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Wenn Kinder schüchtern sind

- So unterstützen Sie Ihr Kind optimal

Mädchen lächelt im Unterricht
Entwicklung und Erziehung
© Neustockimages - iStockphoto.com
von Alexandra von Plüskow - Kaminski

Wenn der Nachwuchs schüchtern ist, machen sich Eltern oft Sorgen. Der folgende Beitrag möchte Ihnen erste Möglichkeiten an die Hand geben, Ihren schüchternen Sprössling optimal zu unterstützen.

Lesedauer:
2 min

Schüchternheit bei Kindern verstehen

Viele Erwachsene erinnern sich gut daran, wie es sich anfühlte, als Kind vor anderen sprechen zu müssen – sei es ein kurzer Vortrag oder das erste Telefonat mit einer fremden Person. Dieses leichte Kribbeln im Bauch kennen auch heute viele Kinder. Wenn Sie ähnliche Verhaltensweisen bei Ihrem Kind beobachten, kann der folgende Beitrag dabei helfen, Ihr Kind einfühlsam zu unterstützen.

Schüchtern sein – kein Handicap

Ein natürlicher Bestandteil der Entwicklung

Ein gewisses Maß an Schüchternheit und Zurückhaltung ist ein vollkommen normaler Teil der kindlichen Entwicklung. Das sogenannte Fremdeln im Kleinkindalter zeigt: Vorsicht gegenüber Unbekanntem ist sinnvoll und altersgerecht.

Auf dem Weg zu einem gesunden Selbstwertgefühl ist es wichtig, dass Kinder sich nach und nach herausfordernden Situationen stellen und merken, dass sie diese meistern können. Dass dabei zunächst Unbehagen entsteht, ist vollkommen üblich.

Wenn die Schüchternheit zunimmt

Situationen gemeinsam reflektieren

Nimmt die Unsicherheit jedoch deutlich zu und tritt schüchternes Verhalten häufiger auf, sollten Sie behutsam das Gespräch mit Ihrem Kind suchen. Stellen Sie Fragen wie:

  • Wie fühlst du dich in solchen Momenten?
  • Wann ist dieses Gefühl besonders stark?
  • Was hilft dir, damit es dir wieder besser geht?

Das gemeinsame Notieren von Gedanken und Gefühlen kann helfen, Muster zu erkennen und erste Lösungsansätze zu entwickeln.

Zeigt Ihr Kind dieses Verhalten auch im Kindergarten oder in der Schule, ist ein Austausch mit Erzieherinnen, Erziehern oder Lehrkräften hilfreich. Auch ein Gespräch mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt kann zusätzliche Unterstützung bieten.

Mögliche Maßnahmen zur Unterstützung

Praktische Übungen im Alltag

Kleine, regelmäßige Übungen können Kindern helfen, ihre Unsicherheit zu überwinden:

  • gemeinsames Vorlesen und darüber sprechen, damit Ihr Kind sich mündlich äußern lernt
  • gelegentlich das Telefonieren mit vertrauten Personen übernehmen
  • Teilnahme an Selbstbehauptungskursen, wie sie vielerorts Familienbildungsstätten anbieten

Viele Kinder profitieren zudem davon, ein Hobby auszuüben, das zu ihren Stärken passt. Ob Sport, Theater, Reiten oder Musizieren – das Erfolgserleben unterstützt die Entwicklung von Selbstvertrauen.

Vorbild sein

Sicherheit durch Orientierung

Wenn Sie selbst Schüchternheit kennen, fällt es oft leicht, sich in das eigene Kind hineinzuversetzen. Wichtig ist: Kinder erleben Sie als ständiges Vorbild. Wenn Sie Zuversicht und Gelassenheit ausstrahlen, wird sich dies positiv auf das Verhalten Ihres Kindes auswirken.

Wenn die Schüchternheit überhandnimmt

Professionelle Unterstützung nutzen

Wirkt die Schüchternheit Ihres Kindes sehr ausgeprägt oder beeinträchtigt sie seinen Alltag spürbar, sollten Sie dies mit dem Kinderarzt besprechen. Bei Bedarf können dort weiterführende Adressen vermittelt werden. Selbst bei bereits ausgeprägter sozialer Angst gibt es geeignete Fachleute, die Ihr Kind unterstützen und gemeinsam Strategien entwickeln.

Zuletzt geändert am 27.02.2026

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Themen:
Schüchtern
Verklemmt
Verhalten
Zurückgezogen
Angst
Selbstvertrauen
Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Alexandra von Plüskow-Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tätig. Dabei war sie u.a. zuständig für die Übergänge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterführende Schule. Seit März 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum Lüneburg.

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