Sprachförderung bei Kindern durch Geschichten-Apps
Sprachförderung bei Kindern durch Geschichten-Apps
Sprache ist der Schlüssel zur Welt. Über einen facettenreichen Wortschatz zu verfügen befähigt zur Teilhabe an der Gesellschaft und ist bedeutsam für den erfolgreichen Bildungsweg eines jeden Kindes. Deshalb ist es wichtig, die Sprache bewusst und mithilfe verschiedener Kanäle zu fördern. Das Vorlesen und Erzählen von Geschichten hat sich hierfür bewährt und bietet Kindern und Eltern zahlreiche Möglichkeiten zur Sprachförderung bei Kindern.
Sprachförderung bei Kindern mit „Milli und ihre Freunde“
Interaktives Erzählen und Reimen
Die App „Milli und ihre Freunde“ führt Kinder im Kindergarten- und frühen Grundschulalter durch eine interaktive Bilderbuchgeschichte. Die kleine Schnecke Milli begibt sich auf eine Reise, auf der die Kinder ihr helfen – zum Beispiel durch das Lösen kleiner Rätsel. Der Text wird vorgelesen und ist in Reimform gestaltet, wodurch sich vielfältige Sprechanlässe ergeben. Im Anschluss können gemeinsam weitere Reime gefunden werden. Dies unterstützt die Literacy‑Entwicklung, die wiederum für das spätere Lesen und Schreiben bedeutsam ist und zur Sprachförderung beiträgt.
„Einfach vorlesen“ – wöchentliche Geschichten zur Sprachförderung
Vorleseangebote fĂĽr unterwegs
Die App „Einfach vorlesen“ stellt jede Woche mehrere neue Geschichten für Kinder ab etwa drei Jahren bis ins Grundschulalter bereit. Die Geschichten bleiben rund zwei Wochen online verfügbar und können flexibel auf mobilen Geräten genutzt werden. Praktisch ist die angezeigte Vorlesedauer, die Eltern die Auswahl erleichtert. So steht jederzeit eine geeignete Geschichte bereit – ob abends, auf Reisen oder im Wartezimmer.
„Book Creator“ – eigene Bücher gestalten
Geschichten kreativ entwickeln
Mit der App „Book Creator“ können Kinder eigene virtuelle Bücher erstellen. Sie binden Bilder, kleine Filme, Sprachaufnahmen oder selbst getippten Text ein. Eine kurze Einführung erleichtert den Einstieg.
Das Erstellen eigener Bücher motiviert schon Kinder im Kindergartenalter zum Erzählen und unterstützt sie darin, einen roten Faden zu entwickeln. Zudem lernen sie, Wichtiges hervorzuheben und Geschichten optisch zu gestalten. Die selbst erstellten Bücher werden häufig immer wieder angeschaut oder Verwandten und Freunden präsentiert – ein motivierender Effekt auf die Sprachförderung.
Chatterpix Kids – Sprache spielerisch erleben
Bilder zum Sprechen bringen
Die englischsprachige App Chatterpix Kids ermöglicht es Kindern ab dem Vorschulalter, Fotos aufzunehmen, einen Mund in das Bild zu zeichnen und diesen mithilfe eigener Sprachaufnahmen „sprechen“ zu lassen. Dies funktioniert mit Haustieren, Kuscheltieren, Puppen oder selbst gemalten Bildern. Die Kombination aus Kreativität, Humor und Sprache macht diese Form der Förderung besonders motivierend – ideal auch für Regentage.
Book Beat und Co – Hörbücher als Sprachförderung
Zuhören als Lernprozess
Die kostenpflichtige Hörbuch‑Streaming‑App Book Beat bietet im Familien‑Abo eine große Auswahl an Kinder‑Hörbüchern. Auch Eltern finden dort passende Titel. Hörbücher sind ein wichtiger Bestandteil der Sprach- und Leseförderung: Kinder lernen, längeren Handlungen aufmerksam zu folgen, Inhalte zu verknüpfen und eigene Erwartungen zu entwickeln – Fähigkeiten, die später für das Lesen komplexerer Texte bedeutsam sind.
Lohnt sich ein Abo nicht, können einzelne Hörbücher auch über andere Dienste, etwa Audible, erworben werden.
Fazit: Digitale Unterstützung für die Sprachförderung
Geschichten‑Apps eröffnen vielfältige Möglichkeiten, kreativ und spielerisch mit Sprache umzugehen – ob durch Vorlesen, aktives Erzählen, Hörbücher oder eigene digitale Buchprojekte. Für Kinder vom Kindergartenalter bis in die Grundschule bieten diese Tools zusätzliche Zugänge zur Sprachförderung und motivieren sie, Sprache aktiv zu nutzen. Und: Die Apps machen meist nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen Spaß.
Zuletzt geändert am 27.02.2026
Alexandra von Plüskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tätig. Dabei war sie u.a. zuständig für die Übergänge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterführende Schule. Seit März 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum Lüneburg.