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Familie in der Krise: Wer hilft mir weiter? Das Beratungs-ABC

Foto von Kalender mit Termineintragung
Entwicklung und Erziehung
© JiSign - Fotolia.de
von Bettina Levecke

Unterhalt, Sorgerecht, Zukunftsplanung – wenn gemeinsame Wege getrennt werden müssen, fühlen sich die Betroffenen selbst häufig vollkommen überfordert. Elternratgeber.de zeigt eine Übersicht über das ABC der Beratungsmöglichkeiten.

Lesedauer:
3 min

Beratungs‑ABC bei Trennung und Scheidung

Welche Rechte habe ich? Welche Pflichten? Welche Lösungen sind realistisch?
Bei einer Scheidung tauchen viele Fragen auf – guter Rat muss dabei nicht automatisch teuer sein. Dieses Beratungs‑ABC hilft, schnell den Überblick zu behalten.


A wie Anwalt

Ein gerichtliches Scheidungsverfahren ist nur mit Anwalt möglich.
Man benötigt entweder:

  • zwei Anwälte, wenn beide Partner ihre eigenen Interessen vertreten lassen möchten, oder
  • einen Anwalt, wenn es eine einvernehmliche Scheidung gibt (der Anwalt vertritt dann die Partei, die den Antrag stellt).

Rechtsanwälte bieten zudem Scheidungsberatungen an, die über rechtliche Rahmenbedingungen und mögliche Lösungen informieren.
Kosten eines Erstgesprächs: ca. 190 Euro.


B wie Beratung fĂĽr Alleinerziehende

Wie geht es nach der Trennung weiter? Wie lebt man als alleinerziehender Elternteil?
Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e. V. bietet bundesweit Beratung, Austausch und Unterstützung.


C wie Coaching

Viele Betroffene fragen sich: „Was macht die Scheidung mit mir?“ oder „Wie gehe ich mit der neuen Lebenssituation um?“

Ein Coach begleitet Einzelpersonen oder Paare in dieser Phase. Coaching wird zwar häufig beruflich genutzt, ist aber auch im privaten Bereich sinnvoll. Da die Berufsbezeichnung nicht geschützt ist, sollte man unbedingt auf folgende Punkte achten:

  • anerkannte Ausbildung
  • Mitgliedschaft in Berufsverbänden
  • passende Zusatzqualifikationen

Eine Coach‑Datenbank mit Suche nach Schwerpunkt „Scheidung“ ist online verfügbar.


F wie Frauenberatungsstelle

Frauenberatungsstellen bieten kostenfreie Unterstützung für Frauen und Mädchen.
Ursprünglich für Gewaltbetroffene gedacht, decken sie heute ein breites Beratungsspektrum ab, u. a.:

  • Informationsabende zum Thema Scheidung
  • Gespräche mit Fachanwältinnen fĂĽr Familienrecht
  • UnterstĂĽtzung bei ersten Schritten nach der Trennung

Vor‑Ort‑Suche: www.frauen-gegen-gewalt.de


J wie Jugendamt

Das Jugendamt berät Eltern und Kinder kostenlos.
Fachkräfte (Sozialpädagogen, Psychologen) unterstützen bei:

  • Fragen zu Sorgerecht
  • Unterhaltsregelungen
  • Umgangsvereinbarungen
  • familiären Belastungen

Auch Kinder können dort über Sorgen, Ängste und Wünsche sprechen.
Im Mittelpunkt steht immer: Was ist die beste Lösung für das Kind?


L wie Lebensberatungsstellen

Lebens‑ und Familienberatungsstellen gibt es bei Kirche, Vereinen und gemeinnützigen Trägern.
Dort arbeiten meistens Psychologen oder Sozialpädagogen – häufig kostenfrei.

Wichtig: FrĂĽhzeitig Termin vereinbaren, da die Nachfrage hoch ist.


M wie Mediation

Bei einer Mediation entwickeln beide Partner – mit Hilfe eines neutralen Mediators – einen fairen Plan für die Zukunft.

Grundprinzipien der Mediation:

  • gewaltfreie Kommunikation
  • BedĂĽrfnisse und WĂĽnsche beider Seiten sichtbar machen
  • gemeinsame Lösungen finden
  • Entscheidungen im gegenseitigen Einvernehmen treffen

Kosten: ca. 60–80 Euro pro Stunde.


P wie Pro Familia

Pro Familia betreibt mehr als 170 Beratungsstellen bundesweit.
Das Angebot umfasst:

  • psychologische Beratung
  • ärztliche Beratung
  • rechtliche UnterstĂĽtzung bei Trennung & Scheidung
  • teilweise auch Mediation

Die Beratung ist kostenlos und unterliegt der Schweigepflicht.
Infos und Vor-Ort-Suche: www.profamilia.de


Zuletzt geändert am 13.02.2026

 

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Themen:
Krise
Beratung
Streit
Coaching
Familie
Partnerschaft
Ăśber den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Bettina Levecke

Bettina Levecke ist freie Journalistin aus der Nähe von Bremen. Ihre Themenschwerpunkte sind Gesundheit, Familie und Nachhaltigkeit.

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