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Zeugnisse im Übergang von der Grundschule zu weiterführenden Schule - So gelingt der Übergang nachhaltig

Mädchen schreibt Formel auf Kreidetafel
Wissen und Bildung
© detailblick-foto - Fotolia.com
von Alexandra von Plüskow - Kaminski

Januar - die Zeit vor den Halbjahreszeugnissen läuft wieder. Und damit für einige Kinder und ihre Familien die Zeit vor dem Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule. Worauf sollten Eltern in dieser Zeit achten - und wo können sie sich mit Blick auf den Übergang informieren? Der folgende Beitrag nennt die zentralen Punkte.

Lesedauer:
3 min

Übergänge im Bildungssystem

Übergänge prägen Bildungsbiografien und begleiten Kinder von den ersten Lebensjahren an – vom Wechsel aus der Familie in Krippe oder Kita bis hin zum Übergang in Ausbildung, Studium oder Beruf. Eine besonders zentrale Rolle spielen jedoch die Übergänge zwischen Kita und Grundschule sowie zwischen Grundschule und weiterführender Schule.

Die Grundschule versteht sich laut den Empfehlungen zur Arbeit in der Grundschule der Kultusministerkonferenz (KMK, Fassung vom 11.06.2015) als Teil eines durchgängigen Bildungssystems. Sie begleitet Kinder aktiv beim Schritt in die nächste Schulform. Damit dieser Übergang gelingt, sind sowohl die Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit den Eltern als auch Kooperationen zwischen Grundschulen und weiterführenden Schulen wesentlich.

Die KMK sieht hierfür verbindliche Kooperations- und Übergabekonzepte vor, die einen Zeitraum vor und nach dem Übertritt einschließen und individuelle Begleitung ermöglichen.

Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus

Bedeutung der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft

Eine stabile Partnerschaft zwischen Elternhaus und Grundschule umfasst weit mehr als Gespräche kurz vor der Zeugnisvergabe. Entscheidend ist eine regelmäßige, individuell ausgerichtete Beratung, die den Lernweg des Kindes in den Mittelpunkt stellt. Dazu gehören Informationsabende zum Übergang sowie Materialien, die unterschiedliche Schulformen erläutern.

Die Schulgesetze der Länder sehen verpflichtende Einzelberatungen vor, die frühzeitig vor dem zweiten Schulhalbjahr stattfinden. So bleibt ausreichend Zeit, um Kinder gezielt zu fördern und zu fordern. Eltern sollten sich bei der Lehrkraft über die gültigen Übergangsregelungen ihres Bundeslandes informieren und dabei besonders auf Fristen und Anmeldeformalitäten achten.

Detaillierte Informationen bieten zudem die jeweiligen Kultusministerien unter:
https://www.bildungsserver.de

Bedeutung der Leistungsrückmeldungen

Das Zeugnis spielt in allen Bundesländern eine zentrale Rolle für den Übergang. Ein gemeinsames Gespräch zwischen Lehrkraft, Eltern und – wenn möglich – dem Kind hilft einzuschätzen:

  • Welche Stärken das Kind zeigt
  • Welche Inhalte noch gezielt aufgearbeitet werden sollten

Ob unterstützende Maßnahmen wie eine kurzfristige Nachhilfe sinnvoll sind, sollte gemeinsam überlegt werden, um den Übergang gut vorzubereiten.

Unterschiedliche Rahmenbedingungen in den Bundesländern

Die Ausgestaltung des Übergangs variiert erheblich. In den meisten Bundesländern findet der Wechsel nach der vierten Jahrgangsstufe statt, während beispielsweise in Berlin der Übergang erst nach der sechsten Klasse erfolgt.

Auch das Verfahren zur Schulwahl unterscheidet sich:
In vielen Ländern existieren Schullaufbahnempfehlungen, jedoch wird häufig der Elternwille berücksichtigt. In Niedersachsen etwa entscheiden die Eltern über die Schulform, wohingegen in Bayern die Gesamtdurchschnittsnote aus Deutsch, Mathematik sowie Heimat- und Sachunterricht eine wichtige Rolle spielt. Dieses Ergebnis bestimmt, ob ein Kind direkt eine Schulart besuchen kann oder ob ein Probeunterricht sinnvoll ist.

Weitere Informationen zu den bayerischen Regelungen:
https://www.km.bayern.de/ministerium/termine/schulen-einschreibung-anmeldung-pruefungen.html

Kriterien für die Schulwahl

Eine gelungene Schulwahl richtet sich immer nach dem Kind und seinem individuellen Lernweg. Neben Gesprächen mit der Schule sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:

Welche Fächer dem Kind Freude bereiten, ob Interesse an einer zweiten Fremdsprache besteht, welches Ganztagsangebot zur familiären Situation passt und wie viel Unterstützung bei Hausaufgaben oder Vorbereitung auf Klassenarbeiten benötigt wird. Ebenso wichtig ist der Wunsch des Kindes selbst – und die Gründe dahinter.

Die Kombination dieser Faktoren hilft, Schritt für Schritt die passende weiterführende Schule auszuwählen.

Zuletzt geändert am 27.02.2026

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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Alexandra von Plüskow-Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tätig. Dabei war sie u.a. zuständig für die Übergänge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterführende Schule. Seit März 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum Lüneburg.

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