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Kornblume und Klatschmohn- Entdeckungen am Feldrain

ein Feld mit Mohn
Wissen und Bildung
© Jan Schuler - Fotolia.de
von Jörg Sauer

Die kleine Wandergruppe sieht in der Sommersonne ein herrlich goldgelb glitzerndes Kornfeld stehen. Im Schatten eines am Feldrain stehenden alten Holunderstrauches lässt sich die Gruppe nieder. Zahlreiche Pflanzen säumen den Bereich, so sehen sie u. a. viele Mohnblumen, unterschiedlichste Gräser blaublühende Wegwarten und Kornblumen.

Lesedauer:
5 min

Eine stille Szene am Feldrain

Eine friedliche Stille liegt über dem Land. Nur das leise Brummen einzelner Käfer und das aufgeregte Schnattern einer Schar Spatzen sind zu hören. Im Schatten eines alten Holunderstrauches am Feldrain lässt sich die Gruppe nieder. Rundherum wachsen Mohnblumen, unterschiedliche Gräser, blau blühende Wegwarten und Kornblumen. Dieser kleine Moment wird zum Anlass, die Pflanzen und Tiere am Feldrain einmal genauer zu betrachten.

Feldrain – Bedeutung und Entwicklung

Der Begriff Feldrain stammt vom althochdeutschen reyn und bezeichnet ein schmales Stück Land am Ende eines Feldes. Es markierte die Flurgrenze und war früher mit Gräsern und Blumen bewachsen, die oft abgeweidet oder mit der Sense gemäht wurden.

Mit der intensiveren landwirtschaftlichen Nutzung wurden diese Randstreifen kleiner, und der Artenreichtum nahm ab. Heute erkennt man ihren Nutzen wieder stärker: Durch das Bepflanzen mit Sträuchern und kleinen Bäumen kann der Artenreichtum erhalten und Bodenerosion verringert werden.

Pflanzen am Feldrain – eine Steckbriefauswahl

Die Artenvielfalt eines Feldrains variiert je nach Lage, Boden, Sonneneinstrahlung, Wasserhaushalt, Pflege und Bewuchs. Zur Bestimmung helfen Bestimmungsbücher oder Fotos für eine spätere Analyse.

Klatschmohn (Papaver rhoeas)

  • gebräuchliche Namen: Mohnblume, Klatschrose
  • Familie: Mohngewächse
  • Standorte: Wegränder, Getreidefelder, Böschungen
  • einjährig; 30–80 cm hoch
  • dĂĽnner, behaarter Stängel
  • Blätter rau, bis 15 cm lang
  • Wurzeltiefe bis ca. 1 m
  • rote, duftlose BlĂĽten (nicht fĂĽr SträuĂźe geeignet)
  • BlĂĽtezeit: Mai–Juli
  • FrĂĽchte: Kapseln mit schwarzen Samen (Windverbreitung)

Kornblume (Centaurea cyanus)

  • Familie: KorbblĂĽtler
  • Standorte: Getreideränder, Ă–dland
  • einjährig oder ĂĽberwinternd
  • 20–80 cm hoch
  • spitz zulaufende Blätter, Unterseite behaart
  • spindelartige Wurzel
  • leuchtend hellblaue BlĂĽten
  • BlĂĽtezeit: Juni–September
  • FrĂĽchte: silbrig, fein behaart; Verbreitung durch Wind oder Ameisen
  • besonders geschätzt wegen ihres hohen Zuckergehalts im Nektar

Echte Kamille (Matricaria recutita)

  • weitere Namen: Mutterkraut, MägdeblĂĽmchen
  • Familie: KorbblĂĽtler
  • Standorte: Ackerland, Wegränder, Wiesen
  • einjährig; 10–80 cm hoch
  • verzweigter Stängel, gefiederte Blätter
  • BlĂĽte: gelbe Röhren- und weiĂźe ZungenblĂĽten (Mai–September)
  • starker Duft aller Pflanzenteile
  • Verbreitung der FrĂĽchte durch Tiere

