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Wieviel Mediennutzung für Schulanfänger

Mädchen lümmelt mit Tablet auf dem Sofa
Entwicklung und Erziehung
von Ulrike Lindner

Das Schuljahr hat gerade begonnen, für sehr viele Mädchen und Jungen in Deutschland zum ersten Mal. Im vergangenen Schuljahr waren es bundesweit mehr als 730.000 Erstklässler, in diesem Jahr dürfte die Zahl vergleichbar sein.

Lesedauer:
3 min

Handy oder Tablet schon in der Grundschule?

Zum Schulstart gehören nicht nur Schultüte, Bus- oder Fahrradfahrt und neue Freunde. Auch digitale Medien nehmen für Kinder eine zunehmend wichtige Rolle ein. Für viele Eltern stellt sich deshalb die Frage: Braucht mein Kind schon ein eigenes Smartphone oder Tablet? Und wenn ja, wie viel Nutzung ist sinnvoll?

Grundschüler und digitale Medien

Digitale Medien gehören heute meist bereits vor der Schule zum Alltag. Einer aktuellen Studie zufolge nutzen 77 Prozent der sechs- bis zwölfjährigen Kinder zumindest gelegentlich einen Computer oder Laptop im eigenen Haushalt, jedes zweite Kind auch bei Freunden.

In der Schule werden PCs dagegen seltener verwendet: In Grundschulen nutzt etwa ein Viertel der Kinder einen Computer. Zuhause nutzen Schulkinder den PC vor allem, um:

  • für Hausaufgaben zu recherchieren

  • Texte zu schreiben

  • Lernprogramme zu verwenden

Bereits 48 Prozent der Sechs- und Siebenjährigen suchen wöchentlich nach Schulthemen im Internet.

Internetnutzung nur in Begleitung

Trotz Standardisierung von PC und Internet sollten Erstklässler nicht allein ins Netz gehen. Eltern sollten Regeln für Art und Dauer der Nutzung aufstellen und ihre Kinder begleiten:

  • Kinder mit der Funktionsweise des Internets vertraut machen, z. B. über Seiten wie Internet ABC der Initiative Schau Hin!

  • Bildschirmzeit altersgerecht begrenzen: Für Schulanfänger reicht etwa 30–60 Minuten pro Tag

  • Sicheres Surfen gewährleisten: Kinderzugänge einrichten, kinderfreundliche Seiten als Lesezeichen, Datenschutz und Kostenfallen erklären

  • Lernsoftware und Apps vorab auf Altersgerechtigkeit und versteckte Kosten prüfen

  • Zeit für analoge Aktivitäten einplanen, z. B. Spielen, Treffen mit Freunden, Vorlesen

Smartphone: Lieber erst später

Fast noch beliebter als PC oder Laptop ist für Grundschulkinder ein eigenes Handy. Während 2017 nur 6 Prozent der Sechs- bis Siebenjährigen ein Smartphone besaßen, stieg der Anteil auf:

  • 18 Prozent bei Acht- bis Neunjährigen

  • 67 Prozent bei Zehn- bis Elfjährigen

Fachleute raten jedoch von einem eigenen Smartphone für Erstklässler ab. Erst ab etwa 12 Jahren sind Kinder in der Regel in der Lage, sicher im Internet zu navigieren, Risiken einzuschätzen und zwischen Werbung und redaktionellen Inhalten zu unterscheiden.

Gründe gegen frühe Smartphones:

  • Überforderung bei Datenschutzfragen

  • Verwirrung durch In-App-Käufe oder versteckte Kosten

  • Risiko, durch verstörende Inhalte geängstigt zu werden

Alternative: Notfall-Handy

Eltern, die ihr Kind jederzeit erreichen möchten, können auf ein einfaches Notfall-Handy setzen. Dieses bietet GPS-Ortung und Notfalltaste, ohne Internetzugang und andere technische Ablenkungen.

Mediennutzung im Klassenverband ansprechen

Empfehlenswert ist es, gleich beim ersten Elternabend das Thema Mediennutzung zu besprechen. Wünsche und Bedenken können so geklärt werden, z. B. bezüglich Klassenchats und technischer Ausstattung.

 

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Zuletzt geändert am 17.02.2026

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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Ulrike Lindner

Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.

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