Benimmregeln im Umgang mit dem Smartphone
Benimmregeln im Umgang mit dem Smartphone
Smartphones sind heute aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, obwohl sie noch gar nicht so lange ein Bestandteil des täglichen Lebens sind. Noch nicht lange genug, so scheint es, als dass sich klare und unumstößliche Regeln im Umgang damit schon hätten fest etablieren können.
Benimmregeln im Umgang mit dem Smartphone
Viele Normen der Etikette sind selbstverständlich verinnerlicht, etwa Höflichkeit, Respekt und Rücksichtnahme. Zwischenmenschliche Beziehungen gelingen nur, wenn alle Beteiligten im Umgang miteinander bestimmte Regeln einhalten. Im Alltag achten wir darauf beispielsweise bei Tischmanieren: Man isst mit Messer und Gabel, Geräusche wie Rülpsen und Schmatzen werden vermieden.
Beim Umgang mit mobilen Endgeräten scheinen diese Grundregeln jedoch oft außer Kraft gesetzt. Handys liegen beim Essen auf dem Tisch, der Besitzer schaut ungeniert auf eingehende Nachrichten, und nicht selten gehen Erwachsene mit schlechtem Beispiel voran. Hier sind alle gefordert: Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrer sollten ihr Verhalten regelmäßig reflektieren und Vorbild sein.
Respekt, Diskretion und Rücksichtnahme
Wer mit anderen zusammen ist, sollte ihnen ungeteilte Aufmerksamkeit schenken. Das sogenannte „Phubbing“ – permanente Handy-Nutzung – vermittelt den Anwesenden das Gefühl, dass sie weniger wichtig sind, und gilt als unhöflich. Deshalb sollte das Smartphone beim Essen stumm und unsichtbar bleiben. Dringende Anrufe können vorher angekündigt und an einem anderen Ort entgegengenommen werden. Dabei gilt: Nur einen angemessenen Zeitraum auf andere warten lassen und nicht laut in der Anwesenheit Dritter telefonieren.
Auch an Orten wie Kirchen, Friedhöfen oder ähnlichen öffentlichen Räumen versteht es sich von selbst, dass Handy-Nutzung tabu ist. Generell gilt: Wer telefoniert, sollte Abstand zu anderen halten und Klingeltöne so einstellen, dass sie niemanden stören.
Smombies und Stalker
Neben dem Telefonieren gibt es weitere problematische Verhaltensweisen. Smombies – Menschen, die ständig auf ihr Display starren – nehmen ihre Umgebung kaum noch wahr. Sie gefährden sich selbst und andere, etwa beim Überqueren von Straßen oder durch Zusammenstöße mit Radfahrern. Das wirkliche Leben hat stets Vorrang.
Auch jene, die neugierig auf das Smartphone anderer schauen, überschreiten Grenzen: Sie verletzen die Privatsphäre, die selbstverständlich respektiert werden muss. Selbst wenn jemand sein Gerät für ein Foto weitergibt, berechtigt das nicht dazu, andere Inhalte anzusehen. Sämtliche Daten auf einem Smartphone sind absolute Privatsache.
Fotofallen und Nachrichten
Fotografieren und Teilen erfolgt heute häufiger denn je, oft ungefragt und sofort. Wenn vorher keine Erlaubnis eingeholt wird, handelt es sich um grenzüberschreitendes Verhalten und möglicherweise eine strafbare Verletzung von Persönlichkeitsrechten. Selbst wenn das Fotografieren geduldet wird, möchten manche Personen nicht sofort erkannt oder markiert werden.
Auch im Nachrichtenaustausch gilt es, Konflikte zu vermeiden: Eintreffende Nachrichten sollten zeitnah beantwortet oder zumindest kurz rückgemeldet werden. Ungeduldiges Drängeln oder unüberlegte Antworten sind ebenso unhöflich wie in der realen Welt.
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Vor dem Absenden kurz überlegen, ob die Nachricht für Dritte einsehbar sein könnte.
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Die Privatsphäre anderer wahren, persönliche Inhalte diskret behandeln.
Fazit: Vorbildfunktion und freiwillige Selbstkontrolle
Fertigkeiten im Umgang mit dem Smartphone sind nicht angeboren, sondern müssen wie andere Benimm-Regeln erlernt werden. Das gelingt durch die Gewöhnung an Normen in Familie und Schule sowie durch das Vorbildverhalten Erwachsener. Wenn Erwachsene rund um die Uhr beim Essen oder in der Familienzeit permanent aufs Handy schauen, wird es nahezu unmöglich, Kindern einen respektvollen Umgang zu vermitteln.
Dazu gehört auch eine einfache, aber wirkungsvolle Regel: Keine Nachrichten verschicken, die man selbst der Mutter, dem Chef oder Lehrer nicht zeigen würde. Grundsätzlich gilt, dass man die Privatsphäre anderer wahrt, diskret mit persönlichen Angelegenheiten umgeht und stets respektvoll und rücksichtsvoll agiert. Letztlich gilt: Für das Smartphone gelten die gleichen Regeln wie für das reale Leben.
Links
Benimmregeln für das Smartphone
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Zuletzt geändert am 17.02.2026
Christine Kammerer, Politologin M. A., Heilpraktikerin (Psychotherapie), freie Journalistin und Trainerin. Berufliche Stationen: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Bundeszentrale für politische Bildung, Deutscher Kinderschutzbund.