Einsamkeit, Isolation, Quarantäne – Eine Herausforderung für Kinder
Einsamkeit, Isolation, Quarantäne – Eine Herausforderung für Kinder
Kinder sind keine Pandemietreiber, aber sehr viele Kinder müssen in Quarantäne. Kinder und Eltern erleben, dass bei einer Quarantäne Gefühle von Einsamkeit und Isolation verstärkt aufkommen: Eine große Herausforderung für Kinder.
Quarantäne und Kontaktreduktion: Warum Einsamkeit für Kinder so belastend ist
Quarantäne kann für Kinder bedeuten: Einsamkeit, Isolation, Langeweile, Angst vor Krankheit, Warten auf Testergebnisse sowie das Mitbekommen finanzieller Sorgen der Eltern. Diese emotionalen Belastungen sind oft schwer greifbar – und doch prägen sie den Alltag stark. Umso wichtiger ist es, über Einsamkeit zu sprechen und sich gut vorzubereiten.
Einsamkeit, Isolation und Geldsorgen: Eine doppelte Belastung fĂĽr Familien
Wenn Eltern ĂĽberfordert sind
Kommt ein Kind plötzlich in Quarantäne, müssen Eltern kurzfristig Betreuung organisieren. Das erzeugt Stress.
Kinder spüren diese Anspannung – manche ziehen sich dann still zurück und entwickeln Gefühle von Einsamkeit oder Isolation.
Finanzielle Belastungen verschärfen die Lage
Geldsorgen gehören zu den größten Belastungen im Familienleben. Gleichzeitig wird über finanzielle Schwierigkeiten selten offen gesprochen – das macht sie besonders einsam.
Hilfen wie:
- Kinderkrankengeld,
- Lohnfortzahlung oder
- Entschädigungen bei Betreuungspflicht
können Eltern entlasten. Wenn Kinder erleben, dass Probleme lösbar sind, können sie offener darüber sprechen. Gespräche sind das wichtigste Mittel gegen Isolation.
Vorbereitung hilft: Wie Kinder Quarantäne emotional besser bewältigen können
Kommunikation ist entscheidend
Häusliche Quarantäne fordert vor allem gute Kommunikation, um Einsamkeit abzufedern. Dazu gehört vor allem funktionierende Technik:
- Telefon
- Smartphone / Messenger
- ggf. Schulserver oder Videochat
Wichtig ist nicht Perfektion, sondern verlässlicher Kontakt.
Möglichkeiten für Austausch und Verbindung
Kinder können sich telefonisch oder per Messenger verabreden:
- Telefonate mit Großeltern (z. B. Einmaleins üben, Gedichte lernen, zusammen ein Lied singen)
- Gespräche mit Freunden
- Beten oder spirituelle Rituale am Telefon für gläubige Familien
- UnterstĂĽtzung durch Telefonseelsorge
Auch gemeinsame Aktivitäten im Haus helfen, Einsamkeit zu durchbrechen – abhängig von der gesundheitlichen Situation:
- Kochen
- Haustiere versorgen
- Lernzeiten strukturieren
- kleine SportĂĽbungen zu festen Zeiten
RĂĽckzug ist ebenfalls wichtig
Gerade Jugendliche brauchen Phasen der Ruhe. Wenn sie ĂĽberfordert sind, hilft die Nummer gegen Kummer als erste Anlaufstelle.
Lesen und Vorlesen – zum Beispiel mit Buchtipps der Stiftung Lesen – bieten die Chance, die Welt für einen Moment zu vergessen.
Möglichkeiten trotz Isolation: Was Kindern in Quarantäne hilft
Kinder sind auf Gemeinschaft angewiesen. Quarantäne kann daher hart sein – insbesondere, wenn Krankheitssorgen hinzukommen. Dennoch gibt es Möglichkeiten, Einsamkeit zu lindern.
Wichtig sind Dinge, die die „Seele satt machen“:
- LieblingsbĂĽcher
- Lieblingsmusik
- feste Telefon‑ oder Chatpartner*innen
- kleine Aufgaben
- vertraute Familienrituale
Hilfreiche Vorab-Fragen fĂĽr Familien
- Funktioniert die Technik (WLAN, Ladegeräte, Telefonnummern)?
- Wer kauft ein, wenn wir in Quarantäne sind?
- Habe ich Bücher oder Hörbücher bereit?
- Welche Spiele kann ich allein oder zu zweit spielen?
- Wen kann ich telefonisch kontaktieren?
Selbstbeschäftigung wieder lernen
Viele Erwachsene haben es verlernt, mit sich selbst etwas anzufangen – Kinder hatten kaum Gelegenheit, es zu lernen.
Die Pandemie zeigt: Selbstbeschäftigung ist eine wichtige Lebenskompetenz.
Gut vorbereitet bleibt Quarantäne zwar herausfordernd, doch Kinder können sie bewältigen – und daran wachsen.
Zuletzt geändert am 17.02.2026
Hildegard Dierks arbeitet seit vielen Jahren als Online-Autorin und Online-Redakteurin für verschiedene Zielgruppen, z.B. Eltern. Zu ihren Themenschwerpunkten zählen alle Themen rund um Grundschule, Fremdsprachenlernen, Musikerziehung, computergestütztes Lernen aber auch schulpolitische Themen.