Eltern in der Schule - Grenzen und Chancen
Eltern in der Schule - Grenzen und Chancen
Obwohl allen Beteiligten bewusst ist, dass Zusammenarbeit zwischen Familien und Schulen wichtig ist, findet diese in der Praxis eher selten statt. Dabei klingen die Expertentipps nicht kompliziert:
Elternarbeit: Ein Schlüssel für schulischen Erfolg
Ob Kinder eine erfolgreiche Bildungslaufbahn absolvieren, hängt nicht allein von ihren intellektuellen Fähigkeiten ab. Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist das Elternhaus. Studien zeigen, dass die Unterstützung durch Eltern maßgeblich dazu beiträgt, wie gut Kinder in der Schule abschneiden.
Damit Eltern aktiv eingebunden werden und die schulische Entwicklung ihrer Kinder begleiten können, haben Wissenschaftler, Bildungspolitiker und Praktiker Empfehlungen für eine erfolgreiche Elternarbeit zusammengestellt.
1. Bessere Kommunikation
Die ideale Kommunikation zwischen Schule und Eltern sollte regelmäßig erfolgen, nicht erst bei Problemen. E-Mail, Newsletter oder die Schulwebsite bieten einfache Möglichkeiten, den Kontakt zu pflegen. Schon beim Schuleintritt sollten Eltern alle wichtigen Kontaktdaten, Ansprechpartner und Informationen in einer Broschüre oder vergleichbaren Form erhalten.
2. Eltern aktiv teilhaben lassen
Vertrauen wächst, wenn Eltern selbst in der Schule aktiv werden. Schulen sollten zu Beginn des Schuljahres über Mitwirkungsmöglichkeiten informieren und Eltern ermutigen, diese wahrzunehmen:
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Rechtlich vorgesehene Ämter wie Elternvertreter, Klassen- und Schulkonferenz-Vertreter
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Hospitationen und Teilnahme an Projekten
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Gemeinsame Fortbildungen oder Workshops
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Nutzung von Bibliothek, Computerräumen oder Sporthallen
Diese Maßnahmen stärken das Vertrauen und fördern die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule.
3. Ein Klima des Willkommens schaffen
Schulen sollten Eltern zeigen, dass sie willkommen sind – beispielsweise durch:
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Mehrsprachige Hinweisschilder
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Schulungen des Kollegiums in Gesprächsführung und Kommunikationskompetenz
Das Schulkonzept sollte Elternbeteiligung ausdrücklich verankern. Angebote für Eltern sollten regelmäßig bewertet und ausgebaut werden.
Aktuelle Situation und Entwicklungspotenzial
Laut einer Studie der Vodafone Stiftung bieten Grundschulen bereits vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten:
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Information über das Schulkonzept
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Einblick in den Lernfortschritt der Kinder
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Mitwirkung in der Schule
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Teilnahme an Entscheidungsprozessen (z. B. als Elternsprecher)
Ausbaufähig sind dagegen Angebote, die Eltern beim Lernen zu Hause unterstützen, besonders für Familien mit Migrationshintergrund oder aus bildungsfernen Schichten. Weitere Möglichkeiten der Beteiligung:
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Hospitationen im Unterricht
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Teilnahme an Schülerpräsentationen und Vorführungen
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Portfolioarbeit zur besseren Leistungsübersicht
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Elterntreffpunkte in der Schule
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Mitwirkung bei der Entwicklung von Lernmaterialien
Grenzen der Elternarbeit
Elternarbeit hat klare Grenzen: Die Schule und das Elternhaus haben unterschiedliche Rollen und Interessen. Während Eltern in erster Linie am Wohlergehen ihres Kindes interessiert sind, hat der Lehrer die ganze Klasse im Blick.
Zudem erfordert Elternarbeit Ressourcen und Engagement von beiden Seiten. Sie sollte daher im Schulkonzept verankert sein und den Eltern klar kommuniziert werden. Nicht alle Eltern werden sich beteiligen – diejenigen, die es tun, können jedoch entscheidend dazu beitragen, die Zusammenarbeit zwischen Schule und Familie zu verbessern.
Zuletzt geändert am 17.02.2026
Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.