhundert. Damals erhielten:
- Arme,
- Bedienstete,
- und sogar Tiere
Geschenke oder eine Extraportion geweihtes Futter.
Das christliche Geschenkebrauchtum symbolisiert:
Die Freude über Gottes größtes Geschenk – die Geburt Jesu.
Erst später wurde das Beschenken der Kinder zum zentralen Bestandteil des Weihnachtsfestes.
Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.