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Mein Kind will nicht zur Schule

Kind mit in die Hände gestützten Kopf schaut skeptisch
Entwicklung und Erziehung
© fasphotographic - Fotolia.de
von Manon Sander

Es ist Montag Morgen und eigentlich ist es Zeit für das Kind aufzustehen, denn es ist Zeit zur Schule zu gehen. Doch das Kind will nicht aufstehen. Es sagt, es ginge ihm nicht gut und Lust hätte es auch nicht. Vielleicht fängt es sogar an zu weinen und zu jammern. Wie soll man sich nun als Eltern verhalten?

Lesedauer:
3 min

Wenn Kinder nicht in die Schule wollen – mögliche Ursachen und wie Eltern sinnvoll reagieren

Fast jedes Kind erlebt irgendwann eine Phase, in der es morgens nicht gern in die Schule gehen möchte. Entscheidend ist, die Gründe herauszufinden und angemessen zu reagieren. Manche Ursachen sind harmlos, andere benötigen Unterstützung durch Schule oder Fachkräfte. Die folgenden Hinweise helfen Eltern, die Situation richtig einzuordnen und ihr Kind sicher zu begleiten.


Einmalige Situationen – keine Überbewertung nötig

Wenn Ihr Kind einmalig keine Lust auf Schule hat, müssen Sie sich keine Sorgen machen. Jeder Mensch hat gelegentlich einen schlechten Tag.

Mögliche harmlose Gründe:

  • schlechter Schlaf
  • beginnende Erkältung
  • allgemeine Unlust

In solchen Fällen hilft es, die positiven Aspekte der Schule zu betonen und das Kind zu motivieren, dennoch hinzugehen. Meist ist der Vorfall spätestens mittags vergessen.


Bauchschmerzen wegen nicht gemachter Aufgaben oder Tests

Manchmal treten Beschwerden auf, weil:

  • Hausaufgaben nicht erledigt wurden
  • ein unangekündigter Test erwartet wird
  • das Kind Angst hat, eine schlechte Leistung abzuliefern

Jetzt ist es für umfangreiche Vorbereitung oft zu spät. Trotzdem können Sie Ihr Kind ermutigen, hinzugehen – und ihm versichern, dass es mit Fehlern nicht allein gelassen wird.

Wichtig:
Diskussionen und Vorwürfe sollten nicht morgens vor der Schule stattfinden. Klären Sie die Situation lieber in Ruhe am Nachmittag.

Tipp:
Erklären Sie, dass es besser ist, Probleme nicht bis zur letzten Minute aufzuschieben. Unterstützen Sie Ihr Kind beim Organisieren und Lernen – aber vermeiden Sie dauerhaftes „Lernen auf den letzten Drücker“.


Große Lernschwierigkeiten – gemeinsam Lösungen finden

Wenn Ihr Kind regelmäßig überfordert wirkt oder schulische Inhalte nicht mehr versteht, können sich Lernlücken gebildet haben.

Ihre Schritte:

  1. Sofort Gespräch mit der Klassenleitung suchen
  2. Lernrückstände gemeinsam analysieren
  3. überlegen, ob
    • zusätzliche Übungszeiten zu Hause
    • schulische Förderangebote
    • oder qualifizierte Nachhilfe
      sinnvoll sind

Versuchen Sie nicht, alles allein zu regeln. Oft hilft es, Lehrkräfte oder Fachkräfte einzubeziehen, die Lernprozesse professionell begleiten.


Streit, Ausgrenzung oder Mobbing durch Mitschüler

Sehr häufig verweigern Kinder die Schule, weil sie sich von anderen Kindern geärgert, bedroht oder ausgelacht fühlen.

Eltern sollten schrittweise vorgehen:

  1. Gespräch mit dem Kind
    Einfühlsam herausfinden, was passiert ist. Nur wer versteht, was belastet, kann richtig helfen.

  2. Kontakt zur Klassenleitung
    Situation schildern, um Unterstützung einzufordern.

  3. Bei Bedarf: Schulleitung einbeziehen
    Wenn Maßnahmen ausbleiben, dürfen Eltern konsequent nachhaken.

  4. Vorfälle dokumentieren
    Datum, Uhrzeit, Beteiligte, Gesprächsverläufe notieren. Dokumentation hilft bei weiteren Schritten.

  5. Kind stärken und sicherer machen

    • Schulweg gemeinsam üben oder begleiten
    • Selbstbewusstsein über positive Erlebnisse aufbauen
    • Strategien besprechen („Wie könnte ich reagieren?“)
    • Selbstbehauptungs- oder Selbstverteidigungskurse erwägen

Gerade solche Kurse helfen Kindern, sich innerlich wie äußerlich gestärkter zu fühlen.


Unterstützung durch Schulpsychologen

Egal, ob Lernprobleme, Ängste, Konflikte oder familiäre Belastungen – Schulpsychologen stehen Eltern und Kindern beratend zur Seite.

Wichtig zu wissen:

  • Schulpsychologen haben Schweigepflicht, wie andere Fachpersonen auch.
  • Es ist keine Schwäche, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen.
  • Oft reichen wenige Gespräche, um Situationen neu zu bewerten und Lösungen zu finden.

Kinder stärken – der wirksamste Schutz vor Schulproblemen

Unabhängig von den Ursachen hilft eines immer: Ein starkes Selbstwertgefühl.

Eltern unterstützen ihr Kind am besten, indem sie:

  • seine besonderen Talente fördern (Sport, Musik, Tiere, Malen, Technik etc.)
  • den Nachmittag nicht mit zu vielen Terminen überfrachten
  • Raum für Erfolgserlebnisse geben
  • Ängste ernst nehmen und nicht kleinreden
  • Vertrauen vermitteln („Ich glaube an dich“)

Wenn Kinder sich zu Hause geborgen fühlen und erleben, dass sie etwas gut können, gehen sie Schulproblemen deutlich selbstbewusster entgegen.

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Themen:
Schulverweigerung
Angst vor der Schule
Schulunreife
Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Manon Sander

Manon Sander ist Mutter von 6 Kindern und außerdem Autorin für Fach- und Kinderbücher.

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