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Mit jedem Schnupfen gleich zum Kinderarzt?

Kind mit MĂŒtze schnĂ€uzt in ein Taschentuch
Wissen und Bildung
© drubig-photo - Fotolia.de
von Manon Sander

Gerade im Winter hat die ErkÀltung Hochsaison und kaum ist ein Schnupfen verschwunden, fÀngt das Kind wieder an zu husten oder kommt mit hohem Fieber nach Haus. Was soll man tun oder besser: Was muss man tun?

Lesedauer:
3 min

Wie oft sind Kinder krank?

Kinder sind unterschiedlich anfĂ€llig fĂŒr Infekte: Einige werden kaum krank, wĂ€hrend andere gefĂŒhlt stĂ€ndig mit Schnupfen, Ohrenschmerzen oder Magen-Darm-Problemen kĂ€mpfen. FĂŒr Eltern kann das besorgniserregend sein – meist jedoch ohne Grund.
Laut KinderÀrzten sind bis zu 13 Infekte pro Jahr bei Kindern im Grundschulalter völlig normal.


Wann gelten Kinder als krank?

HĂ€ufige Erkrankungen im Jahresverlauf

In den Herbst- und Wintermonaten treten deutlich mehr Infekte auf als im Sommer.
Typische saisonale Unterschiede:

  • Winter: Schnupfen, Husten, ErkĂ€ltungskrankheiten
  • Sommer: eher Magen-Darm-Infekte

In welchem Alter erkranken Kinder am hÀufigsten?

Einzelkinder sind in den ersten Lebensjahren oft seltener krank.
Sobald jedoch:

  • Geschwister da sind oder
  • ein Kind eine Kita besucht

steigen die Kontaktmöglichkeiten – und damit auch die Zahl der Infekte.

Kinder, die frĂŒh viele Infekte durchlaufen, sind spĂ€ter hĂ€ufig weniger anfĂ€llig. Zwar entsteht keine echte ImmunitĂ€t, aber das Immunsystem wird durch hĂ€ufige Erregerkontakte widerstandsfĂ€higer.


Wann sollte ein Kind zum Arzt?

GrundsÀtzlich gilt:
Bei Unsicherheit lieber einmal zu viel als zu wenig nachfragen.
KinderĂ€rzte nehmen Sorgen ernst – auch bei vermeintlich harmlosen Beschwerden.

Ein Arztbesuch ist nötig, wenn:

  • das Kind lĂ€nger als drei Tage Fieber hat
  • es ĂŒber zwei Tage keine Nahrung oder FlĂŒssigkeit behĂ€lt
  • die Temperatur ĂŒber 40 °C steigt
  • hohes Fieber mit Nackensteifigkeit auftritt
  • starke Schmerzen bestehen
  • das Kind schwer hustet oder Atemnot bekommt
  • Eltern sich unsicher fĂŒhlen

Antibiotikum – ja oder nein?

Antibiotika wirken nur gegen bakterielle Infektionen. Was genau den Infekt auslöst, können Eltern nicht selbst beurteilen. Deshalb sollte ein Arzt entscheiden, ob eine Behandlung notwendig ist.

Wird ein Antibiotikum verordnet, gilt:

  • genau nach Anweisung einnehmen
  • nicht eigenmĂ€chtig abbrechen
  • kein „Rest-Antibiotikum“ verwenden

Sonst können Bakterien zwar geschwĂ€cht, aber nicht vollstĂ€ndig beseitigt werden – und der Infekt kehrt stĂ€rker zurĂŒck.


BewÀhrte Hausmittel

Fieber

Fieber ist eine natĂŒrliche Abwehrreaktion.
Bis 40 °C ist es bei Kindern meist unbedenklich.

Hilfreich sind:

  • Wadenwickel
  • bei kleinen Kindern: ganze Beinwickel

Magen-Darm-Infekte

  • zunĂ€chst leichte Kostpause
  • viel trinken: Wasser, Kamillentee
  • bei Hunger: Weißbrot, Reis oder Nudeln ohne Sauce

Ohrenschmerzen

  • warme, klein gehackte Zwiebeln in einer Mullwindel auf das Ohr legen

FĂŒr alle Infekte gilt:

  • ausreichend trinken (lauwarmen Tee)
  • viel frische Luft
  • ohne Fieber auch kurz draußen spielen möglich

Bei Unsicherheit: immer zum Arzt

Gerade kleine Kinder können schlecht ausdrĂŒcken, wie es ihnen geht. Wenn Eltern sich unsicher sind, sollte ein Arzt kontaktiert werden.
Ein kurzer Anruf in der Praxis hilft oft weiter.

Zuletzt geÀndert am 11.02.2026

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Themen:
Arztbesuch
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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Manon Sander

Manon Sander ist Mutter von 6 Kindern und außerdem Autorin fĂŒr Fach- und KinderbĂŒcher.

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