Gut vorbereitet fĂĽr die Einschulung
Gut vorbereitet fĂĽr die Einschulung
Aus Sicht zukünftiger Erstklässler kann es kaum ein Tag mit der Einschulung aufnehmen. Für die Kinder, aber auch für ihre Familien beginnt damit ein ganz neuer Lebensabschnitt, verbunden mit viel freudiger Erwartung, aber auch mit einigen Unsicherheiten.
„Hurra, bald komme ich in die Schule!“ – So begleiten Sie Ihr Kind entspannt in den neuen Lebensabschnitt
„Hurra, bald komme ich in die Schule!“, ruft Sofie begeistert. Auch ihr Freund Niklas zählt schon die Tage, bis die Ferien vorbei sind und endlich der Schulstart beginnt. Für zukünftige Erstklässler ist die Einschulung ein absoluter Höhepunkt – und für Familien ein bedeutender Schritt in einen neuen Lebensabschnitt. Neben Vorfreude mischen sich dabei oft auch Unsicherheiten. Vor allem aber überwiegt der Stolz der Kinder, nun endlich zu den „Großen“ zu gehören.
Damit der Übergang vom Kindergarten- zum Schulkind gelingt, können Eltern ihr Kind auf vielfältige Weise unterstützen.
Kinder beim Schulstart begleiten – so gelingt es
Schon Wochen vor der Einschulung beschäftigt viele Kinder das Thema Schule. Untersuchungen, Abschied aus dem Kindergarten, der Kauf des ersten eigenen Ranzens oder der Schulbesuchstag sorgen dafür, dass sich die Familie früh mit dem neuen Alltag auseinandersetzt.
Eltern können ihr Kind optimal unterstützen, indem sie:
âś” ĂĽber Vorstellungen und Fantasien sprechen
Manche Kinder haben unrealistische oder ängstliche Ideen. Einfühlsame Gespräche helfen, Unsicherheiten abzubauen.
âś” die eigene Haltung reflektieren
Erfahrungen aus der eigenen Schulzeit sind nicht automatisch relevant. Negative Kommentare ĂĽber das Schulsystem oder Lehrer verunsichern Kinder eher.
âś” die Schule schon vorher gemeinsam besuchen
Ein Rundgang, ein Blick auf den Schulhof oder die Klassenzimmer nehmen die Angst vor dem Unbekannten.
âś” den Schulweg ĂĽben
Am besten morgens zur späteren Schulzeit proben – Sicherheit gibt Selbstvertrauen.
✔ Neugier fördern
Besuche im Museum, Bibliothek oder Naturkundezentrum stärken die Lernfreude und zeigen: Lernen ist spannend!
Sanft auf die Schule vorbereiten – ohne Druck
Schule bedeutet weit mehr als Lesen, Schreiben und Rechnen. Mit dem Schuleintritt wächst die Selbstständigkeit. Eltern können diese Entwicklung fördern, indem sie ihrem Kind zutrauen:
- sich allein anzuziehen
- Schleifen zu binden
- den Sportbeutel selbst zu packen
- kleinere Besorgungen zu erledigen
- beim Kochen einfache Aufgaben zu ĂĽbernehmen
Erfolgserlebnisse stärken Kinder enorm: „Ich kann das!“
Wichtig:
Bitte kein „Vorlernen“. Lesen, Schreiben oder Rechnen soll die Schule vermitteln. Wer zu Hause zu früh Druck aufbaut, verunsichert sein Kind eher.
Spielerische Vorbereitung, etwa Malen im Urlaub oder Basteln, unterstĂĽtzt hingegen die Feinmotorik und macht SpaĂź.
Den passenden Schulranzen auswählen
FĂĽr viele Kinder ist der Schulranzen das Highlight der Einschulung. Doch die Optik sollte nicht allein entscheidend sein. Stiftung Warentest empfiehlt folgende Kriterien:
Sichtbarkeit und Sicherheit
- Leuchtende Reflexflächen (Katzenaugeneffekt)
- Große, signalfarbene Flächen in Orange oder Gelb
Passform und Tragekomfort
- Ranzen darf nicht ĂĽber den Kopf ragen oder abrutschen
- Verstellbare, mindestens 4 cm breite, gut gepolsterte Gurte
- Fester Stand – voll und leer
Material und Verarbeitung
- Leichtgängige Deckel & Seitentaschen
- Leergewicht unter 1,5 kg
- Maximal 10 % des Körpergewichts des Kindes
Wichtig zu wissen
Schulen geben meist eine Materialliste aus. Viele Grundausstattungen – Brotdose, Trinkflasche, Turnbeutel, Lineal, Radiergummi – können wunderbar in die Schultüte statt in Süßigkeiten wandern.
Entspannt bleiben – Aufregung gehört dazu
Je näher der Tag der Einschulung rückt, desto gespannter werden Kinder – und manchmal auch die Eltern. Ruhe, Gelassenheit und eine positive, klare Haltung geben Kindern Sicherheit. Gespräche über den Schulstart lassen sich ideal über Bilderbücher anstoßen, z. B.:
- „Der Ernst des Lebens“ von Sabine Jörg & Ingrid Keller
- „Der Buchstabenfresser“ von Paul Maar
Nehmen Sie den Druck raus
Nicht alles muss sofort klappen. Viele Kinder finden schneller in den neuen Alltag als gedacht:
- Die „Trödelliese“ steht plötzlich morgens von selbst auf.
- Die ersten Hausaufgaben werden geschafft.
- Neue Freundschaften entstehen.
Manche Kinder brauchen etwas länger – das ist völlig okay. Wenn sich Ihr Kind nach einigen Wochen immer noch unwohl fühlt, suchen Sie frühzeitig das Gespräch mit der Klassenlehrkraft. Gemeinsam lassen sich Ursachen klären und Lösungswege finden.
Mehr dazu aus unserem Elternmagazin
Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der KĂĽnste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.