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Endlose Inspirationen im Wunderwerk Wald

Ein Mädchen rennt im Wald
Wissen und Bildung
von Jörg Sauer

Kaum ein Teil der Natur ist so facettenreich wie der Wald. Jeder von uns verbindet diesen Ort mit den unterschiedlichsten Erfahrungen und sich teils widersprechenden Emotionen. Der Wald bietet noch viel mehr. Einige Anregungen erhalten Sie im nachfolgenden Beitrag.

Lesedauer:
3 min

Der Wald

ist aus botanischer Sicht: „…eine von Bäumen geprägte Vegetation.“ (1) Im Unterschied zur Parks oder Alleen kann sich durch die große Fläche: „…. ein Waldklima entwickeln.“ (1) „Rechtlich betrachtet ist Wald jede mit Forstpflanzen bestockte Grundfläche (§ 2 Bundeswaldgesetz).“ (1) Auch Flächen des Waldes, auf denen „…vorübergehend keine Bäume stehen…“ (1) gehören dazu.

Im Wald

entwickelt sich unter einem dichten Dach aus Blättern der unterschiedlichsten Bäume ein einzigartiges Klima. Es bildet sich ein in sich geschlossener Lebensraum von Pflanzen und Tieren. Entsprechend den klimatischen Bedingungen und der vorhandenen Baumarten herrscht in jedem Wald eine besondere Atmosphäre.

Die Herkunft des Wortes Wald ist nicht eindeutig geklärt. Zum einen geht es auf das „... mittelhochdeutsche â€žwalt“ zurĂĽck (2), welches „... nicht bebautes Land“ (2) bedeutet. Zum anderen „... könnte eine Verwandtschaft mit dem lateinischen â€žvellere“ vorliegen.“ (3) Das weist darauf hin, dass in frĂĽherer Zeit gerupftes Laub der Bäume an die Tiere verfĂĽttert wurde.

Der Wald

besteht aus fĂĽnf Stockwerken:

  • Wurzelschicht,
  • Moosschicht,
  • Krautschicht,
  • Strauchschicht und
  • Kronenschicht.

Anregungen fĂĽr Walderlebnisse

Besonders unsere jĂĽngeren Kinder haben einen wunderbaren Drang, die Welt und insbesondere den geheimnisvollen Wald zu erkunden. Sie möchten â€žbe- greifen“, was in diesem passiert, wer hier lebt oder was hier wächst. Wir können mit geschickten Anregungen den â€žForschergeist“ unterstĂĽtzen. Kinder benötigen dazu nicht das perfekte Spiel oder die beste Experimentierbox. Es sind oftmals die kleinen Dinge um uns herum, die es gilt, zu erkennen und zu nutzen. Der Wald bietet in seiner Komplexität alles, was das Forscherherz benötigt.

Der Wald fördert alle Sinne- Tipps zum Probieren

  • Riechen Sie gemeinsam den Duft des Waldes.
  • Woran erinnert er Sie?
  • Fangen Sie den Duft in einer verschlieĂźbaren Flasche ein und öffnen Sie die Flasche erst zu Hause. Was passiert nach dem Aufmachen?
  • SpĂĽren Sie durch bewusstes Atmen, wie die Luft des Waldes in die kleinsten Verzweigungen der Lunge vordringt. Die Arme können Sie dabei mit zur Hilfe nehmen.
  • FĂĽhlen Sie die Rinde verschiedener Bäume und vergleichen Sie diese miteinander.
  • Wie fĂĽhlt sich Moos an?
  • Gehen Sie langsam barfuĂź und ertasten den Boden mit den sensiblen Nerven unserer FĂĽĂźe
  • Entdecken Sie mit den Augen die vielen unterschiedlichen Farbtöne des Waldes – grĂĽn ist nicht gleich grĂĽn
  • Betrachten Sie kleine unscheinbare BlĂĽten und die vielen unterschiedlich geformten Blätter
  • Sehen Sie sich die Kunstwerke der Spinnen im herbstlichen Morgenlicht an
  • Betrachten Sie morgendlichen oder abendlichen Einfall des Sonnenlichtes im Wald, fotografieren Sie diesen
  • Bleiben Sie stehen und lauschen dem Gesang der Vögel, dem Rauschen des Windes, dem Knacken der Ă„ste, dem Herunterfallen von Zapfen…
  • Beim Kosten der FrĂĽchte des Waldes ist Vorsicht geboten, da es leicht zu Verwechslungen mit nicht essbaren Pflanzen kommen kann.

