Seelische Gesundheit bei Kindern
Seelische Gesundheit bei Kindern
Liebe Eltern, bei mehr als einem Viertel aller Kinder und Jugendlichen wurde regelmĂ€Ăig von 2017 bis 2023 beim Arztbesuch eine psychische Störung oder VerhaltensauffĂ€lligkeit und somit eine eingeschrĂ€nkte seelische Gesundheit dokumentiert. Tendenziell steigen diese Zahlen weiter an. Dieser Trend dĂŒrfte sich auch durch umgebungsbedingte Stressfaktoren, wie die Covid-19 Pandemie weiter verstĂ€rkt haben...
Seelische Gesundheit bei Kindern â ein sensibles Gleichgewicht
Der Anstieg psychischer AuffĂ€lligkeiten bei Kindern liegt teilweise daran, dass Eltern, Erzieher:innen, PĂ€dagog:innen und LehrkrĂ€fte problembewusster geworden sind. Seelische AuffĂ€lligkeiten werden schneller erkannt. Gleichzeitig hat sich der Leistungsdruck in unserer Gesellschaft erhöht, wodurch die kindliche Psyche stark belastet wird, insbesondere wenn RĂŒckhalt in der Familie fehlt.
Seelische Gesundheit vs. psychische Störung
Es ist normal, dass Kinder gelegentlich traurig, wĂŒtend oder einsam sind. Psychische Störungen liegen erst dann vor, wenn solche GefĂŒhle dauerhaft und ĂŒberwĂ€ltigend werden, den Alltag prĂ€gen und die Lebensfreude erheblich einschrĂ€nken. Eine Diagnose sollte immer fachĂ€rztlich erfolgen, um Stigmatisierung zu vermeiden.
Resilienz als Quelle seelischer Gesundheit
Resilienz bezeichnet die FĂ€higkeit, mit Ăngsten, Aggressionen oder Belastungen umzugehen. Sie ist nicht angeboren, sondern muss erlernt und gefördert werden â insbesondere durch Eltern und Erzieher:innen. Resiliente Kinder lernen, Herausforderungen anzunehmen, Fehler zu verarbeiten und sich nach RĂŒckschlĂ€gen wieder aufzurappeln. Diese FĂ€higkeiten sind entscheidend fĂŒr eine langfristige seelische Gesundheit.
Erziehung und seelische Gesundheit
Seelische Gesundheit entsteht durch ein Gleichgewicht zwischen Schutzfaktoren und Belastungen. Ein gesundes Umfeld zeichnet sich aus durch:
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FĂŒrsorgliche und geborgene Betreuung
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Sicherheit und Liebe
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Ausreichende Bewegung und gesunde ErnÀhrung
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Fördernde Angebote, die auf die IndividualitÀt des Kindes eingehen
ĂberbehĂŒtung sollte vermieden werden, da sie Kinder daran hindert, selbststĂ€ndig mit Herausforderungen umzugehen.
StabilitÀt durch Bindungen
FrĂŒhzeitige, intakte emotionale Bindungen zu Bezugspersonen sind der wichtigste Faktor fĂŒr Resilienz. Seelisch gesund aufwachsen bedeutet âHerzensbildungâ: die Entwicklung von Selbstwirksamkeit, SelbstwertgefĂŒhl, Selbstvertrauen, Durchhaltevermögen, KonfliktfĂ€higkeit und Empathie.
Eltern und Erzieher:innen fördern diese FÀhigkeiten am besten durch soziale Anerkennung, Neugier, positives Feedback und aktive Beteiligung. Kinder lernen vor allem durch Handeln und Erleben, wÀhrend abstrakte Argumente bis etwa 12 Jahre weniger wirksam sind.
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Zuletzt geÀndert am 17.02.2026
Christine Kammerer, Politologin M. A., Heilpraktikerin (Psychotherapie), freie Journalistin und Trainerin. Berufliche Stationen: Bundesamt fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge, Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, Deutscher Kinderschutzbund.