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Alltag mit Kindern: Routinen fĂĽr Hausaufgaben

Was Eltern hierzu wissen sollten

Ein Vater hilft seiner Tochter beim Erledigen der Hausaufgaben
Entwicklung und Erziehung
© Bild von Freepik
von Alexandra von PlĂĽskow - Kaminski

Wir kennen sie alle noch allzu gut: die Hausaufgaben. Wie lassen sich zu Hause Routinen fĂĽr Hausaufgaben entwickeln? In diesem Artikel erfahren Sie, was Eltern hierbei beachten sollten.

Lesedauer:
5 min

Diskussion um Hausaufgaben

Die Frage, ob Hausaufgaben sinnvoll sind, wird seit Jahren intensiv diskutiert. Aus wissenschaftlicher Perspektive existieren hierzu unterschiedliche Positionen. Kritisch betrachtet werden vor allem die verschiedenen Voraussetzungen der Kinder sowie eine mögliche Überlastung. Als Argumente für Hausaufgaben gelten hingegen die Förderung der Selbstständigkeit und die Vertiefung des Lernstoffs.

Schulen gehen mit diesem Thema unterschiedlich um. Einige verzichten vollständig auf klassische Hausaufgaben und integrieren Lernzeiten in den Schulalltag. In vielen Fällen werden Aufgaben jedoch weiterhin im Rahmen der Hausaufgabenzeit im Ganztag oder zu Hause erledigt.

In zahlreichen Bundesländern gibt es zudem konkrete Regelungen, häufig mit zeitlichen Orientierungen zur Dauer der Hausaufgaben.

Die richtige Zeit fĂĽr Hausaufgaben zu Hause

Wenn Ihr Kind die Hausaufgaben nicht im Ganztag erledigt, ist es wichtig, feste Routinen für zu Hause zu entwickeln. Häufig hilft es, gemeinsam zu überlegen, wann Ihr Kind am besten arbeiten kann. Viele Kinder bevorzugen nach der Schule eine Pause, bevor sie mit den Aufgaben beginnen.

Auch Hobbys spielen eine Rolle. Beobachten Sie gemeinsam, ob die Hausaufgaben besser vor oder nach den Aktivitäten erledigt werden können. Entscheidend ist, dass ausreichend Zeit vorhanden ist und kein zusätzlicher Stress entsteht.

Ein freies Wochenende kann ebenfalls entlastend wirken. Wenn die Aufgaben bereits unter der Woche erledigt werden, bleibt Raum fĂĽr Erholung oder die Vorbereitung auf Tests und Klassenarbeiten.

Der Arbeitsplatz

Für konzentriertes Arbeiten benötigt Ihr Kind einen ruhigen, gut beleuchteten und ergonomischen Arbeitsplatz. Ordnung hilft dabei, Ablenkungen zu reduzieren. Nach der Erledigung der Aufgaben können Sie gemeinsam eine kurze Routine etablieren, um den Arbeitsplatz wieder aufzuräumen.

Manche Kinder arbeiten jedoch gern an alternativen Orten – etwa liegend auf dem Boden. Solange dies konzentriertes Arbeiten ermöglicht, spricht nichts dagegen, den Platz gelegentlich frei zu wählen.

Arbeit nach Plan

Ein klarer Ăśberblick unterstĂĽtzt Ihr Kind dabei, Aufgaben strukturiert zu erledigen. Das Hausaufgabenheft ist dabei ein zentrales Hilfsmittel. Schauen Sie gemeinsam nach, welche Aufgaben anstehen und wann sie fertig sein sollen. Vereinbaren Sie anschlieĂźend eine sinnvolle Reihenfolge.

Mögliche Methoden:

  • ein einfaches Kanban‑Board (To Do – Doing – Done)
  • eine niedrigschwellige To‑Do‑Liste zum Abhaken erledigter Aufgaben

Damit sich am Ende der Woche kein großer Aufgabenberg bildet, empfiehlt es sich, die Aufgaben am Tag ihrer Ausgabe zu erledigen. Auch hier hilft der regelmäßige Blick ins Hausaufgabenheft, um eine ausgewogene Verteilung sicherzustellen.

Achten Sie zudem darauf, dass sich Ihr Kind an die vorgesehenen Zeiten hält und konzentriert arbeitet. Sollte der Umfang der Aufgaben jedoch regelmäßig zu groß oder zu schwierig sein, ist ein Gespräch mit der Lehrkraft sinnvoll, um individuelle Lösungen zu finden.

Besonders wichtig ist der Austausch mit der Schule, wenn Ihr Kind trotz Hausaufgabenzeit im Ganztag regelmäßig weiter zu Hause arbeiten muss. Fragen Sie nach möglichen Gründen – etwa Ablenkungen oder einem zu hohen Aufgabenvolumen – und klären Sie, wie die Schule Ihr Kind besser unterstützen kann.

Expertise einbeziehen

In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, in Abstimmung mit der Lehrkraft zusätzliche Fachpersonen einzubeziehen. Viele Schulen verfügen über Beratungslehrkräfte, die gemeinsam mit dem Kind Strategien zur Bewältigung des Pensums entwickeln.

Auch Lerncoaches können unterstützen, indem sie Lernstrategien vermitteln und helfen, Druck aus der Situation zu nehmen.

Eventuelle körperliche Ursachen – beispielsweise im Bereich Sehen oder Aufmerksamkeit – können durch eine Kinderärztin oder einen Kinderarzt abgeklärt werden. Bei Bedarf werden weitere geeignete Schritte gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Kind geplant.

Fazit: So klappt’s mit den Hausaufgaben

Zur Entwicklung einer guten Hausaufgabenroutine lassen sich folgende Eckpunkte festhalten:

  • Vorlieben klären
  • Richtige Zeit festlegen
  • Geeigneten Arbeitsplatz schaffen
  • Einen individuellen Plan aufstellen
  • Bei Bedarf UnterstĂĽtzung suchen

Wie in vielen Bereichen des Lernens gibt es auch hier keinen universellen Ansatz. Methoden wirken dann am besten, wenn sie zu den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten Ihres Kindes passen.

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Zuletzt geändert am 27.02.2026

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Themen:
Familie
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Grundschule
Ăśber den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Alexandra von PlĂĽskow-Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tätig. Dabei war sie u.a. zuständig für die Übergänge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterführende Schule. Seit März 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum Lüneburg.

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