Der Wald im Märchen

„Hänsel und Gretel“, „Brüderchen und Schwesterchen“ oder „“Rotkäppchen“ vorlesen und die Bedeutung des Waldes in diesen erkennen. Das alles kann auf einer Lichtung oder einer anderen schönen Stelle im Wald stattfinden.

Waldforscher sein

  • Eine gute Vorbereitung ist wichtig. Dazu zählen die entsprechende Kleidung und das passende Schuhwerk.
  • Suche des passenden Wanderstockes im Wald
  • Nutzung von geeigneten Behältnissen, z. B.:
    • Eierpackungen (in jede Wabe kann ein „Fund“ gelegt werden.)
    • Rucksack mit unterschiedlich groĂźen Beutelchen
    • Das Sammeln von Pilzen, Beeren oder essbaren Pflanzen unter sachkundiger Anleitung ist fĂĽr viele Kinder ein groĂźes Erlebnis.
       
  • Waldherbarium anlegen
  • Erkundung der heimischen Vogelwelt
  • Federn und Knochen von Tieren untersuchen
  • Waldameisen in ihrem emsigen Tun beobachten
  • dem Verlauf eines Baches am Ufer folgen
  • Plan des „eigenen“ Waldes zeichnen
  • SpĂĽren Sie den Wechsel der Tageszeiten im Wald nach.

Tipp: Verpflegung, Getränke und ein Notfallset nicht vergessen. Der Wald kann zu allen Jahreszeiten erkundet werden. Spuren lassen sich besonders gut im Winter erkunden. Die Ergebnisse können in einem BĂĽchlein dokumentiert werden.

Spielen im Wald

  • Gemeinsam HĂĽtten bauen
  • Zäune aus herumliegenden Ă„sten bauen
  • Entdeckerpfade anlegen
  • freies Spielen im Wald ohne Anleitung Erwachsener

Naturschutz beachten und Regeln fĂĽr den Aufenthalt im Wald besprechen und einhalten.

Darüber hinaus können Sie mit Ihrem Kind Waldlehrpfade undWildgatter nutzen oder Wanderungen mit dem Förster unternehmen.

Probieren Sie viel aus. Lassen Sie Ihrem Kind einen gewissen Freiraum, am besten mit anderen zusammen. Ihr Kind wird begeistert sein. Die Vielfalt des Waldes wird durch die verschiedenen Zugänge erlebt.

Buchtipps

  • Tiere im Wald, Ensslin NaturfĂĽhrer, ENNSLIN
  • Einfach raus- wie Sie die Kraft der Natur spĂĽren, PATMOS
  • Den Herzschlag der Natur spĂĽren, HERDER

Apptipps

  • BirdNet
  • Die kleine Waldfibel

Linktipps

Quellen

(1)  https://www.duden.de/rechtschreibung/Wald

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Themen:
Wald
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Biologie
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Umwelt
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Ăśber den Autor/die Autorin
Foto des lernando-Autors Jörg Sauer

Jörg Sauer ist ausgebildeter Grundschullehrer und unterrichtet seit über 20 Jahren an einer Schule. Neben der Lehrertätigkeit führte er in den vergangenen Jahren zahlreiche Weiterbildungen über die Nutzung von Neuen Medien im Unterricht durch.

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