Mein Lieblingsplatz zum Krafttanken
Mein Lieblingsplatz zum Krafttanken
Ein wunderschöner knorriger Apfelbaum bietet mir in seiner Krone den besten Ort, den ich mir denken kann. Genau hier darf ich dem Ziehen der Wolken mit meinen Augen folgen und meine Gedanken kommen und gehen lassen. Einen solchen Platz braucht jeder, ob Klein ob Groß. Der folgende Beitrag möchte Ihnen dazu einige Anregungen geben.
Lieblingsplätze – kleine Orte mit großer Wirkung
Ein Lieblingsplatz ist ein Ort, an dem es uns besonders gut geht. Dort fühlen wir uns geborgen, inspiriert oder einfach wohl. Synonyme wie Lieblingsort, Lieblingsstelle oder Lieblingsplatz beschreiben alle dasselbe: einen persönlichen Raum, der uns positiv berührt.
Jeder Lieblingsplatz ist individuell geprägt und kann verschiedene Funktionen erfüllen – etwa als Ort:
- der Ruhe und Entspannung,
- der Besinnung und des Rückzugs,
- der Inspiration oder des kreativen Tuns,
- der inneren Sammlung und Weiterentwicklung.
Oft ist ein Lieblingsplatz auch mit Menschen verbunden, die uns wichtig sind: Freunde, Familienmitglieder oder Vorbilder. Entscheidend ist weniger die Dauer des Aufenthalts als vielmehr die Wirkung, die der Ort auf unsere Stimmung und unser Wohlbefinden hat.
Im Laufe des Lebens verändern sich nicht nur wir – auch unsere Lieblingsplätze können wechseln, etwa durch Umzüge oder veränderte Lebensumstände. Manche Orte jedoch behalten ihre Anziehungskraft über viele Jahre.
Tipp: Besuchen Sie Orte Ihrer Kindheit oder Jugend erneut. Vielleicht üben sie immer noch denselben Zauber aus. Und: Kinder lassen sich durch Ihr Vorbild leicht inspirieren, selbst einen Lieblingsplatz zu finden. Rückzugsorte sollten dabei mit gegenseitigen Absprachen verbunden sein – das schafft Respekt und ermöglicht ungestörte Auszeiten.
Lieblingsplätze entdecken
Viele Kinder spüren intuitiv, wo sie sich wohlfühlen. Dort können sie entspannen, spielen, träumen, Kraft tanken und eigene Ideen entwickeln. Manche bevorzugen Bewegung und Trubel, andere Stille und Geborgenheit – ähnlich wie Erwachsene, nur oft spontaner.
Lieblingsplätze wirken durch sinnliche Wahrnehmungen. Beispiele:
- das Rauschen des Windes am Felsen
- der weite Blick über ein Tal
- tiefhängende Wolken nach einem Regen
- der salzige Duft einer Meeresbucht
- die besondere Stille in einer Kirche
- das Farbspiel des Herbstwaldes
- die knorrige Rinde einer alten Eiche unter den Fingern
- der Geschmack frisch gepflückter Äpfel
- das Beobachten von Tieren in freier Natur
Ebenso können bestimmte Eindrücke – Geräusche, Gerüche, Lichtstimmungen – Erinnerungen an frühere Lieblingsorte wecken.
Lieblingsplätze der Kinder
Die Lieblingsorte von Kindern entsprechen nicht immer den Vorstellungen der Erwachsenen – und das ist gut so. Kinder wählen Plätze, an denen sie sich frei fühlen, spielen können, träumen oder Abenteuer erleben.
Mögliche Lieblingsorte sind:
- eine Ecke im Sandkasten
- das Bachufer
- die alte Bank am Feldrand
- geheime Hütten
- das eigene Zelt
- ein Kuschelkissen oder Leseplatz
- der Bastelkeller
- ein alter Sessel oder Liegestuhl
- ein selbstgebautes Laubhaus im Wald
- Zeit mit Haustieren
- der Sportplatz mit Freundinnen und Freunden
Lieblingsplätze können auch im Kopf entstehen – unterstützt durch Fotos, Videos oder fantasievolle Erinnerungen. Gerade im Urlaub entdecken Kinder oft spontan besondere Orte, an denen sie sich wohlfühlen.
Lesetipps zum Lieblingsplatz
Meine Kraftorte für die Seele von Anselm Grün, Herder
Inspirierende Anregungen finden Sie u. a. in den Zeitschriften:
- „einfach Leben“, Herder (erscheint monatlich) https://www.herder.de/el/
- „der pilger“, Verlag Peregrinus, (erscheint dreimonatlich) https://www.der-pilger.de/
Linktipp zum Lieblingsplatz
Zuletzt geändert am 17.02.2026
Jörg Sauer ist ausgebildeter Grundschullehrer und unterrichtet seit über 20 Jahren an einer Schule. Neben der Lehrertätigkeit führte er in den vergangenen Jahren zahlreiche Weiterbildungen über die Nutzung von Neuen Medien im Unterricht durch.