Wegwarte (Cichorium intybus)

  • weitere Namen: Hansl am Weg, Wegeleuchte
  • Familie: KorbblĂĽtler
  • Standorte: Bahndämme, Feldraine, Wegränder
  • ausdauernd; 30–130 cm hoch
  • verzweigter Stängel mit Milchsaft
  • lanzettliche Blätter
  • tiefe Pfahlwurzel
  • hellblaue bis violette BlĂĽten, öffnen sich abhängig vom Sonnenstand
  • BlĂĽtezeit: Juni–Oktober

Weitere typische Feldrainpflanzen

  • Löwenzahn
  • HahnenfuĂź
  • GänseblĂĽmchen
  • Sauerampfer
  • Klee
  • SĂĽĂźgräser
  • Schafgarbe
  • Breit- und Spitzwegerich
  • Wildes StiefmĂĽtterchen

Für Kinder reicht es oft aus, einige typische Pflanzen sicher zu erkennen. Tätigkeiten, die Kopf, Herz und Hand einbinden, helfen dabei – und der Feldrain ist dafür ein idealer Lernort außerhalb des Klassenzimmers.

Der Feldrain als Lernort

Das Erkunden der eigenen Umgebung gewinnt wieder an Bedeutung. Viele Kinder kennen ferne Reiseziele besser als die Natur vor ihrer Haustür. Ein Feldrain ermöglicht vielfältige Beobachtungen und praktische Erfahrungen.

Damit der Unterrichtsgang gelingt, sind VorĂĽberlegungen wichtig:

Geeigneten Feldrain wählen

  • Entfernung zur Schule
  • sichere Umgebung
  • gut erreichbarer RĂĽckzugs‑ oder Rastplatz

Vorbereitete Lerntechniken

  • Partner‑ und Gruppenarbeit
  • Betrachten, Beobachten, Protokollieren
  • Umgang mit BestimmungsbĂĽchern

Hinweise zum Material

Für haltbare Lernhefte können Klarsichthüllen und Hefter genutzt werden. Mehrere thematische Hefte lassen sich in einem A4‑Ordner sammeln. Vor dem Ausdrucken empfiehlt es sich, offene Malaufträge zu entfernen.

Aufbau des Heftchens

  • Deckblatt: von Kindern gestaltet
  • Steckbriefe: ausgewählte Pflanzen, gern in Gruppenarbeit
  • PflanzenĂĽbersicht und BlĂĽtenblatt: Untersuchungen in Einzel‑ oder Gruppenarbeit
  • Beobachtungsblatt: Raum fĂĽr eigene Entdeckungen
  • Gepresste Distel: Beispiel fĂĽrs Herbarisieren
  • Skizzenblatt: zeichnerische Umsetzungen

Zusätzliche Materialien

  • Lupe
  • Gartenschere
  • ggf. stabile Handschuhe
  • Skizzen‑/Schreibblock, Klemmbrett
  • Bleistifte
  • BestimmungsbĂĽcher
  • ggf. Kamera

Kreative Vertiefung

Das Zeichnen eines Aquarells nach Naturvorlage oder Foto, das Erstellen einer Collage oder das Sammeln einzelner Blütenteile (etwa für Tee) erweitert das Naturerlebnis. Eine anschließende Ausstellung präsentiert die schönsten Ergebnisse.

Links & Quelle

Quelle (1) » http://de.wikipedia.org/wiki/Kornblume

Zuletzt geändert am 17.02.2029

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Themen:
Natur
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Arten
Blumen
Ăśber den Autor/die Autorin
Foto des lernando-Autors Jörg Sauer

Jörg Sauer ist ausgebildeter Grundschullehrer und unterrichtet seit über 20 Jahren an einer Schule. Neben der Lehrertätigkeit führte er in den vergangenen Jahren zahlreiche Weiterbildungen über die Nutzung von Neuen Medien im Unterricht durch.

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