Besuch im Weihnachtswunderland
Besuch im Weihnachtswunderland
Verschneite Bäume, glitzernde Lichter, ein herrlicher Duft nach frisch gebackenen Plätzchen und ein geheimnisvoller Hauch zieht durch die Luft. Dieses Ambiente lädt zum Genießen, Ausprobieren und Mitgestalten ein. In diesem Beitrag erhalten Sie dazu zahlreiche Anregungen.
Weihnachtswunderland und Advent
Der Advent – vom lateinischen adventus für „Ankunft“ – bezeichnet ursprünglich die Ankunft des Herrn. Auf der Nordhalbkugel fällt die Adventszeit in den beginnenden Winter. Frostige Morgen, verschneite Landschaften und glitzernde Lichter prägen für viele Familien das Bild eines Weihnachtswunderlandes.
Gleichzeitig ist der Advent eine Zeit des Zusammenseins. Gemeinsam basteln, spielen, backen oder bei Kerzenschein Geschichten lesen – solche kleinen Rituale machen die Wochen vor Weihnachten für Kinder besonders. Auch regionale Bräuche und Familientraditionen tragen dazu bei, diese Zeit bewusst zu erleben.
Weihnachten mit allen Sinnen entdecken
Die Adventszeit spricht viele Sinne an. Nutzen Sie diese Vielfalt und entdecken Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, was Weihnachten für Sie besonders macht. Beim Sehen fallen beleuchtete Fenster, Lichterketten und funkelnde Dekorationen ins Auge. Beim Fühlen können Kinder Weihnachtsbaumschmuck anfassen, Figuren auspacken oder unterschiedliche Materialien beim Basteln kennenlernen.
Auch Geschmack und Geruch gehören zur Weihnachtszeit. Lebkuchen, Stollen, gebrannte Mandeln oder kandierte Äpfel schmecken für viele nach Advent. Gewürze, Plätzchen und andere typische Düfte schaffen zusätzlich eine besondere Atmosphäre. Beim Hören begegnen Kindern Weihnachtslieder, Glöckchen oder festliche Musik. Wenn draußen Schnee liegt, gehört auch das Knirschen unter den Schuhen zu den typischen Wintergeräuschen. Eine schöne Familienidee ist es, gemeinsam zu überlegen: Wie sieht, klingt, riecht und schmeckt Weihnachten für uns?
Das Erzgebirge als Weihnachtswunderland
In Deutschland gilt besonders das Erzgebirge als Region mit einer ausgeprägten Weihnachtstradition. Von dort stammen zahlreiche bekannte Formen der erzgebirgischen Holzkunst, darunter Schwibbögen, Räuchermännchen sowie die Figuren Engel und Bergmann. Die Tradition der Holzkunst entwickelte sich eng verbunden mit der Geschichte des Bergbaus. Als der Silberbergbau an Bedeutung verlor, entstanden neue Erwerbsmöglichkeiten. Viele Motive erinnerten weiterhin an die Welt der Bergleute.
Auch Engel und Bergmann haben eine besondere Tradition. In manchen Familien wurden die Figuren im Fenster aufgestellt und mit den Kindern des Hauses verbunden: Ein Engel stand dabei für ein Mädchen, ein Bergmann für einen Jungen. Solche Bräuche bieten einen schönen Anlass, Kindern zu erzählen, dass Weihnachtsschmuck nicht nur dekorativ ist, sondern oft eine lange Geschichte hat.
Vorfreude gemeinsam genießen
Für Kinder gehört die Vorfreude oft zu den schönsten Seiten der Adventszeit. Der Nikolaustag, das Öffnen des Adventskalenders oder das Schmücken des Weihnachtsbaums strukturieren die Wochen und schaffen wiederkehrende Rituale. Dabei muss nicht jeder Tag mit einer großen Aktion gefüllt sein. Oft sind es gerade kleine gemeinsame Momente, die in Erinnerung bleiben.
Ergänzend zum Adventskalender kann beispielsweise jeden Abend eine kurze Advents- oder Weihnachtsgeschichte vorgelesen werden. Auch gemeinsames Singen, ein Winterspaziergang oder eine Runde des Lieblingsspiels können zu festen Adventsritualen werden. Und auch draußen gibt es im Winter viel zu entdecken. Nach einem Spaziergang in der Kälte ist die Freude auf die warme Wohnung oft besonders groß.
Weihnachtswunderland gemeinsam entdecken
In der Adventszeit gibt es viele Möglichkeiten für gemeinsame Unternehmungen. Besuchen Sie mit Ihrem Kind einen Weihnachtsmarkt und entdecken Sie gemeinsam Lichter, Düfte und handgefertigten Weihnachtsschmuck. In Kirchen können Krippen betrachtet oder Krippenspiele besucht werden. Auch ein weihnachtliches Theaterstück, Puppentheater oder ein gemeinsamer Weihnachtsfilm kann zu einem besonderen Familienerlebnis werden. Eine schöne Überraschung im Adventskalender oder zum Nikolaustag können Eintrittskarten für eine gemeinsame Unternehmung sein. So wird statt eines Gegenstands gemeinsame Zeit verschenkt.
