Welche zweite Fremdsprache für mein Kind?
Welche zweite Fremdsprache für mein Kind?
In der Regel beginnt ab der sechsten Klasse der Unterricht in einer zweiten Fremdsprache. Welche das ist, kann von Schule zu Schule unterschiedlich sein. In vielen Fällen werden dann die Sprachen Latein, Französisch oder Spanisch angeboten. Welche zweite Fremdsprache eignet sich für Ihr Kind? Der folgende Fachbeitrag nennt erste Ansätze.
Bedeutung mehrerer Fremdsprachen
Sprachen gelten als Schlüssel zur Welt und eröffnen vielfältige Zugänge zu Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe. Bereits in der Grundschule beginnen Kinder heute mit der ersten Fremdsprache, meist Englisch. Das Erlernen einer zweiten Fremdsprache unterstützt den Aufbau erweiterter Fremdsprachenkenntnisse und fördert interkulturelle Kompetenzen. Wer sicher mit verschiedenen Sprachen umgehen kann, erweitert seine Möglichkeiten bei Ausbildungen, Studiengängen und späteren beruflichen Chancen – insbesondere in einem zunehmend internationalen Umfeld.
Auswahl der zweiten Fremdsprache
Frühzeitige Orientierung
Die Entscheidung für eine zweite Fremdsprache sollte idealerweise schon beim Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule berücksichtigt werden. Eltern können sich dabei informieren, welche Sprachen an der gewünschten Schule angeboten werden, wie die Sprachenfolge gestaltet ist und welche Fremdsprachenabschlüsse ihr Kind perspektivisch erreichen kann.
Latein oder eine lebende Fremdsprache?
An vielen Schulen können Kinder zwischen Latein und einer oder mehreren lebenden Fremdsprachen wählen. Im Lateinunterricht wird überwiegend auf Deutsch gesprochen, und die Sprache wird in den ersten Jahren meist über ein Lehrbuch vermittelt. Der Fokus liegt stark auf dem Verständnis sprachlicher Strukturen sowie dem Übersetzen. Diese analytischen Fähigkeiten unterstützen das spätere Erlernen weiterer Sprachen. Zusätzlich erwerben die Schülerinnen und Schüler Wissen über die römische Kultur und die antike Sagenwelt.
Entscheidungen zwischen Französisch und Spanisch
Für viele Kinder wirkt das Erlernen einer lebenden zweiten Fremdsprache besonders attraktiv. Dabei spielt das konkrete Angebot der Schule eine wichtige Rolle. Kenntnisse in Französisch oder Spanisch lassen sich im Rahmen von Schüleraustauschen, Praktika, Ausbildungen, Studiengängen und später im Berufsleben aktiv anwenden. Auch persönliche Interessen sind entscheidend: Welches Schriftbild spricht das Kind mehr an? Welche Reiseziele bieten Möglichkeiten zum praktischen Einsatz? Und wie wird die Sprache an der jeweiligen Schule gelebt, etwa durch Austauschprogramme oder Partnerschulen?
Unterstützung bei der Sprachwahl
Alltag und persönliche Erfahrungen nutzen
Eltern können ihr Kind schon im Grundschulalter spielerisch an mögliche zweite Fremdsprachen heranführen. Eine sanfte Annäherung gelingt zum Beispiel über:
- kurze Hörbeispiele oder Lieder in der jeweiligen Sprache
- einfache Begrüßungsformeln oder kleine Vokabeln von Sprecherinnen und Sprechern der Sprache
Auch Kinderreiseführer können Interesse an Land, Leuten und Sprache wecken. Für Latein bieten sich Bücher über das Alte Rom oder sogar Comics an.
Angebote der weiterführenden Schulen
Viele weiterführende Schulen organisieren Schnupperkurse oder Schnuppertage, an denen zukünftige Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Fremdsprachenangebote erhalten. Solche Formate helfen, ein Gefühl für die Sprache und Unterrichtsform zu entwickeln.
Mehrsprachigkeit als langfristiger Gewinn
Die Wahl der zweiten Fremdsprache erfordert Zeit und sollte bewusst vorbereitet werden. Unabhängig von der Entscheidung stellt das Erlernen mehrerer Sprachen immer einen wertvollen Beitrag zur Mehrsprachigkeit dar – und damit zu einer wichtigen Kompetenz für die Zukunft.
Material von lernando - eine kleine Auswahl
- Französisch:
- Spanisch:
- Alle Bücher und Trainer sortiert nach Schulfächern, so auch für sämtliche Fremdsprachen, finden Sie hier.
Zuletzt geändert am 27.02.2026
Alexandra von Plüskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tätig. Dabei war sie u.a. zuständig für die Übergänge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterführende Schule. Seit März 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum Lüneburg.