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Schwieriger Schulstart: Wenn Kinder nicht zur Schule wollen

Foto eines Schülers, der den Kopf an eine Mauer lehnt
Entwicklung und Erziehung
© stock.adobe.com/pololia
von Ulrike Lindner

Die großen Ferien sind vorbei und jetzt ist er endlich da: Der erste Schultag. Darauf haben die meisten Kinder hingefiebert. Aber was können Eltern tun, wenn aus Vorfreude schnell Frust wird? Einige Kinder tun sich schwerer als andere mit dem Schulstart und verweigern vielleicht den Schulbesuch ganz. Aber auch Bauchschmerzen, Weinen und Niedergeschlagenheit belasten Eltern und Kind.

Lesedauer:
4 min

Schwieriger Schulstart: Ursachen und Unterstützung

Der Einstieg in die Schule ist für Kinder ein großer Schritt – und nicht immer einfach. Die Ursachen für Schwierigkeiten können so unterschiedlich sein wie die Kinder selbst: Manche sind schüchtern und zurückhaltend, andere neugierig und mutig, wieder andere wollen möglichst schnell Lesen und Schreiben lernen. Zusätzlich führen Alters- und Entwicklungsunterschiede innerhalb einer Klasse oft dazu, dass nicht jedes Kind sofort seinen Platz im Klassengefüge findet.


Dem Schulstart mit Geduld begegnen

Eltern sollten wissen, dass die Umstellung vom Kindergarten zur Schule jedes Kind beansprucht. Der Eindruck, dass in allen anderen Familien alles reibungslos läuft, ist meist trügerisch. Gelassenheit und geduldige Begleitung sind deshalb ebenso wichtig wie Unterstützung beim Schulstart.

Viele Kinder zeigen in den ersten Wochen ungewohntes Verhalten, da sie sich an die neue Umgebung gewöhnen müssen. Eltern sollten Aufmerksamkeit und Unterstützung geben, ohne eigene Ängste oder Unsicherheiten auf das Kind zu projizieren.

Lehrkräfte sind sich der Herausforderungen bewusst und gestalten den Schulstart in der Regel entspannt für die Jüngsten. Erste Elternabende bieten zudem Informationen über Inhalte und Organisatorisches, wodurch viele Sorgen bereits gemildert werden. Persönliche Gespräche mit der Lehrkraft sind jederzeit möglich.


Gründe für einen schwierigen Schulstart

Wenn das Verhältnis zur Lehrkraft nicht stimmt

Das Vertrauen zur Klassenlehrkraft ist entscheidend. Sie sollte Ansprechpartner*in sein und das Kind motivieren.

  • Geben Sie sich und Ihrem Kind Zeit, auf Veränderungen zu warten.

  • Untergraben Sie die Autorität der Lehrkraft nicht.

  • Tritt nach einiger Zeit keine Verbesserung ein, ist ein Gespräch mit der Lehrkraft sinnvoll.

  • Erst in letzter Konsequenz kann ein Klassenwechsel in Betracht gezogen werden.

Wenn Freunde fehlen

Kinder, die noch keine Kontakte in der neuen Klasse haben, fühlen sich oft allein. Eltern können helfen, indem sie:

  • Kontakte zu anderen Eltern herstellen, z. B. beim Elternabend oder Elternstammtisch.

  • Gemeinsame Schulwege oder Spieltreffen organisieren.

  • Lehrkräfte um Unterstützung bitten, Kinder mit potenziellen Freunden nebeneinander zu setzen.

Wenn das Kind zu zappelig ist

Langes Stillsitzen fällt vielen Erstklässlern schwer. Die Schule berücksichtigt das durch Bewegungsphasen im Unterricht. Eltern können zusätzlich unterstützen:

  • Eine gute Sitzposition beim Hausaufgabenmachen zuhause sicherstellen.

  • Für ausreichend Bewegung außerhalb der Schule sorgen, z. B. durch Sport oder Familienaktivitäten.


Die beste Unterstützung nach einem schwierigen Schulstart

Eltern können ihr Kind stärken, indem sie:

  • Zuhören, wenn es über Schwierigkeiten spricht.

  • Sorgen ernst nehmen, statt sie herunterzuspielen.

  • Selbstbewusstsein stärken und Erfolge loben.

  • Belohnungssysteme nutzen, um gewünschtes Verhalten zu fördern.

Wenn Probleme bestehen bleiben

Erste Ansprechpartner*in ist die Klassenlehrkraft. Bei anhaltenden Schwierigkeiten können folgende Stellen helfen:

  • Schulpsycholog*innen: Unterstützung bei Lern-, Entwicklungs- und Verhaltensproblemen sowie soziale Förderung in der Klasse.

  • Kinderarzt: Bei psychosomatischen Beschwerden oder wiederkehrendem Einnässen.


Zuletzt geändert am 17.02.2026

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Themen:
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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Ulrike Lindner

Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.

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