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Plitsche - platsche - Spaß im Wasser

Junge mit Schwimmflügeln springt ins Wasser
Entwicklung und Erziehung
© karin eichinger - Fotolia.de
von Manon Sander

Babyschwimmen ja oder nein? In der Gruppe oder lieber allein? Welche Schwimmhilfen sind gut und welche nicht? Und wie kann mein Kind am schnellsten schwimmen lernen? Solche Fragen stellen sich Eltern oft, wenn es um das Thema Schwimmen geht. Sicher ist, dass Kinder sich eher früher als später an das Schwimmen gewöhnen sollten und Schwimmen die Koordination und den Muskelaufbau unterstützt.

Lesedauer:
5 min

Babys im Wasser

Viele Eltern beginnen schon mit 10 oder 12 Monaten mit einem Babyschwimmkurs. Das lohnt sich: Eltern lernen, wie sie ihr Baby sicher halten, welche Bewegungen im Wasser geeignet sind und wie sie ihr Kind spielerisch fördern können. Gute Kurse geben viele Anregungen – etwa Spiele mit Bällen, Wassertieren oder sogar einem Strohhalm.

Manche Eltern sorgen sich wegen Erkältungen. Klar gilt: Ein erkältetes oder krankes Kind darf nicht ins Wasser.
Ist das Kind aber gesund, nach dem Baden gut abgetrocknet und warm angezogen, besteht kein erhöhtes Risiko.
Im Wasser können sich Babys oft viel besser bewegen als an Land – Bewegungen, die sie aus dem Mutterleib kennen. Viele Eltern sind überrascht, wie sicher sich ihr Baby im Wasser fühlt.

Kleinkinderkurse

Zwischen Babyschwimmen und dem ersten Schwimmkurs gibt es zahlreiche Kleinkinderangebote. Diese bauen auf den Babykursen auf oder führen ältere Kinder an das Schwimmen heran.

Die Kinder lernen u. a.:

  • sicher ins Wasser hinein- und herauszukommen
  • sich am Beckenrand zu halten
  • vor dem Baden zu duschen
  • grundlegende Bewegungen im Wasser

Auch Eltern profitieren: Ein einfacher Tipp ist z. B., dass Stoppersocken auf glatten Fliesen deutlich mehr Halt geben.

Schwimmkurse

Mit etwa 5 Jahren sind viele Kinder bereit für den richtigen Schwimmkurs. Manche etwas früher, andere später. Wichtig ist: kein Druck, aber sanfte Motivation.
Kinder, die weinend zum Schwimmen gehen, können sich nicht konzentrieren.

In den meisten Kursen bleiben die Eltern außen vor – die Kinder üben mit den Trainerinnen und Trainern. Dennoch können Eltern unterstützen, indem sie die Bewegungen zu Hause und im Bad spielerisch wiederholen. Ein Familienbadbesuch am Wochenende stärkt das Gelernte.
Viele Kurse enden mit dem Seepferdchen.

Nach dem Seepferdchen

Das Seepferdchen bedeutet nicht, dass ein Kind sicher schwimmen kann. Es zeigt nur, dass die Grundlagen vorhanden sind. Jetzt gilt: weiter üben!
Regelmäßiges Schwimmen, z. B. in Vereinen, gibt Sicherheit und Routine.

Theorie und Praxis

In der Realität läuft nicht immer alles nach Plan: Kurse sind ausgebucht, Kinder werden krank oder verpassen Termine. Die Wartezeit lässt sich gut mit kleinen Übungen überbrücken.

Für ängstliche Kinder:

  • Wasser spritzen
  • Blasen pusten
  • auf den Händen der Eltern im Wasser liegen
  • vom Rand sitzend, dann hockend, später stehend ins Wasser gleiten

Manche Kinder trauen sich schnell, andere brauchen mehrere Besuche.
Wenn Kursstunden ausfallen müssen, lohnt es sich, beim Anbieter nach Nachholterminen zu fragen.

Schwimmkleidung

Einige Bäder erlauben Babys nackt, andere verlangen Schwimmwindeln oder Schwimmhosen.
Schwimmwindeln saugen sich nicht voll, sind aber nur einmal nutzbar. Schwimmhosen halten feste Stoffe zurück – in solchen Fällen müsste das Becken jedoch aus hygienischen Gründen gereinigt werden.

Schwimmhilfen

Es gibt viele Arten von Schwimmhilfen:

  • Schwimmflügel: klassisch, aber Kinder „hängen“ oft darin und nutzen die Bauchmuskulatur weniger. Eltern können mit einer Hand unter dem Bauch unterstützen.
  • Schwimmflügel mit festem Kern: bleiben auch bei Luftverlust tragfähig.
  • Schwimmscheiben: höchster Auftrieb; Scheiben später reduzieren.
  • Auftriebskörper im Badeanzug: für jüngere Kinder
  • Beckengurt oder Hüftschwimmer: für ältere Kinder
  • Schwimmbretter & Schwimmnudeln: für Beinarbeit und Koordination

Wichtig: Schwimmhilfen sind kein Schutz vor Ertrinken! Kinder müssen immer beaufsichtigt werden.

Badewanne, Planschbecken, Pool, Hallenbad, Freibad oder offene Gewässer

Damit Schwimmen Spaß macht, sollten Kinder häufig ins Wasser kommen. Schon in der Badewanne lässt sich viel üben:

  • richtige Wasserlage
  • Blasen pusten
  • Luft anhalten
  • vorsichtiges Tauchen

Auch wenn Kinder stehen können: niemals unbeaufsichtigt lassen!

Eigene Pools sind schön, aber für Nichtschwimmer gefährlich. Auch in Schwimmbädern gilt: Die Aufsichtspflicht bleibt bei den Eltern.

Besonders vorsichtig müssen Eltern an Seen und offenen Gewässern sein – Strömungen, Kälte, schlechte Sicht oder tiefer Boden machen diese Orte gefährlicher. Nichtschwimmer dürfen hier nur mit Begleitperson ins Wasser.

Gute Zeit zum Starten

Schwimmenlernen lohnt sich immer – aber besonders gut ist der Frühling, denn dann kann das Gelernte gleich in der Freibadsaison ausprobiert werden.

Zuletzt geändert am 17.02.2026

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Themen:
Wasser
Schwimmen
Baden
Lernen
DLRG
Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Manon Sander

Manon Sander ist Mutter von 6 Kindern und außerdem Autorin für Fach- und Kinderbücher.

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