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LOHAS–nachhaltiger Lebensstil oder Kommerz mit gutem Gewissen?

eine mit Moose ĂĽberzogene GlĂĽhbirne
Entwicklung und Erziehung
© ponsulak - Fotolia.de
von Christine Kammerer

Das englische Acronym LOHAS steht für "Lifestyle of Health and Sustainability". Es handelt sich dabei in aller Regel um Personen mit überdurchschnittlichem Einkommen, die hohen Wert auf Gesundheit und Nachhaltigkeit legen, und gerne bereit sind, dafür etwas mehr Geld auszugeben. Kritiker bezeichnen die LOHAS auch als neue Konsumentenelite, als Lifestyle-Ökos oder „Biohèmes“.

Lesedauer:
2 min

LOHAS – Lifestyle of Health and Sustainability

Das englische Kürzel LOHAS steht für Lifestyle of Health and Sustainability. Es beschreibt Menschen, die nicht nur ein überdurchschnittliches Einkommen haben, sondern auch großen Wert auf Gesundheit, Nachhaltigkeit und ethisches Handeln legen. Sie sind oft bereit, für öko-faire Produkte etwas mehr Geld auszugeben.

Kritiker sprechen von der LOHAS-Bewegung als einer neuen Konsumentenelite, teilweise auch als Lifestyle-Ökos oder „Biohèmes“, die ihren Konsum als Statussymbol nutzen, um sich von der Masse abzuheben.


Die Philosophie der LOHAS

Die Einstellungen und Überzeugungen der LOHAS verbinden Ökologie, Spiritualität, Technikbegeisterung, Karriere und Konsum. Dadurch entstehen interessante Schnittmengen zwischen verschiedenen Lebensentwürfen, die sowohl konservativ als auch alternativ sein können.

Besonderheiten:

  • Verbindung von Konsum und Nachhaltigkeit

  • Bereitschaft, in innovative, öko-zertifizierte Produkte zu investieren

  • Orientierung an einem gesunden, bewussten Lebensstil

Studien (z. B. DBU) charakterisieren LOHAS als:

  • konservativ

  • naturverbunden

  • unpolitisch

  • ästhetisch und anspruchsvoll

  • harmonie- und näheorientiert

  • ich-bezogen


Kritikpunkt: Greenwashing

Unternehmen haben das Potenzial der LOHAS als Zielgruppe erkannt. Viele setzen daher auf grüne Imagepflege, ohne dass dies eine echte ökologische Verbesserung zur Folge hat.

  • Marketingstrategien betonen Nachhaltigkeit, obwohl die Produkte oft nur ökonomischen Interessen dienen.

  • LOHAS sehen ihr Konsumverhalten als Mittel, die Welt zu verändern, doch die tatsächliche Wirkung ist begrenzter als angenommen.

  • Unternehmen bieten Bio- oder Fairtrade-Produkte vor allem aus wirtschaftlichem Eigeninteresse an.


Konsum als Vereinfachung

Die Vielzahl an Regeln und Empfehlungen für einen nachhaltigen Lebensstil ist für viele Verbraucher überfordernd. Der Kauf von ökologisch etikettierten Produkten dient daher häufig als einfacher Ansatz, um sich verantwortungsbewusst zu fühlen – eine Art gesellschaftlicher Konsens:

Positiv daran:

  • Nachhaltigkeit wird breit im Alltag verankert

  • Umweltfreundliche Produkte werden gesellschaftlich sichtbar

  • Die Bewegung fördert ein bewusstes Konsumverhalten


Fazit

LOHAS sind nicht nur konsumfreudige Hedonisten, sondern Teil einer Bewegung, die Gesundheit und Umweltbewusstsein in den Alltag integriert. Trotz Kritik an Greenwashing und überhöhten Selbstbildern tragen sie zum gesellschaftlichen Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit bei.


Weitere Informationen & Quellen

  • Oliver Geden: Strategischer Konsum statt nachhaltiger Politik? Ohnmacht und SelbstĂĽberschätzung des „klimabewussten“ Verbrauchers

  • Joachim Kronsbein: GrĂĽnkern und Gucci – Spiegel

  • KarmaKonsum: LOHAS & CSR Trends

  • Utopia: Nachhaltiger Lebensstil

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Themen:
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Ăśber den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Christine Kammerer

Christine Kammerer, Politologin M. A., Heilpraktikerin (Psychotherapie), freie Journalistin und Trainerin. Berufliche Stationen: Bundesamt fĂĽr Migration und FlĂĽchtlinge, Bundeszentrale fĂĽr politische Bildung, Deutscher Kinderschutzbund.

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