Kleine Geschenke selbst gebastelt
Kleine Geschenke selbst gebastelt
Unsere heutige schnelllebige Zeit führt in allen Bereichen zu Veränderungen. Der Tag ist mit vielen Termin vollgepackt und das immer mehr auch im privaten Bereich. So hat sich auch das „Schenkverhalten“ geändert. Immer häufiger lösen Gutscheine das persönliche Präsent ab. Eigentlich schade. Im nachfolgenden Beitrag gebe ich Anregungen, wie man mit einem selbst angefertigten Geschenk Freude bereiten kann.
Vom Schenken und Beschenktwerden
Der Begriff „schenken“ hat althochdeutsche Wurzeln (skenken = „einschenken“) sowie mittelhoch- und mittelniederdeutsche Ursprünge (schenken = „geben, verleihen, ausschenken“). Ursprünglich bedeutete er also das Einschenken eines Getränks – erst zwischen 1050 und 1350 entwickelte sich der heutige Gebrauch im Sinne von etwas als Geschenk überreichen.
Ein Blick in die Geschichte des Schenkens
Schon der griechische Adel war für Großzügigkeit bekannt – Gäste durften ihre wertvollen Trinkgefäße behalten.
Im antiken Rom schenkte man sich zum Neujahrsfest kleine Glücksbringer wie Früchte oder Tonfiguren. Auch Zweige bestimmter Bäume galten als Zeichen für ein gutes Jahr.
Bis 1691 galt Weihnachten zugleich als Beginn des Jahres. Am Vorabend wurden Geschenke an Verwandte verteilt. Wohlhabende spendeten außerdem großzügig an die Kirche, um sich ein besseres Jenseits zu sichern.
Ab dem 16. Jahrhundert entwickelte sich der heute bekannte Brauch, dass der Nikolaus am 6. Dezember kleine Gaben bringt. Gleichzeitig entstand in der evangelischen Oberschicht der Brauch, dass der „Herre Christ“ heimlich Geschenke bringt – Vorläufer von Christkind (katholische Regionen) und Weihnachtsmann (protestantische Regionen).
Für die breite Bevölkerung waren Geschenke bis weit ins 20. Jahrhundert hinein klein und bescheiden, da man nur verschenken konnte, was man selbst besaß.
Der reflexive Gebrauch des Verbs – etwa „Das kann ich mir schenken“ – bedeutet verzichten und spielt in den weiteren Ausführungen keine Rolle.
Freude beim Schenken und Beschenktwerden
Freude ist eine spontane emotionale Reaktion auf etwas Angenehmes – sichtbar in Lächeln, Staunen oder überschwänglicher Begeisterung. Oft ist Freude wertfrei, es sei denn, sie widerspricht moralischen Vorstellungen (z. B. Schadenfreude).
Geschenke dienen nicht immer reinen Gefühlen: In Geschichte und Gegenwart wurden sie häufig genutzt, um Vorteile zu erlangen oder Beziehungen „zu pflegen“. Doch idealerweise entstehen echte gegenseitige Freude und Verbundenheit.
Anregungen zum Ausprobieren
Auf Ideensuche
„Viele Ideen liegen auf der Straße – man muss sie nur aufheben.“ Wer diesen Satz verinnerlicht, entdeckt überall Inspirationen, z. B.:
- hübsche Dekorationen in Geschäften oder Fenstern
- Blumengebinde und Gestecke
- selbstgemachte Marmeladen oder Kräutersäckchen
- Säfte und Sirupe aus dem eigenen Garten
- ausgestellte Werke in Museen oder Basaren
Oft liefert die Natur die besten Ideen: ein Hagebuttenzweig, farbenfrohe Blätter, Tannenzapfen oder bemooste Holzstücke.
Auch Zeitschriften, Bastelbücher und Online‑Anleitungen sind gute Quellen – ein kritischer Blick hilft bei der Auswahl.
Anlässe zum Schenken gibt es das ganze Jahr: Nicht nur Feiertage, sondern auch kleine Überraschungen „zwischendurch“ schaffen Freude.
Ideen zum Nachmachen
Alte Gefäße neu bestücken
Material:
- alte Milchkannen
- Strohblumen
- getrocknete Mohnkapseln
- Rosen, kopfüber getrocknet
Vorgehen:
- Zeitungspapier zusammenknüllen und als Füllmaterial in die Kanne geben.
- Blütenstiele passend abschneiden.
- Arrangement in die Kanne stecken.
- Sichtprobe – ggf. korrigieren.
Herbstgestecke
Material:
- Pflanzschalen, Tontöpfe oder Körbchen
- Strohblumen, getrocknete Rosen
- frische Beetrosen
- Zweige mit Beeren (keine giftigen)
Vorgehen:
- Steckmasse in das Gefäß drücken und befeuchten.
- Blumen und Zweige nach eigener Fantasie anordnen.
- Gießen nicht vergessen.
Adventsgestecke
Material:
- Pflanzschalen oder Körbchen
- Reisig, Zapfen, Trockenblumen
- Kerzen
- kleine Schmuckelemente
Vorgehen:
- Steckmasse einsetzen und wässern.
- Reisig anspitzen und einarbeiten.
- Kerzen eindrehen.
- Zapfen mit Draht befestigen.
- Gesteck dekorieren und regelmäßig gießen.
Letzter Tipp
Selbstgemachtes – Marmeladen, Kräutermischungen, Säfte – ist immer ein stimmiges Geschenk. Kinder können je nach Alter mithelfen:
Etiketten gestalten, Früchte waschen, Zucker abmessen oder den fertigen Saft abfüllen.
So wird Schenken gemeinsam erlebt – und die Freude darüber umso größer.
Zuletzt geändert am 17.02.2026
Jörg Sauer ist ausgebildeter Grundschullehrer und unterrichtet seit über 20 Jahren an einer Schule. Neben der Lehrertätigkeit führte er in den vergangenen Jahren zahlreiche Weiterbildungen über die Nutzung von Neuen Medien im Unterricht durch.