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Alltag mit Kindern: Kleine Auszeiten für Eltern

So tanken Sie neue Kraft

Eine Mutter nimmt sich eine kleine Auszeit in einem Café und trinkt Tee
Entwicklung und Erziehung
© Bild von lookstudio auf Freepik
von Alexandra von Plüskow - Kaminski

Kennen Sie das auch? Sie stehen unter Stress schon bevor es morgens aus dem Haus geht? Erst absolvieren Sie den Dauerlauf, bis die Kinder in Kita und Schule sind – und schon steht das erste Meeting an? Der Haushalt geht drunter und drüber – und im Hinterkopf läuft bei Ihnen permanent eine To-Do-Liste ab, die immer länger wird? Das Stresslevel, unter dem Eltern stehen, wächst seit Jahren an – und genau deshalb ist es so wichtig, sich feste kleine Auszeiten aus dem Hamsterrad zu schaffen.

Lesedauer:
4 min

Kleine Auszeiten organisieren: der feste Termin

Sich im Alltag bewusst eine Pause zu gönnen, wirkt oft schwierig. Daher hilft es, einen festen Termin dafür einzuplanen – idealerweise zu einem Zeitpunkt, an dem die Kinderbetreuung gesichert ist. Diese regelmäßige Auszeit kann genutzt werden, um einem Hobby nachzugehen, etwa Sport, Musik oder dem Lernen einer Fremdsprache. Auch ein Spaziergang, ein Café-Besuch oder ein Treffen mit Freundinnen und Freunden kann eine wertvolle Unterbrechung des Familienalltags darstellen. Durch den festen Termin entsteht Verbindlichkeit, die die Umsetzung erleichtert.

Kleine Gewohnheiten im Alltag: zwischendurch auf Pause drücken

Manchmal eignen sich kurze und leicht integrierbare Alltagsgewohnheiten besser als lange Auszeiten. Wer mehr Bewegung in den Alltag bringen möchte, kann beispielsweise eine kleine Sportecke einrichten, an der man regelmäßig vorbeikommt. Mit einfachen Hilfsmitteln wie gefüllten Wasserflaschen, Hanteln, einem Balance‑Pad oder Thera-Bändern lassen sich kurze Übungen unkompliziert einbauen.

Eine Möglichkeit: immer dann, wenn man an dieser Ecke vorbeigeht, eine oder zwei kleine Übungen durchführen. So entsteht mit wenig Aufwand eine regelmäßige Mini‑Auszeit.

Tägliches Lesen als Katalysator: einmal runterfahren bitte

Das Lesen als tägliche Routine kann helfen, das Stresslevel deutlich zu senken – laut einer Studie der University of Sussex aus dem Jahr 2009 sogar um bis zu 68%. Zudem soll eine halbe Stunde Lesen schneller entspannen als Musik hören oder ein warmes Getränk genießen.

Beim Lesen durchlaufen wir einen Dreischritt:

  • Lesen der Geschichte
  • Interpretieren des Gelesenen
  • Reflektieren im Abgleich mit eigenen Gefühlen oder Erfahrungen

Indem wir am Innenleben der Figuren teilhaben, eröffnen sich neue Blickwinkel. Oft geben wir uns dabei selbst Antworten auf eigene Fragen oder Anliegen.

Tagträumen als Auszeit nutzen

Tagträume verbinden uns mit unserem Inneren – mit Erlebtem, Wünschen und Vorstellungen. Nach dem Psychologen Heiko Ernst können sie sogar als kleine „Generalprobe“ dienen, etwa für Vorstellungsgespräche oder Präsentationen (Quelle 1).

Tagträume dauern oft nur wenige Sekunden, können aber auch längere Phasen einnehmen. Sie fördern Reflexionsfähigkeit und Kreativität und unterstützen dabei, Stress abzubauen und Erlebtes zu verarbeiten. Eine Studie aus Harvard zeigt zudem, dass Tagträumen die Fähigkeit des Gehirns verbessern kann, neue Informationen zu verarbeiten. Durch das gedankliche Durchspielen verschiedener Möglichkeiten trainieren wir unser Gehirn ganz nebenbei.

Glimmer finden in hektischen Zeiten

Viele kleine Momente im Alltag können uns ein Schmunzeln entlocken: ein Milchkaffee in der Sonne, ein kurzes Gespräch auf dem Flur oder die Bastelei eines Kindes. Diese positiven Mini‑Erlebnisse werden als Glimmer bezeichnet – ein Begriff, geprägt von Deb Dana (Quelle 2).

Während Trigger negative Emotionen auslösen können, sprechen Glimmer das Positive in uns an. Sie erinnern uns an gute Erlebnisse und stärken unser vegetatives Nervensystem.

Eine hilfreiche Routine: Abends drei Glimmer des Tages in Gedanken oder kurz schriftlich festhalten.

Was tun Sie sich Gutes zwischendurch?

Was machen Sie, wenn Sie eine kleine Auszeit brauchen? Das Team von @lernando.de freut sich auf Ihre Ideen und Erfahrungen auf Instagram.

Mehr aus der Reihe "Alltag mit Kindern":

Quellen:

  1. Heiko Ernst. Innenwelten. Warum Tagträume uns kreativer, mutiger und gelassener machen. Klett-Cotta. 2011. S. 8
  2. Deb Dana. Der Vagus-Nerv als innerer Anker: Angst und Panik überwinden, Ruhe und Stärke finden. Kösel Verlag 2022

Zuletzt geändert am 27.02.2026

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Themen:
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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Alexandra von Plüskow-Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tätig. Dabei war sie u.a. zuständig für die Übergänge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterführende Schule. Seit März 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum Lüneburg.

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