Kinder und Medien
Kinder und Medien
Computer, Internet, Fernsehen, Radio und Zeitungen und Zeitschriften in jeglicher Form: Sie alle gehören heute nicht nur zum Erwachsenenleben, sondern auch schon zur Kindheit wie selbstverständlich dazu. Wie aber können Kinder auf den richtigen Umgang mit Medien vorbereitet werden?
Allgegenwärtige Medien
Computer, Internet, Fernsehen, Radio, Zeitungen und Zeitschriften gehören heute selbstverständlich zur Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Medien können rund um die Uhr genutzt werden – auf unterschiedlichsten Kanälen. In vielen Kinderzimmern gehören Fernseher, Computer und Spielkonsolen längst zur Standardausstattung.
Während das Fernsehen schon lange eigene Kindersendungen anbietet, ziehen immer mehr Zeitungen nach und veröffentlichen spezielle Kinderseiten – u. a. Die Zeit, die Süddeutsche Zeitung oder lokale Blätter wie die Schweriner Volkszeitung.
Auch das Internet wächst rasant: Soziale Netzwerke, Chats, Foren und kinderfreundliche Portale richten sich gezielt an junge Nutzerinnen und Nutzer.
Diese Entwicklungen machen deutlich, dass Kinder mehr denn je als Medienkonsumenten wahrgenommen werden – und immer intensiveren Medieninhalten begegnen.
Medien in der Kritik
Vor allem Fernsehen und Internet stehen in Bezug auf Kinder immer wieder im Mittelpunkt der Kritik.
Warum gerade diese Medien?
Weil sie:
- von Kindern am häufigsten genutzt werden
- besonders vielfältige und teils ungefilterte Inhalte bieten
- Inhalte bereitstellen, die nicht fĂĽr Kinder bestimmt sind
Das Internet ist in dieser Hinsicht ein nahezu grenzenloser Raum – voller Chancen, aber auch voller Risiken.
Medienkritik: Neil Postman
Der Medienwissenschaftler Neil Postman warnte ĂĽber Jahrzehnte vor den Gefahren des Fernsehens:
- zu starke Bilderflut
- sinkende Aufmerksamkeitsspanne
- gefährdete Urteilskraft
- Boulevardisierung von Inhalten
Diese Aspekte sind besonders fĂĽr Kinder relevant, die noch keine ausgereiften Filtermechanismen besitzen.
Medienkompetenz – was ist das?
Medienkompetenz bedeutet:
- Medien sinnvoll nutzen, um eigene Ziele zu erreichen
- Informationen auswählen, bewerten, einordnen
- sich in der Flut von Nachrichten und Bildern zurechtfinden
- Inhalte kritisch hinterfragen
- Risiken erkennen (Datenschutz, Manipulation, Werbung)
Medienkompetenz ist damit eine zentrale Fähigkeit für eine bewusste, sichere und selbstständige Lebensführung.
Wie kann man Kindern Medienkompetenz vermitteln?
Die Verantwortung beginnt im Elternhaus:
- Kinder nutzen Medien meist vor der Einschulung und häufig unbegleitet zu Hause.
- Eltern (und später auch Lehrer) sollten erklären, wie, warum und wozu Medien genutzt werden.
- Der Umgang sollte schrittweise und altersgerecht erfolgen – spielerisch bei jüngeren Kindern, kritisch-reflektierend bei älteren.
Wichtige Fragen:
- Wo finde ich verlässliche Informationen?
- Wie erkenne ich manipulierte oder unseriöse Inhalte?
- Wie gehe ich verantwortungsvoll mit persönlichen Daten um?
Tipps fĂĽr den Umgang mit Fernsehen und Internet
Fernsehen
- Nur altersgerechte Sendungen erlauben.
- Kurz vor dem Schlafengehen möglichst vermeiden → beeinträchtigt das Abschalten.
- Feste Zeitlimits vereinbaren.
- Fernsehen nicht zur Beschäftigungstherapie oder als „Ruhepausen-Lösung“ nutzen.
Internet
- Gemeinsam starten: Anfangs begleitetes Surfen.
- Je nach Ziel (Information, E-Mail, Spiele) passende Seiten auswählen.
- Kindersuchmaschinen wie Blinde Kuh nutzen → nur kindgerechte Inhalte.
- Fristen setzen und besprechen.
- Lesezeichen helfen bei der Orientierung.
- Keine persönlichen Daten preisgeben!
- Über „virtuelle Realität“ sprechen:
- nicht alles ist echt
- Aussagen in Chats sind schwer ĂĽberprĂĽfbar
- Hinweis: Einmal veröffentlichte Daten sind kaum löschbar.
- Filtersysteme verwenden, um gefährliche Inhalte zu blockieren.
- Gelegentlich den Browserverlauf ĂĽberprĂĽfen.
Links
- www.bpb.de/methodik/..
- http://schau-hin.info/
- www.medienbewusst.de
- www.bildungsserver.de/zeigen.html?seite=2978
- http://bildungsklick.de/a/75283/..
Zuletzt geändert am 13.02.2026
Dr. Lisa Mundzeck ist promovierte Historikerin und arbeitet als freie Online-Journalistin, wissenschaftliche Autorin und Archivarin in Hannover.