Konzentration steigern – Aber wie?
Konzentration steigern – Aber wie?
Wenn wir konzentriert sind, fokussieren wir unsere Aufmerksamkeit auf eine Sache. Wir bemühen uns bewusst und intensiv um etwas. In der Schule benötigen sowohl Lehrer als auch Schüler eine gute Konzentration für die Bewältigung ihrer Aufgaben. Eine gute Konzentration kommt uns anscheinend immer häufiger abhanden. Wir müssen uns um sie bemühen.
Konzentrationsfähigkeit – eine unverzichtbare Sekundärtugend
Wie Motivation und Disziplin gehört auch die Konzentrationsfähigkeit zu den wichtigsten Voraussetzungen erfolgreichen Lernens. Sie beeinflusst, wie gut Schülerinnen und Schüler Aufgaben verstehen, bearbeiten und behalten.
Wie zeigt sich Konzentrationsmangel?
Konzentrationsprobleme fallen häufig durch typische Verhaltensweisen auf. Viele Kinder:
- machen gehäuft Flüchtigkeitsfehler,
- wirken geistig abwesend,
- lassen sich ständig ablenken, obwohl sie das nicht möchten.
Sie langweilen sich schnell, stören den Unterricht oder merken sich Inhalte schlecht. Natürlich gibt es bei jedem Kind Phasen geringerer Konzentration – problematisch wird es erst, wenn diese Muster dauerhaft auftreten und Lernfortschritte behindern.
Medienkonsum als Ursache fĂĽr MĂĽdigkeit und Zerstreutheit
Viele Kinder verbringen lange Zeit vor Screens – und schlafen dadurch später ein. Besonders kritisch wird es, wenn:
- Fernseher und Smartphone im Schlafzimmer bleiben,
- kleine Lichtquellen den Schlaf stören,
- Bewegung am Tag fehlt und Kinder abends nicht mĂĽde werden.
Grundschulkinder benötigen rund 9–11 Stunden Schlaf. Fehlt dieser, leidet die Konzentrationsfähigkeit spürbar. Reduzierter Medienkonsum und ein medienfreies Schlafzimmer fördern einen erholsamen Schlaf.
Ernährung und Flüssigkeit: unterschätzte Faktoren
Gesunde Ernährung unterstützt die kognitive Leistungsfähigkeit. Schulessen sollte vitaminreich und eher fett‑/zuckerarm sein. Besonders wichtig ist ausreichendes Trinken.
Sinnvolle MaĂźnahmen sind zum Beispiel:
- Trinkwasserangebote in der Schule, etwa durch Trinkbrunnen,
- eine kulturell akzeptierte Trinkerlaubnis während des Unterrichts,
- das Mitbringen eigener Wasserflaschen.
Kinder benötigen je nach Alter 1,2–1,5 Liter Wasser täglich – mehr bei Hitze oder Sport. Flüssigkeitsmangel mindert die Konzentration bereits bevor ein Durstgefühl entsteht.
Konzentrationsprobleme durch StofffĂĽlle und Zeitdruck
Sich zu konzentrieren bedeutet auch, Wesentliches auszuwählen. Wenn Lerninhalte zu umfangreich sind und zu schnell durchgearbeitet werden müssen, kann sich kaum eine tiefe Konzentration entwickeln. Das G8‑Abitur verdeutlichte diese Problematik: Lernstoff wurde komprimiert, ohne die Inhalte anzupassen. Deshalb kehren viele Bundesländer zu G9 zurück, um Lernstress zu reduzieren.
Bewegung – ein natürlicher Motor für Konzentration
Viele Kinder bewegen sich kaum: lange Schulwege im Bus, Sitzen im Unterricht, Sitzen bei Hausaufgaben und Medienzeit. Dabei steigert Bewegung:
- die Sauerstoffversorgung des Gehirns,
- die Wachheit und Motivation,
- die mentale Belastbarkeit.
Schulsport, AGs oder kurze Bewegungsphasen während des Unterrichts – besonders in der Grundschule – erhöhen die Konzentrationsfähigkeit deutlich.
Ăśbungen fĂĽr bessere Konzentration
Zwischen 9 und 11 Uhr vormittags erreichen viele Kinder ihre natürliche Konzentrationsspitze. Am Nachmittag braucht es zusätzliche Impulse. Besonders hilfreich sind:
- kurze sportliche Aktivierungen,
- bewusste AtemĂĽbungen,
- guter Kontakt zwischen Lehrkraft und Lernenden (Blickkontakt, Namensnennung).
Atemübungen steigern den Sauerstoffgehalt im Blut und fördern ruhige Wachheit – eine wichtige Basis für konzentriertes Arbeiten.
Kommentar: Konzentrationsmangel hat viele Ursachen
Schlechte Konzentration entsteht selten allein. Neben Schlafmangel, Bewegungsarmut oder Medienkonsum spielen oft körperliche Erkrankungen wie Schilddrüsenprobleme, Diabetes oder Allergien eine Rolle. Auch die Pubertät mit ihrem „Gehirnumbau“ kann zeitweise starke Konzentrationsschwächen hervorrufen.
Ebenso zeigt sich manchmal: Das eigentliche Problem ist nicht die Konzentration, sondern mangelnder Lerneifer oder ein ungeeignetes Lernniveau. Deshalb sollten länger anhaltende Konzentrationsschwierigkeiten immer ganzheitlich betrachtet werden – medizinisch und pädagogisch.
Link- und Buchtipps
Buchtipp
Vogel, H. und M. Junge LĂśK: Konzentration 1: fĂĽr alle Grundschulkinder Westermann Lernspiel Verlag 2003
Linktipp
Initiative der Mineralwasserindustrie „Trinken im Unterricht“
www.trinken-im-Unterricht.de
Zuletzt geändert am 17.02.2026
Hildegard Dierks arbeitet seit vielen Jahren als Online-Autorin und Online-Redakteurin für verschiedene Zielgruppen, z.B. Eltern. Zu ihren Themenschwerpunkten zählen alle Themen rund um Grundschule, Fremdsprachenlernen, Musikerziehung, computergestütztes Lernen aber auch schulpolitische Themen.