Kornblume und Klatschmohn- Entdeckungen am Feldrain
Kornblume und Klatschmohn- Entdeckungen am Feldrain
Die kleine Wandergruppe sieht in der Sommersonne ein herrlich goldgelb glitzerndes Kornfeld stehen. Im Schatten eines am Feldrain stehenden alten Holunderstrauches lässt sich die Gruppe nieder. Zahlreiche Pflanzen säumen den Bereich, so sehen sie u. a. viele Mohnblumen, unterschiedlichste Gräser blaublühende Wegwarten und Kornblumen.
Eine stille Szene am Feldrain
Eine friedliche Stille liegt über dem Land. Nur das leise Brummen einzelner Käfer und das aufgeregte Schnattern einer Schar Spatzen sind zu hören. Im Schatten eines alten Holunderstrauches am Feldrain lässt sich die Gruppe nieder. Rundherum wachsen Mohnblumen, unterschiedliche Gräser, blau blühende Wegwarten und Kornblumen. Dieser kleine Moment wird zum Anlass, die Pflanzen und Tiere am Feldrain einmal genauer zu betrachten.
Feldrain – Bedeutung und Entwicklung
Der Begriff Feldrain stammt vom althochdeutschen reyn und bezeichnet ein schmales Stück Land am Ende eines Feldes. Es markierte die Flurgrenze und war früher mit Gräsern und Blumen bewachsen, die oft abgeweidet oder mit der Sense gemäht wurden.
Mit der intensiveren landwirtschaftlichen Nutzung wurden diese Randstreifen kleiner, und der Artenreichtum nahm ab. Heute erkennt man ihren Nutzen wieder stärker: Durch das Bepflanzen mit Sträuchern und kleinen Bäumen kann der Artenreichtum erhalten und Bodenerosion verringert werden.
Pflanzen am Feldrain – eine Steckbriefauswahl
Die Artenvielfalt eines Feldrains variiert je nach Lage, Boden, Sonneneinstrahlung, Wasserhaushalt, Pflege und Bewuchs. Zur Bestimmung helfen Bestimmungsbücher oder Fotos für eine spätere Analyse.
Klatschmohn (Papaver rhoeas)
- gebräuchliche Namen: Mohnblume, Klatschrose
- Familie: Mohngewächse
- Standorte: Wegränder, Getreidefelder, Böschungen
- einjährig; 30–80 cm hoch
- dünner, behaarter Stängel
- Blätter rau, bis 15 cm lang
- Wurzeltiefe bis ca. 1 m
- rote, duftlose Blüten (nicht für Sträuße geeignet)
- Blütezeit: Mai–Juli
- FrĂĽchte: Kapseln mit schwarzen Samen (Windverbreitung)
Kornblume (Centaurea cyanus)
- Familie: KorbblĂĽtler
- Standorte: Getreideränder, Ödland
- einjährig oder überwinternd
- 20–80 cm hoch
- spitz zulaufende Blätter, Unterseite behaart
- spindelartige Wurzel
- leuchtend hellblaue BlĂĽten
- Blütezeit: Juni–September
- FrĂĽchte: silbrig, fein behaart; Verbreitung durch Wind oder Ameisen
- besonders geschätzt wegen ihres hohen Zuckergehalts im Nektar
Echte Kamille (Matricaria recutita)
- weitere Namen: Mutterkraut, Mägdeblümchen
- Familie: KorbblĂĽtler
- Standorte: Ackerland, Wegränder, Wiesen
- einjährig; 10–80 cm hoch
- verzweigter Stängel, gefiederte Blätter
- Blüte: gelbe Röhren- und weiße Zungenblüten (Mai–September)
- starker Duft aller Pflanzenteile
- Verbreitung der FrĂĽchte durch Tiere
Wegwarte (Cichorium intybus)
- weitere Namen: Hansl am Weg, Wegeleuchte
- Familie: KorbblĂĽtler
- Standorte: Bahndämme, Feldraine, Wegränder
- ausdauernd; 30–130 cm hoch
- verzweigter Stängel mit Milchsaft
- lanzettliche Blätter
- tiefe Pfahlwurzel
- hellblaue bis violette Blüten, öffnen sich abhängig vom Sonnenstand
- Blütezeit: Juni–Oktober
Weitere typische Feldrainpflanzen
- Löwenzahn
- HahnenfuĂź
- Gänseblümchen
- Sauerampfer
- Klee
- Süßgräser
- Schafgarbe
- Breit- und Spitzwegerich
- Wildes StiefmĂĽtterchen
Für Kinder reicht es oft aus, einige typische Pflanzen sicher zu erkennen. Tätigkeiten, die Kopf, Herz und Hand einbinden, helfen dabei – und der Feldrain ist dafür ein idealer Lernort außerhalb des Klassenzimmers.
Der Feldrain als Lernort
Das Erkunden der eigenen Umgebung gewinnt wieder an Bedeutung. Viele Kinder kennen ferne Reiseziele besser als die Natur vor ihrer Haustür. Ein Feldrain ermöglicht vielfältige Beobachtungen und praktische Erfahrungen.
Damit der Unterrichtsgang gelingt, sind VorĂĽberlegungen wichtig:
Geeigneten Feldrain wählen
- Entfernung zur Schule
- sichere Umgebung
- gut erreichbarer Rückzugs‑ oder Rastplatz
Vorbereitete Lerntechniken
- Partner‑ und Gruppenarbeit
- Betrachten, Beobachten, Protokollieren
- Umgang mit BestimmungsbĂĽchern
Hinweise zum Material
Für haltbare Lernhefte können Klarsichthüllen und Hefter genutzt werden. Mehrere thematische Hefte lassen sich in einem A4‑Ordner sammeln. Vor dem Ausdrucken empfiehlt es sich, offene Malaufträge zu entfernen.
Aufbau des Heftchens
- Deckblatt: von Kindern gestaltet
- Steckbriefe: ausgewählte Pflanzen, gern in Gruppenarbeit
- Pflanzenübersicht und Blütenblatt: Untersuchungen in Einzel‑ oder Gruppenarbeit
- Beobachtungsblatt: Raum fĂĽr eigene Entdeckungen
- Gepresste Distel: Beispiel fĂĽrs Herbarisieren
- Skizzenblatt: zeichnerische Umsetzungen
Zusätzliche Materialien
- Lupe
- Gartenschere
- ggf. stabile Handschuhe
- Skizzen‑/Schreibblock, Klemmbrett
- Bleistifte
- BestimmungsbĂĽcher
- ggf. Kamera
Kreative Vertiefung
Das Zeichnen eines Aquarells nach Naturvorlage oder Foto, das Erstellen einer Collage oder das Sammeln einzelner Blütenteile (etwa für Tee) erweitert das Naturerlebnis. Eine anschließende Ausstellung präsentiert die schönsten Ergebnisse.
Links & Quelle
Quelle (1) » http://de.wikipedia.org/wiki/Kornblume
Zuletzt geändert am 17.02.2029
Jörg Sauer ist ausgebildeter Grundschullehrer und unterrichtet seit über 20 Jahren an einer Schule. Neben der Lehrertätigkeit führte er in den vergangenen Jahren zahlreiche Weiterbildungen über die Nutzung von Neuen Medien im Unterricht durch.