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Bewegung macht stark – Kinder richtig fördern

Rennende Kinder im Freien
Freizeit und Erholung
© Christian Schwier - Fotolia.com
von Ulrike Lindner

Laufen, Klettern, Toben, Springen – Bewegung ist fĂŒr Kinder das NatĂŒrlichste der Welt. Vom Babyalter an lieben die meisten es, in Aktion zu sein. Sobald die Kleinsten gelernt haben, auf zwei Beinen die Welt zu erkunden, haben Eltern oft ihre liebe MĂŒhe, den Nachwuchs nicht aus den Augen zu verlieren, so groß ist der Drang sich zu bewegen.

Lesedauer:
5 min

Bewegungsmangel bei Kindern

Doch je Ă€lter Kinder werden, desto weniger beweglich sind sie. Eine schottische Studie zeigt, dass DreijĂ€hrige etwa 75 % ihrer Zeit sitzend verbringen. Nur rund zwei Prozent entfĂ€llt auf intensive Bewegung.

Auch in Deutschland ist die Situation Àhnlich: Zwar bewegen sich Kinder und Jugendliche heute etwas mehr als noch vor einigen Jahren, doch die empfohlene Menge an tÀglicher Bewegung wird weiterhin von den meisten nicht erreicht.

Bewegung im Alltag fehlt

Experten kritisieren, dass Kindern vor allem die alltĂ€gliche Bewegung fehlt. Zwar sind viele Kinder in Sportvereinen aktiv – im Grundschulalter sogar rund 80 % – oder gehen als Jugendliche ins Fitnesscenter. Dennoch erreichen nur wenige die empfohlenen 60 Minuten Bewegung pro Tag.


Warum Bewegung so wichtig ist

Bewegung ist ein SchlĂŒsselfaktor fĂŒr gesunde Entwicklung – körperlich wie geistig. Spielen und Toben trainieren:

  • Herz und Kreislauf

  • Stoffwechsel

  • Atemleistung und Ausdauer

  • Muskeln und Haltung

  • KnochenstĂ€rke

  • Gleichgewicht, Koordination und Geschicklichkeit

  • Wahrnehmung und Sinnesorgane

Bewegung fördert Lernen und Denken

Körperliche AktivitĂ€t unterstĂŒtzt auch die Gehirnentwicklung:

  • Bewegungsreize fördern Nervenverbindungen und Vernetzungen im Gehirn

  • Feinmotorik und Sprachentwicklung hĂ€ngen eng zusammen; mangelnde Bewegung kann sich auf Sprache auswirken

  • RĂ€umliches Vorstellungsvermögen, wichtig fĂŒr mathematisches VerstĂ€ndnis, profitiert von Bewegung

  • Kinder erfahren die Umwelt durch eigenes Handeln, z. B. rennen, werfen oder balancieren, und sammeln physikalische Grunderfahrungen

DarĂŒber hinaus stĂ€rkt Bewegung die KonzentrationsfĂ€higkeit und vermittelt soziale Kompetenzen („Soft Skills“) wie Fairness, Ausdauer, Regeln einhalten und RĂŒcksichtnahme.

Bewegungsförderung wird vernachlÀssigt

WĂ€hrend Sprach- und Mathematikförderung oft im Fokus stehen, kommt Bewegungsförderung hĂ€ufig zu kurz. Ausnahme sind ĂŒbergewichtige oder kranke Kinder, die bereits gesundheitliche Risiken wie Bluthochdruck oder Diabetes haben.


So lÀsst sich Bewegung fördern

Bewegung sollte tĂ€glich fĂŒr alle Kinder auf dem Plan stehen. Tipps fĂŒr Eltern:

  • Mit gutem Beispiel vorangehen: Wer selbst aktiv ist, motiviert Kinder automatisch

  • Schlechtes Wetter ist kein Hindernis: Gummistiefel, MĂŒtze und Kapuze machen PfĂŒtzen, Regen und kĂŒhle Luft zum Erlebnis

  • AlltagsaktivitĂ€ten einbinden: Kinder frĂŒh beim Zimmer aufrĂ€umen, MĂŒll runterbringen, Treppen steigen oder Einkaufen einbeziehen

  • Freizeit aktiv gestalten: Schwimmen, Ballspiele, HĂŒpf- oder Fangspiele, Klettern, Radfahren oder Rollerfahren

  • Umfeld kreativ gestalten: Stöcke, Kartons oder alte Töpfe können Spielideen im Freien fördern; drinnen helfen Matratzen, Sofas, Decken und Verkleidungsmaterial

  • Zeitliche FreirĂ€ume schaffen: Kinder brauchen ungestörte Phasen fĂŒr freie Bewegung

  • Gelassenheit und Vertrauen: Kinder mĂŒssen selbst Erfahrungen machen, auch mit StĂŒrzen, um Risiken einzuschĂ€tzen

  • Bildschirmzeit begrenzen:

    • Unter 6 Jahren: maximal 30 Minuten tĂ€glich

    • 6–12 Jahre: maximal 1 Stunde

    • Ab 12 Jahren: maximal 2 Stunden


Zuletzt geÀndert am 17.02.2026

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Themen:
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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Ulrike Lindner

Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der KĂŒnste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.

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