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Ganzschriften mit Kindern lesen

- Was Eltern und LehrkrÀfte beachten sollten

Ein MĂ€dchen in der Bibliothek umgeben von BĂŒchern
Wissen und Bildung
© Tyler Olson - Fotolia.de
von Alexandra von PlĂŒskow - Kaminski

Lena besucht die zweite Klasse der Grundschule und freut sich: Ihre Lehrerin möchte mit der Klasse gemeinsam ein ganzes Buch lesen. Der ViertklĂ€ssler Hans ist hingegen zurĂŒckhaltender - er liest nicht gern. Und so blickt er demselben Vorhaben seiner Lehrkraft eher mit gemischten GefĂŒhlen entgegen. Was Eltern wissen und LehrkrĂ€fte beachten sollten, wenn sie mit einer Klasse ein ganzes Buch gemeinsam lesen, nennt der folgende Beitrag.

Lesedauer:
2 min

Leseunterricht in der Grundschule

Grundschulkinder begegnen dem Lesen nicht nur im klassischen Leselehrgang der ersten beiden Schuljahre, sondern auch frĂŒhzeitig in der Auseinandersetzung mit Kinderliteratur. Neben Geschichten, Sachtexten und Gedichten spielt das Lesen ganzer BĂŒcher eine wichtige Rolle. Dabei geht es sowohl um das sinnverstehende Lesen als auch um das Kennenlernen vielfĂ€ltiger literarischer Texte.

Auswahl geeigneter Kinderliteratur

Kriterien fĂŒr die Vorauswahl

Bevor eine KlassenlektĂŒre festgelegt wird, trifft die Lehrkraft eine sorgfĂ€ltige Vorauswahl. Geeignet sind BĂŒcher, die einen altersangemessenen Umfang, eine zugĂ€ngliche Sprache und Themen enthalten, die Kinder beider Geschlechter ansprechen. HĂ€ufig eignen sich Abenteuer‑ und Detektivgeschichten, da sie eine breite Leserschaft motivieren.

Gemeinsame Entscheidung in der Klasse

Die Lehrkraft stellt ĂŒblicherweise drei mögliche Titel vor. Anschließend wĂ€hlt die Lerngruppe auf Augenhöhe ein Buch aus. So entsteht ein GemeinschaftsgefĂŒhl, das die Lesemotivation zusĂ€tzlich stĂ€rkt.

LektĂŒre im Unterricht

Individuelles und gemeinsames Lesen

Kinder sollen im eigenen Tempo lesen können. Daher wechseln sich Phasen des gemeinsamen Lesens im Klassenverband mit Zeiten des selbststĂ€ndigen Lesens ab, in denen die Kinder sich im Klassenraum einen gemĂŒtlichen Platz suchen dĂŒrfen. Aufgabenstellungen werden individuell angepasst und unterstĂŒtzen jedes Kind darin, die Inhalte zu verstehen und zu vertiefen.

Methoden zur Förderung der Lesefreude

Lesestrategien entwickeln

Ein abwechslungsreicher und methodenreicher Unterricht stÀrkt sowohl die Lesefreude als auch den Umgang mit Texten. Dazu zÀhlen:

  • antizipierendes Lesen, bei dem Kinder Vermutungen zum Fortgang der Handlung formulieren

DarĂŒber hinaus geht es um handlungs‑ und produktionsorientierte ZugĂ€nge: Die Kinder schreiben TagebucheintrĂ€ge aus Sicht einer Figur, malen Szenen, setzen kurze Texte szenisch um oder gestalten eigene Comics. Schritt fĂŒr Schritt lernen sie dabei, Aussagen durch Textstellen zu belegen und Figuren zu zitieren.

Kreative Textarbeit

Diese produktiven Methoden ermöglichen es Kindern, sich intensiv mit dem Buch auseinanderzusetzen und individuelle ZugÀnge zu finden. Sie fördern sowohl die Vorstellungskraft als auch die Freude am Lesen und Schreiben.

Lesetagebuch als Begleiter des Leseprozesses

Aufbau und Nutzen

Ein Lesetagebuch – im Heft oder im Schnellhefter – sammelt ArbeitsblĂ€tter, Gedanken und Reflexionen der Kinder. Sie halten fest, welche Figuren ihnen sympathisch erscheinen, wie sie den Fortgang der Geschichte einschĂ€tzen oder welche Szenen ihnen besonders gut gefallen haben.

Zum Abschluss bewerten sie ihre LektĂŒreerfahrung und ordnen diese in ihren persönlichen Leseweg ein. FĂŒr LehrkrĂ€fte bietet das Lesetagebuch wertvolle Einblicke in den Lernstand und den individuellen Leseprozess.

Bedeutung von Ganzschriften im Unterricht

Das Lesen ganzer BĂŒcher ist in einer multimedial geprĂ€gten Welt besonders wichtig. Es fördert Ausdauer, Lesemotivation und die FĂ€higkeit, sich lĂ€nger mit einem Text zu beschĂ€ftigen. Gleichzeitig lernen Kinder traditionelle und moderne Kinderliteratur kennen und entwickeln eigene Lesestrategien.

Und nicht zuletzt wĂ€chst der Stolz, am Ende sagen zu können: „Ich habe ein ganzes Buch gelesen!“

Zuletzt geÀndert am 27.02.2026

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Themen:
Ganzschrift
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Grundschule
Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Alexandra von PlĂŒskow-Kaminski

Alexandra von PlĂŒskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tĂ€tig. Dabei war sie u.a. zustĂ€ndig fĂŒr die ÜbergĂ€nge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterfĂŒhrende Schule. Seit MĂ€rz 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum LĂŒneburg.

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