Mein Kind kommt in den Kindergarten
Mein Kind kommt in den Kindergarten
Mit anderen Kindern spielen, einige Stunden von Mama und Papa getrennt sein: Der Schritt in den Kindergarten ist spannend und groß und für alle Beteiligten nicht immer leicht. Neben Vorfreude und Neugier stehen Trennungsängste und Unsicherheiten - bei den Kleinen, aber auch bei den Großen. Denn auch vielen Eltern fällt es nicht leicht, ihr Kind das erste Mal im Kindergarten alleine zu lassen. elternratgeber.de gibt Tipps, wie der Start in die Kindergartenzeit gelingt.
Die Vorbereitung des Kindes
Früher wurden Kinder oft ohne große Vorbereitungen in den Kindergarten gebracht – mit viel Tränenpotenzial auf allen Seiten. Heute läuft der Übergang deutlich behutsamer ab. Die meisten Kindergärten setzen auf eine sanfte Eingewöhnung.
Eltern und Kinder können:
- Tage der offenen TĂĽr besuchen
- stundenweise im normalen Gruppenalltag hospitieren
- Erzieher vorab kennenlernen
- Fragen in Vorgesprächen klären
Viele Einrichtungen bieten sogar Hausbesuche an. Eine vertraute Bezugsperson erleichtert den späteren Start enorm.
Hilfreich ist auch, beim täglichen Spaziergang am Kindergarten vorbeizugehen. Kinder sehen die spielenden Gruppen und entwickeln Vorfreude:
„Da möchte ich auch hin!“
Kinderbücher zum Thema „Kindergartenstart“ unterstützen zusätzlich bei der Vorbereitung.
Die Vorbereitung der Eltern
Auch für Eltern ist der Kindergartenbeginn ein emotionaler Schritt. Einerseits ist die Freude groß: Das Kind spielt mit Gleichaltrigen, lernt Neues und wird selbstständiger. Andererseits fällt das Loslassen schwer – typische Sorgen sind:
- „Kommt mein Kind ohne mich zurecht?“
- „Wird es sich wohlfühlen?“
- „Was passiert, wenn es traurig ist?“
Darum ist es wichtig, auch selbst vorbereitet zu sein.
Ein persönlicher Besuch der Einrichtung schafft Sicherheit:
- Ist die Atmosphäre angenehm?
- Wirken die Erzieher vertrauensvoll?
- Wurden alle Fragen ausreichend beantwortet?
Wer Schwierigkeiten mit dem Loslassen hat, kann vorab ĂĽben:
z. B. das Kind stundenweise von Großeltern betreuen lassen.
Die Eingewöhnung
Die Eingewöhnungsphase ist je nach Kindergarten unterschiedlich, folgt aber meist demselben Prinzip:
- Mama oder Papa bleiben anfangs mit im Raum
- Das Kind knüpft erste Kontakte, während Eltern im Hintergrund bleiben
- Die Anwesenheit der Eltern wird schrittweise reduziert
Die Dauer variiert: manchmal zwei Tage, manchmal eine ganze Woche.
Entscheidend ist, wie schnell das Kind Vertrauen fasst.
Eltern sollten dabei:
- positiv auftreten
- motivieren und Mut machen
- Sicherheit ausstrahlen
Hilfreich sind vertraute Gegenstände wie ein Kuscheltier oder Schnuffeltuch. Viele Kindergärten erlauben an bestimmten Tagen das Mitbringen eigener Spielsachen.
Der Umgang mit Tränen
Irgendwann kommt sie – die erste echte Trennung.
Auch nach einer gelungenen Eingewöhnung kann es zu Tränen kommen.
Wichtig zu wissen:
- Oft beruhigen sich Kinder sofort, sobald Mama oder Papa aus dem Sichtfeld verschwinden.
- Ein klarer, liebevoller Abschied ist wichtig:
- „Ich hole dich später wieder ab – du wirst hier eine schöne Zeit haben.“
- Nicht heimlich verschwinden!
Das verunsichert Kinder und erschwert die Eingewöhnung langfristig.
Wenn Trennungen sehr schwerfallen, hilft:
- eine andere Bezugsperson zum Bringen einbinden (Papa, Oma, Patentante)
- gemeinsam mit Erziehern passende Lösungen finden
- eventuell mit Nachbarskindern in einer kleinen Gehgemeinschaft starten
Eltern sollten stolz zeigen, wie groĂź das Kind geworden ist, Zeichnungen loben und nach Erlebnissen im Kindergarten fragen. FĂĽr Kinder ist es ein tolles GefĂĽhl, erstmals etwas zu berichten, das sie ganz alleine erlebt haben.
Buchtipps
- Nina Dulleck: Endlich im Kindergarten, ISBN 978‑3649603467
- Peter Friedl: Jakob im Kindergarten, ISBN 978‑3551164247
- Ravensburger: Mein Kindergarten, ISBN 978‑3‑473‑32786‑7
Zuletzt geändert am 13.02.2026
Bettina Levecke ist freie Journalistin aus der Nähe von Bremen. Ihre Themenschwerpunkte sind Gesundheit, Familie und Nachhaltigkeit.