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Aktiv die Adventszeit gestalten

Adventskerzen mit weihnachtlicher Dekoration
Freizeit und Erholung
© S.H.exclusiv - Fotolia.com
von Jörg Sauer

RegelmĂ€ĂŸig wiederkehrende BrĂ€uche und Traditionen haben einen festen Platz im Jahreskreis einer jeden Kultur. Sie bieten Anlass fĂŒr vielfĂ€ltiges aktives Handeln. Der nachfolgende Beitrag möchte Anregungen geben, die Adventszeit mit Ihren Kindern gemeinsam zu erleben und genießen.

Lesedauer:
5 min

Adventszeit – zwischen Tradition und moderner Unruhe

Das Erleben der Adventszeit bewegt sich heute hĂ€ufig zwischen langer Tradition, Besinnlichkeit und einer gewissen Heimlichkeit, aber auch spĂŒrbarer Hektik und hohen Erwartungen. Eine RĂŒckbesinnung auf ihre ursprĂŒngliche Bedeutung kann helfen, diese Wochen bewusster und entspannter zu gestalten.

Ursprung der Adventszeit

Der Begriff Advent stammt vom lateinischen adventus – „Ankunft“. Die Adventszeit ist die Phase, in der sich die Christen auf die Geburt Jesu vorbereiten. Gleichzeitig erinnert sie an die Erwartung seines zweiten Kommens.

Der Advent beginnt immer mit dem ersten Adventssonntag – zugleich der Beginn des neuen Kirchenjahres. Er umfasst vier Sonntage, seine LĂ€nge jedoch variiert: Je nach Lage des 24. Dezember kann die Adventszeit zwischen 22 und 28 Tagen dauern.

Die vierwöchige Struktur geht auf eine Festlegung von Papst Gregor dem Großen im 7. Jahrhundert zurĂŒck.

Die vier Adventssonntage

Erster Advent

Beginn der Wartezeit: Hoffnung, Wachsamkeit und innere Vorbereitung bestimmen diesen Sonntag. Die liturgische Farbe ist Violett.

Zweiter Advent

Neben dem Warten steht die Ankunft im Mittelpunkt. Die GlÀubigen sind zur Umkehr aufgerufen. Die liturgische Farbe bleibt Violett.

Dritter Advent

Bekannt als „Gaudete“ („Freuet euch!“).
Die liturgische Farbe ist Rosa, als aufgehelltes Violett ein Zeichen der Vorfreude. Viele AdventskrĂ€nze nutzen dafĂŒr eine rosafarbene dritte Kerze.

Vierter Advent

Er trĂ€gt die Stimmung der nĂ€her kommenden Freude: „Die Zeit, dass der Heiland kommt, ist fast da.“

Traditionen und BrÀuche in der Adventszeit

BrÀuche laden ein, die Zeit bewusst zu gestalten und mit Kindern aktiv zu erleben. Viele Traditionen haben regionale Besonderheiten.

Adventskranz

Erfunden 1839 von Johann Hinrich Wichern im „Rauhen Haus“ Hamburg. Sein erster Kranz hatte 20 weiße und vier rote Kerzen, die Kindern halfen, die Tage bis zum Heiligen Abend zu zĂ€hlen.

Adventskalender

Um 1851 entstanden die ersten selbstgebastelten Kalender:

  • 24 Bilder im protestantischen Umfeld
  • tĂ€gliche weggewaschene Striche
  • im katholischen Raum: tĂ€glich ein Strohhalm in die Krippe legen

Diese Varianten unterstĂŒtzen spielerisch das ZeitverstĂ€ndnis.

Adventskerze

Eine Kerze, die tÀglich bis zur nÀchsten Markierung abgebrannt wird.

WeihnachtsmÀrkte

Aus spÀtmittelalterlichen Verkaufsmessen entstanden.
Bereits 1310 ist ein Nikolausmarkt in MĂŒnchen belegt.

Turmblasen

BlĂ€ser spielen von TĂŒrmen oder PlĂ€tzen aus Adventslieder. Ihre Musik soll an die erwartete Wiederkunft Jesu erinnern.

TĂŒrschmuck

Mistelzweige heißen Besucher willkommen und gelten als Symbol der Unsterblichkeit.

Adventsfasten

Ein alter Brauch, heute nur noch vereinzelt praktiziert.

Friedenslicht aus Bethlehem

Seit 1986 wird ein Licht aus der Geburtsgrotte Jesu durch viele LĂ€nder weitergereicht – ein Zeichen des Friedens.

Rorate-Messen

FrĂŒhe Morgen‑ oder Abendgottesdienste im Kerzenschein.
„Rorate“ stammt aus dem Eröffnungsgesang „Tauet, ihr Himmel, von oben“.

Barbarazweige

Am 4. Dezember geschnittene Zweige (z. B. Kirsche, Forsythie).
Wenn sie bis Weihnachten blĂŒhen, gilt dies als Zeichen des GlĂŒcks.

Luciafest

Am 13. Dezember gefeiertes Lichterfest in Skandinavien.

Tipps fĂŒr gemeinsame AktivitĂ€ten in der Adventszeit

AdventsbÀckerei

  • einfache Rezepte wĂ€hlen
  • Teigmenge ĂŒberschaubar halten
  • PlĂ€tzchen hĂŒbsch verpacken und verschenken

Jahreskalender basteln

Kalenderrohlinge gestalten: Fotos, Zeichnungen oder gepresste BlĂŒten verwenden.

Arbeiten mit Stroh

  • Tradition des Krippen‑Strohhalms neu aufgreifen
  • Karten oder Strohsterne basteln

Adventskranz binden

Gemeinsam einen Kranz gestalten – eine sinnvolle, handwerkliche und verbindende TĂ€tigkeit.

Modelleisenbahn

Viele Kinder (und Erwachsene) entdecken Freude am Bauen und Gestalten kleiner Welten.

Gemeinsame Vorlesezeit

Geschichten, MĂ€rchen, AdventsbĂŒcher – besonders stimmungsvoll im Licht einer Kerze.

Singen und Musizieren

Ein fester Bestandteil traditioneller Adventszeit – nicht nur fĂŒr Kinder.

Zeit der Überraschungen

Den Kindern Raum geben, eigene kleine Überraschungen vorzubereiten.

SpaziergÀnge im Advent

  • erleuchtete Fenster betrachten
  • Ursprung von Weihnachtsdekorationen besprechen
  • Waldwanderungen unternehmen
  • einem Brauch folgen und Tieren im Wald Futter schenken

Adventszeit - Linktipps

Quellen

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Advent
(2) ebd.
(5) https://de.wikipedia.org/wiki/Adventskalender
(6) ebd.
(7) https://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachtsmarkt
(8)ebd.
(9) https://cms.vivat.de/themenwelten/jahreskreis/advent/adventsbraeuche.html

Zuletzt geÀndert am 17.02.2026

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Über den Autor/die Autorin
Foto des lernando-Autors Jörg Sauer

Jörg Sauer ist ausgebildeter Grundschullehrer und unterrichtet seit ĂŒber 20 Jahren an einer Schule. Neben der LehrertĂ€tigkeit fĂŒhrte er in den vergangenen Jahren zahlreiche Weiterbildungen ĂŒber die Nutzung von Neuen Medien im Unterricht durch.

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