Der Schulgarten:
Wenn es in der Schule grĂŒnt und blĂŒht
Der Schulgarten:
Wenn es in der Schule grĂŒnt und blĂŒht
An vielen Schulen gehört sie bereits zum Unterrichtsalltag und zum Schulleben dazu: die Arbeit im Schulgarten. Da wird gejĂ€tet, gepflanzt und auch geerntet. Doch Ziel der Schulgartenarbeit ist es bei weitem nicht nur, einen grĂŒnen Daumen zu entwickeln. Das Herausbilden vielerlei Kompetenzen steht ganz nebenbei auf dem Stundenplan. Um welche es sich handelt, vermittelt der folgende Beitrag.
đ± Der Schulgarten â Lernen mit Kopf, Herz und Hand
Seit vielen Jahrzehnten gehört die Arbeit im Schulgarten fest zum pĂ€dagogischen Konzept vieler Grundschulen. HĂ€ufig erhĂ€lt jede Klasse ein eigenes Beet oder ein kleines StĂŒck Garten, fĂŒr das sie verantwortlich ist. Gemeinsam werden Projekte geplant â vom Kartoffelanbau bis zum selbst gestalteten BohnenâTipi.
Dabei lernen die Kinder nicht nur körperlich zu arbeiten, sondern sie entwickeln ein tieferes VerstĂ€ndnis fĂŒr Natur, Umwelt, Nachhaltigkeit und gesunde ErnĂ€hrung. Ganz nebenbei erschlieĂen sich der Jahreskreis und die natĂŒrlichen Wachstumsprozesse.
đ€ Gemeinsam geht es leichter â Verantwortung im Schulgarten
Ein wesentlicher Bildungsaspekt der Schulgartenarbeit ist die Kooperation. Kinder:
- planen gemeinsam
- entscheiden ĂŒber GemĂŒseâ oder KrĂ€uteranbau
- erstellen Materiallisten
- verteilen Aufgaben
Wichtige Fragen lauten:
- Wer gieĂt regelmĂ€Ăig?
- Wer jÀtet Unkraut?
- Wer ĂŒbernimmt Kontrollen in der Woche?
Meist sind pro Klasse ein bis zwei Stunden Schulgartenarbeit im Stundenplan verankert. Hier kann jedes Kind seinen StÀrken entsprechend mithelfen.
Diese Zusammenarbeit fördert:
- TeamfÀhigkeit
- Verantwortungsbewusstsein
- Selbstorganisation
- Geduld und Durchhaltevermögen
đ„ Gesunde ErnĂ€hrung erleben
Der Schulgarten eignet sich ideal, um Kinder an gesunde ErnĂ€hrung heranzufĂŒhren. Typische Projekte:
- Aufbau einer KrÀuterschnecke
- Anpflanzen von Tomaten, Zucchini oder Beeren
- Ernte und Verarbeitung im Unterricht, z.âŻB. zu Salaten, Dips oder kleinen Snacks
Viele Kinder erleben hier zum ersten Mal, wie GemĂŒse wĂ€chst â ein Aha-Effekt, der Begeisterung und Stolz auslöst. Gleichzeitig lernen sie:
- saisonale Besonderheiten
- regionale Anbaumöglichkeiten
- die Bedeutung von frischen Lebensmitteln
Schulgartenarbeit sensibilisiert fĂŒr einen bewussten Umgang mit Nahrung und kann langfristig das Essverhalten positiv beeinflussen.
â ïž Herausforderungen im Schulgarten
Auch ein Schulgarten bringt organisatorische Fragen mit sich:
1. Pflege in den Ferien
Pflanzen wachsen auch wÀhrend der schulfreien Zeit. Möglichkeiten:
- Hausmeister/Hausmeisterin ĂŒbernimmt GieĂdienste
- Eltern oder Kinder pflegen das Beet in Absprache
- feste FerienâGieĂplĂ€ne
2. Schutz vor Vandalismus
Hier ist KreativitÀt gefragt:
- ZĂ€une oder Absperrungen
- abschlieĂbare Bereiche
- Kontakt mit Nachbarschaft, Förderverein oder Ordnungsamt
- klare Absprachen zwischen Schule, Eltern und Kindern
3. Materialbedarf
Ein Schulgarten benötigt:
- GieĂkannen
- GartengerĂ€te in KindergröĂe
- Erde, Samen, Pflanzen
- Kompostmöglichkeiten
Diese Ausstattung muss organisiert, finanziert und gepflegt werden.
đ Warum sich der Schulgarten lohnt
Der Schulgarten bietet weit mehr als Bewegung an der frischen Luft. Kinder:
- verstehen ökologische ZusammenhÀnge
- erleben KreislÀufe der Natur hautnah
- lernen, Verantwortung zu ĂŒbernehmen
- erfahren Selbstwirksamkeit (âIch habe das selbst gepflanzt!â)
- stÀrken Teamgeist und soziale Kompetenzen
- verknĂŒpfen Unterrichtsinhalte praktisch (z.âŻB. Mathematik, Sachunterricht, Kunst)
SchulgÀrten sind Lernorte, die mit allen Sinnen erfahrbar machen, was im Unterricht oft abstrakt bleibt.
đ± Fazit: Ein Garten fĂŒr die Schule â ein Gewinn fĂŒr alle
Ein Schulgarten verbindet:
- Umweltbildung
- ErnÀhrungspÀdagogik
- Teamarbeit
- praktische Erfahrungen
- Verantwortungsbewusstsein
Er ist ein wertvoller Bestandteil moderner Grundschularbeit und lohnt sich â vielleicht auch auĂerhalb der Schule, im Hort, im Kindergarten oder sogar im privaten Umfeld.
Zuletzt aktualisiert am: 09.02.2026
Alexandra von PlĂŒskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tĂ€tig. Dabei war sie u.a. zustĂ€ndig fĂŒr die ĂbergĂ€nge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterfĂŒhrende Schule. Seit MĂ€rz 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum LĂŒneburg.