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Brieffreundschaften

- Freundschaft in Worten

Foto einer roten Postbox mit Briefen
Freizeit und Erholung
© biosurf - iStockphoto.com
von Alexandra von Plüskow - Kaminski

Erinnern Sie sich noch an das Gefühl, wenn in der Kindheit ein Brief für Sie ankam? Es war jedes Mal aufregend, den Umschlag zu öffnen, vorsichtig oder ungeduldig. Und genauso spannend war es, das, was einem geschrieben wurde, zu lesen. Ebenso ging es natürlich den Empfängerinnen und Empfängern Ihrer Post. Alles hinfällig in Zeiten der E-Mails, SMS oder sonstigen Nachrichtenplattformen? Warum Brieffreundschaften auch in unserer schnelllebigen Zeit sinnvoll sind, lesen Sie hier.

Lesedauer:
4 min

Briefe – eine alte Form der Kommunikation

Schon im alten Ägypten verfassten Menschen Briefe auf Papyrus. Ein Brief ist grundsätzlich eine schriftlich festgehaltene Nachricht, die ein Sender an einen Empfänger richtet – meist auf Papier und oft durch einen Boten überbracht.

Neben persönlichen Briefen gibt es:

  • amtliche Briefe (z. B. Schreiben von Behörden)
  • öffentliche Briefe (z. B. Leserbriefe, offene Briefe)
  • literarische Briefe

Seit den 1990er‑Jahren werden klassische Papierbriefe zunehmend durch elektronische Nachrichten ergänzt oder ersetzt.


Brieffreundschaften für Kinder

Warum sie heute wichtiger sind denn je

Kinder bewegen sich heute in einer Kommunikationswelt, die von schnellen, kurzen Nachrichten geprägt ist:
E‑Mails, SMS, Chats, Abkürzungen, Emojis. Tiefere Gespräche oder längere Texte werden seltener.

Eine Brieffreundschaft dagegen bietet Kindern etwas Einzigartiges:

  • einen persönlichen, entschleunigten Austausch
  • Entwicklung von Empathie und sozialem Miteinander
  • das Gefühl, eine Beziehung über Distanz aufzubauen

Briefe brauchen Zeit – und genau das macht ihren Wert aus. Kinder lernen:

  • sorgfältig zu schreiben
  • sich auszudrücken
  • Verantwortung für eine Nachricht zu übernehmen
  • Werkzeug wie Briefpapier, Stifte, Füller oder Stempel zu nutzen

Nebenbei trainieren sie:

  • Feinmotorik
  • Handschrift
  • Textaufbau

Und: Das Briefeschreiben ist in allen Grundschullehrplänen verankert.
Findet ein Kind zudem einen Brieffreund aus einem anderen Kulturkreis, sammelt es wertvolle interkulturelle Erfahrungen.


Wie findet man eine Brieffreundschaft?

Sichere und persönliche Wege

Der einfachste Startpunkt ist das direkte Umfeld:

  • im Bekanntenkreis nach gleichaltrigen Kindern fragen
  • über Eltern anderer Kinder nach passenden Partnern suchen
  • eine Klassen‑Brieffreundschaft anregen
  • über Partnerstädte oder ‑gemeinden Kontakt herstellen

Wenn ein persönliches Treffen irgendwann möglich sein soll, ist geografische Nähe praktisch.

Brieffreundschaften im Internet

Es gibt Online‑Plattformen für Brieffreundschaften.
Hier gilt jedoch besondere Vorsicht – vor allem bei Kindern.

Der sicherste Weg bleibt immer ein Kontakt, der über Erwachsene begleitet wird und für alle transparent ist.


Der erste Brief – ein besonderer Moment

Ist ein Brieffreund gefunden, beginnt der spannendste Teil: das Schreiben des ersten Briefes.
Er dient dazu, sich kennenzulernen und ein freundliches Bild zu vermitteln.

Themen, über die Kinder schreiben können:

  • Wo und mit wem sie wohnen
  • Freunde und Familie
  • wie ihre Schule ist
  • welche Hobbys sie haben
  • besondere Interessen oder Eigenschaften

Schön ist es, wenn der Brief durch Fotos ergänzt wird – das schafft Nähe und Verbindung.


Briefe, die hin und her gehen

Bald entsteht ein regelmäßiger Austausch. Kinder lernen dabei:

  • persönlich zu formulieren
  • Fragen zu beantworten und selbst zu stellen
  • Briefformen einzuhalten (Datum, Anrede, Grußformel)
  • Briefe korrekt zu adressieren und zu frankieren

Brieffreundschaften wirken wie ein Gegengewicht zur schnellen Kommunikation unserer Zeit. Sie laden dazu ein, sich auf eine Person einzulassen, aufmerksam zu antworten und verbindlich zu bleiben.

Und sie bieten immer wieder diesen kleinen, besonderen Moment:
der Augenblick, in dem ein neuer Brief geöffnet wird.

Zuletzt geändert am 11.02.2026

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Themen:
Briefe
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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Alexandra von Plüskow-Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tätig. Dabei war sie u.a. zuständig für die Übergänge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterführende Schule. Seit März 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum Lüneburg.

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