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Kurzvorträge und Präsentationen in der Grundschule?

Mädchen in der Schule lächelt in die Kamera
Wissen und Bildung
© Bild von gpointstudio auf Freepik
von Jörg Sauer

Können Sie sich noch an Ihren ersten Vortrag vor Ihrer Klasse erinnern? Vielleicht waren Sie aufgeregt, hatten feuchte Hände und Ihnen war heiß, als Sie in die erwartungsfrohen Augen Ihrer MitschülerInnen sahen? So oder ähnlich kann es Ihrem Kind in einer solchen Situation ergehen. Kleine Tipps können über die Hürde helfen. Dazu möchte Ihnen der nachfolgende Beitrag einige Anregungen geben.

Lesedauer:
3 min

Kurzvorträge und Präsentationen – was steckt dahinter?

Ein Kurzvortrag ist die mündliche Darstellung eines Themas in einer zuvor festgelegten Zeit – sei es in der Schule, in der Hochschule, einem Seminar oder auf einer Tagung. Immer häufiger wird der Begriff Präsentation verwendet. Er stammt aus dem Französischen und bedeutet „öffentliche Darstellung“ oder „Vorstellung von etwas“.

Bei Präsentationen kommen oft Bilder, Gegenstände, Bücher oder digitale Folien zum Einsatz. Diese Medien machen Inhalte anschaulicher und helfen, das Interesse der Zuhörer zu wecken.

Welche Kompetenzen fördern Kurzvorträge und Präsentationen?

Im Unterricht leisten Kurzvorträge einen entscheidenden Beitrag zur mündlichen und schriftlichen Sprachbildung. Sie schulen:

In der Vorbereitung:

  • Text überfliegen („quer lesen“)
  • gründliches Lesen
  • Bedeutungen unbekannter Wörter recherchieren
  • Gliederung erstellen
  • Stichpunkte formulieren
  • erste Übungen in freier Rede

Während der Präsentation:

  • freies Sprechen
  • Einsatz eines Spickzettels als Orientierung
  • klarer Aufbau (Einleitung – Hauptteil – Schluss)
  • sinnvoller Medieneinsatz

In der Reflexion:

  • Was lief gut?
  • Wo besteht Verbesserungsbedarf?
  • Welche Tipps helfen beim nächsten Vortrag?

Diese Schritte stärken Selbstbewusstsein, Methodenkompetenz, Selbstständigkeit und Kreativität.

Kurzvorträge in der Schule

Schon in der Grundschule gehören kurze Präsentationen zum Unterricht – etwa:

  • Buchvorstellungen
  • Gedichtvorträge
  • Sachvorträge (z. B. „Der Krokus“ oder „Die Schichten des Waldes“)

Dabei ist entscheidend, dass Kinder nach ihrem Entwicklungsstand unterstützt werden. Nicht jedem fällt es leicht, vor anderen zu sprechen – deshalb brauchen viele Kinder klare Strukturen und Übungsphasen.

Wichtige Elemente sind:

  • Begrüßungs- und Verabschiedungsrituale
  • sichere Kenntnisse zum Thema
  • richtige Recherchetechniken (Internet, Bibliothek, Nachschlagewerke)
  • Hinweis auf Quellen
  • anschauliche Gestaltung
  • Grundkenntnisse zu Präsentationstechnik (Text und Bild, ggf. PowerPoint)
  • bewusster Einsatz von Mimik, Gestik und Stimme
  • Einbeziehung der Zuhörer (Fragen, kleine Experimente, Bilder zeigen)

Wie können Eltern zu Hause unterstützen?

Eltern spielen eine wichtige Rolle – allerdings nur, wenn die Unterstützung gewünscht ist. Wichtig:

  • keinen Druck aufbauen
  • motivierend und ruhig begleiten
  • an eigene Schulerfahrungen erinnern
  • Mut machen und Freude fördern

Tipps für Eltern – Schritt für Schritt

Das Thema wählen

Manchmal ist das Thema frei wählbar („Meine Lieblingszahl“), manchmal ist es vorgegeben („Sprich über den Krokus“).
Wichtig ist, dass das Kind sich für das Thema interessiert.

Richtig recherchieren

Kinder müssen lernen, aus vielen Informationen das Relevante herauszufiltern.

Eltern können helfen:

  • geeignete Internetseiten heraussuchen
  • Bibliothek aufsuchen
  • Bilder, Bücher und Gegenstände finden
  • Quellen ordentlich notieren
  • Stichpunkte für einen Spickzettel erstellen

Tipp: Weniger ist oft mehr – ein klarer Vortrag wirkt besser als ein überladener.

Den Vortrag zu Hause üben

  • Vortrag laut vorlesen oder frei erzählen
  • Spickzettel als Orientierung nutzen
  • einen festen Punkt im Raum suchen
  • wenn möglich: mit „Publikum“ (Geschwister, Eltern, Kuscheltiere)
  • langsam sprechen, Pausen machen
  • Mimik und Gestik einbauen
  • Technik testen (Laptop, Bilder, Karteikarten)
  • Zeit stoppen → Eltern können als „Zeitwächter“ helfen
  • optional den Vortrag filmen – das hilft bei der Selbstwahrnehmung

Fazit: Präsentationen machen Kinder stark

Kurzvorträge und Präsentationen schulen Kinder in vielen Bereichen gleichzeitig:

  • selbstständiges Arbeiten
  • Medienkompetenz
  • sprachliche Fähigkeiten
  • Auftreten und Selbstbewusstsein
  • kritisches Denken

Mit guter Vorbereitung und entspannter Unterstützung entwickeln Kinder schnell Routine – und merken, wie viel Freude es macht, Wissen mit anderen zu teilen.

Literaturtipps

  • RHETORIK für Schule, Beruf und Alltag
  • Wie du überzeugend argumentierst und sicher präsentierst (verschiedene Verlage)

Linktipps

  • Unterschied: Rede – Vortrag – Referat – Präsentation
  • Die 10 goldenen Präsentationsregeln
  • Wie Eltern ihre Kinder bei Vorträgen unterstützen

Zuletzt geändert am 09.02.2026

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Themen:
Grundschule
Präsentation
Vortrag
Lernen
Über den Autor/die Autorin
Foto des lernando-Autors Jörg Sauer

Jörg Sauer ist ausgebildeter Grundschullehrer und unterrichtet seit über 20 Jahren an einer Schule. Neben der Lehrertätigkeit führte er in den vergangenen Jahren zahlreiche Weiterbildungen über die Nutzung von Neuen Medien im Unterricht durch.

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