Modelleisenbahnen entdecken
Modelleisenbahnen gehören für viele Familien zur Weihnachtszeit. Ausstellungen bieten die Möglichkeit, gemeinsam detailreiche Landschaften, Bahnhöfe und Züge zu entdecken. Wer zu Hause selbst eine Modelleisenbahn aufbauen möchte, kann mit einer überschaubaren Anlage beginnen und sie nach und nach erweitern. Besonders schön ist es, wenn Eltern und Kinder gemeinsam Landschaften gestalten, Häuser aufstellen und überlegen, wie sich die Anlage verändern soll. So kann das Aufbauen und Weitergestalten über viele Jahre zu einem festen Adventsritual werden.
Ein Weihnachtswunderland draußen gestalten
Auch Garten, Balkon oder Hauseingang lassen sich gemeinsam weihnachtlich dekorieren. Ein kleiner Baum kann mit wetterfestem Schmuck gestaltet werden. Bei einem abendlichen Spaziergang können Sie außerdem gemeinsam beobachten, wie sich vertraute Straßen und Häuser in der Adventszeit verändern. Welche Beleuchtung gefällt Ihrem Kind besonders? Welche Farben und Figuren entdeckt es? Auch Naturmaterialien vom Spaziergang lassen sich später zu Hause verwenden. Zweige, Zapfen oder getrocknete Blätter können beispielsweise Teil einer weihnachtlichen Dekoration werden.
Weihnachten ins Haus holen
Drinnen gibt es besonders viele Möglichkeiten, gemeinsam kreativ zu werden. Gestalten Sie beispielsweise einen Advents- oder Türkranz, basteln Sie Baumschmuck oder stellen Sie Weihnachtskarten für Familie und Freunde her. Auch ein eigener Adventskalender lässt sich zusammen gestalten und befüllen. Kinder können kleine Nikolausfiguren basteln, Geschenke verzieren oder beim Dekorieren der Wohnung helfen. Naturmaterialien aus dem Herbst und Winter eignen sich ebenfalls gut. Aus Zweigen, Zapfen oder Nüssen entstehen mit etwas Fantasie kleine Weihnachtslandschaften und Dekorationen. Besonders schön ist es, wenn Kinder selbst entscheiden dürfen, wie ein Teil der Weihnachtsdekoration aussehen soll. Vielleicht möchte Ihr Kind das eigene Zimmer mit Sternen, Lichterketten, selbst gemalten Bildern oder gebastelten Figuren in ein persönliches Weihnachtswunderland verwandeln.
Eigene Familientraditionen schaffen
Nicht jede Weihnachtstradition muss über Generationen weitergegeben worden sein. Familien können auch eigene Rituale entwickeln. Vielleicht gibt es jeden Adventssonntag ein gemeinsames Frühstück, freitags einen Weihnachtsfilm oder einmal pro Woche einen winterlichen Abendspaziergang. Auch ein bestimmtes Lied, ein besonderes Gebäck oder eine Geschichte kann jedes Jahr wieder dazugehören.
So entsteht nach und nach ein ganz persönliches Weihnachtswunderland – geprägt von gemeinsamer Zeit, vertrauten Ritualen und Vorfreude auf Weihnachten.
Filmtipps stehen im Originaltext weiter unten.
Literaturtipps zum Weihnachtswunderland
- „Tilda Apfelkern. Festliche Weihnacht im Heckenrosenweg.“ 24 Adventskalender-Geschichten.
- „Ein wirklich wahres Weihnachtswunder“ Weihnachts-Kinderbuch zum Vorlesen und Selberlesen.
- „Eine Weihnachtsgeschichte.“ Ein Klassiker in der Weihnachtszeit.
- „Frohes Fest kleines Muffelmonster! Oder: Wie man ratzfatz Weihnachten feiert.“ Ein Weihnachtsbilderbuch.
Filmtipps zum Weihnachtswunderland
- Der kleine Lord
- Die Weihnachtsgeschichte nach Charles Dickens
- Drei Haselnüsse für Aschenbrödel
Zuletzt geändert am 17.02.2026
Linktipps zum Weihnachtswunderland
Quellen
Jörg Sauer ist ausgebildeter Grundschullehrer und unterrichtet seit über 20 Jahren an einer Schule. Neben der Lehrertätigkeit führte er in den vergangenen Jahren zahlreiche Weiterbildungen über die Nutzung von Neuen Medien im Unterricht durch.