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Pfingsten vielseitig entdecken

Ein Strauß rosa Pfingstrosen
Wissen und Bildung
© stock.adobe.com/malkovkosta
von Jörg Sauer

Es ist das nach Ostern und Weihnachten wichtigste Fest der christlichen Kirche. Ein vielfältiges Brauchtum bietet viele Möglichkeiten, das frühlingshafte Fest mit allen Sinnen zu erleben. Der nachfolgende Beitrag möchte Ihnen dazu einige Anregungen bieten.

Lesedauer:
4 min

Pfingsten – Ursprung und Bedeutung

Der deutsche Begriff „Pfingsten“ geht auf das griechische Wort „pentekoste“ zurück und bedeutet „der fünfzigste (Tag)“. Gemeint ist der 50. Tag nach Ostern, an dem – so berichtet die Apostelgeschichte – der Heilige Geist über die Jünger kam, als sie zum jüdischen Fest Schawuot in Jerusalem versammelt waren (Apg 2,1–41).
Dieser Moment gilt als Geburtsstunde der christlichen Kirche.

Das jüdische Fest Schawuot (hebr. „Wochen“)

  • wird am 50. Tag nach Pessach gefeiert,
  • ist ein Erntedankfest,
  • und ein Fest der Freude über Gottes Gaben.

Durch diese Verbindung wurde Pfingsten im Christentum zu einem Fest des Dankes, der Erneuerung und des Geistes.

Pfingsten als religiöses Fest

Pfingsten ist:

  • der Abschluss der Osterzeit,
  • und gleichzeitig ein eigenständiges Hochfest.

Gefiert wird das Kommen des Heiligen Geistes, den jeder Christ bei der Taufe empfängt. Nach dem Neuen Testament ist jeder Getaufte ein „Tempel des Heiligen Geistes“.

Das Pfingstwunder

Die Apostelgeschichte berichtet, dass die Jünger:

  • „in allen Sprachen sprechen“
  • und „alle Sprachen verstehen“ konnten.

Damit wird die babylonische Sprachverwirrung symbolisch aufgehoben. Pfingsten steht deshalb für:

  • Überwindung von Grenzen,
  • Gemeinschaft,
  • Vielfalt,
  • weltweite Verkündigung unabhängig von Nation, Herkunft oder Hautfarbe.

Pfingstbräuche – lebendige Traditionen

Viele Pfingstbräuche sind regional unterschiedlich, aber fast immer fröhlich, gemeinschaftsorientiert und naturverbunden. Einige von ihnen überschneiden sich mit Maibräuchen, da sie sehr eng beieinander liegen.

Pfingstmaien

„Maien“ stammt vom Monat Mai.
Die Birke symbolisiert:

  • Kraft,
  • Anmut,
  • Lebenswille,
  • Helligkeit.

Man schmückt:

  • Altäre,
  • das Haus der Geliebten,
  • oder Häuser hoch angesehener Personen
    mit frischem Grün, um Glück und Schutz zu erbitten.

Pfingstbaum

Oft eine Birke oder ein anderer hoher Baum.

  • Stamm wird geschält oder bemalt
  • mit Bändern, Kränzen und Fähnchen geschmückt
  • manchmal als Maibaum bekannt
    Historisch wurden Kletterwettbewerbe ausgetragen oder der Baum „gestohlen“, um ihn auszulösen.
    In Niedersachsen hat das Pfingstbaumpflanzen eine lange Tradition.

Pfingstochse

Wer an Pfingsten am längsten schläft, wird als Pfingstochse bezeichnet und früher mit humorvoller „Strafe“ durchs Dorf gefahren.
Heute meist ein lustiger Brauch unter Familien oder Freunden.

Pfingstbraut

Das weibliche Pendant zum Pfingstochsen.
Die „Letzte, die aufsteht“ erhält scherzhafte Sprüche oder kleine Aufgaben.

Pfingstkirmes

Ein buntes Fest mit Essen, Markständen und Fahrgeschäften – vielerorts fester Bestandteil des Pfingstwochenendes.

Pfingstfeuer

Traditionell insbesondere in Schlesien verbreitet.
Ziel:

  • Winter vertreiben,
  • böse Geister fernhalten,
  • Licht und Wärme feiern.

Pfingstwanderungen

Gemeinsam in die Natur – mit Freunden oder Familie. Ein klassischer, beliebter Brauch.

Pfingstrose (Paeonia officinalis)

Ihre Blütezeit fällt häufig in die Pfingsttage.
In der Legende heißt es, dass nach Jesu Tod die Dornen der Rosen einer Frau verschwanden – ein Zeichen göttlicher Verwandlung.
Symbolisch steht die Pfingstrose für:

  • mütterliche Liebe,
  • Geborgenheit,
  • Heilkraft und Trost.

Pfingsten – Tipps für zu Hause

Pfingstliches Schmücken

  • Birkenzweige schneiden
  • kleine Sträuße binden und mit Bändern verzieren
  • Frühlingsblumen arrangieren

Kreative Basteleien

  • Pfingstbesen binden
  • Pfingsttauben (Symbol des Heiligen Geistes) malen und ausschneiden
  • Huflattichblätter sammeln und traditionell vor die Tür legen

Pfingstforscher sein

  • Bedeutung des Pfingstfestes erkunden
  • Gedichte und Lieder zu Pfingsten lesen oder singen
  • Pfingstdatum der Vorjahre und kommenden Jahre berechnen
  • Orte der Apostelgeschichte auf der Karte suchen
  • Wetter- und Bauernregeln zu Pfingsten vergleichen
  • tägliche Wetterbeobachtungen protokollieren

Pfingsten verbindet Glaube, Geschichte, Natur und Gemeinschaft.
Mit Ritualen, Wanderungen, Basteleien und Gesprächen kann das Fest auch heute eine wunderbar bedeutungsvolle Zeit sein – für Kinder wie Erwachsene.

Bücher und weitere Linktipps zu Pfingsten

Quellen

  1. http://de.wikipedia.org/wiki/Pfingsten
  2. Die Welt der Bibel, 1. Sonderausgabe 1994, R. Brockhaus Verlag, Wuppertal, S.120
  3. http://de.wikipedia.org/wiki/Pfingsten
  4. ebd.
  5. Hausbuch der Feste und Bräuche, Südwest Verlag, München, 1993, Seite 228
  6. http://www.pfingstseiten.de/brauchtum/maien/home.html
  7. Hausbuch der Feste und Bräuche, Südwest Verlag, München, 1993, Seite 23 

Zuletzt geändert am 17.02.2026

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Über den Autor/die Autorin
Foto des lernando-Autors Jörg Sauer

Jörg Sauer ist ausgebildeter Grundschullehrer und unterrichtet seit über 20 Jahren an einer Schule. Neben der Lehrertätigkeit führte er in den vergangenen Jahren zahlreiche Weiterbildungen über die Nutzung von Neuen Medien im Unterricht durch.

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