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Seelische Gesundheit bei Kindern

2 Kinder liegen auf einer Wiese
Entwicklung und Erziehung
© stock.adobe.com/Boggy
von Christine Kammerer

Liebe Eltern, bei mehr als einem Viertel aller Kinder und Jugendlichen wurde regelmäßig von 2017 bis 2023 beim Arztbesuch eine psychische Störung oder Verhaltensauffälligkeit und somit eine eingeschränkte seelische Gesundheit dokumentiert. Tendenziell steigen diese Zahlen weiter an. Dieser Trend dürfte sich auch durch umgebungsbedingte Stressfaktoren, wie die Covid-19 Pandemie weiter verstärkt haben...

Lesedauer:
4 min

Seelische Gesundheit bei Kindern – ein sensibles Gleichgewicht

Der Anstieg psychischer Auffälligkeiten bei Kindern liegt teilweise daran, dass Eltern, Erzieher:innen, Pädagog:innen und Lehrkräfte problembewusster geworden sind. Seelische Auffälligkeiten werden schneller erkannt. Gleichzeitig hat sich der Leistungsdruck in unserer Gesellschaft erhöht, wodurch die kindliche Psyche stark belastet wird, insbesondere wenn Rückhalt in der Familie fehlt.

Seelische Gesundheit vs. psychische Störung

Es ist normal, dass Kinder gelegentlich traurig, wütend oder einsam sind. Psychische Störungen liegen erst dann vor, wenn solche Gefühle dauerhaft und überwältigend werden, den Alltag prägen und die Lebensfreude erheblich einschränken. Eine Diagnose sollte immer fachärztlich erfolgen, um Stigmatisierung zu vermeiden.

Resilienz als Quelle seelischer Gesundheit

Resilienz bezeichnet die Fähigkeit, mit Ängsten, Aggressionen oder Belastungen umzugehen. Sie ist nicht angeboren, sondern muss erlernt und gefördert werden – insbesondere durch Eltern und Erzieher:innen. Resiliente Kinder lernen, Herausforderungen anzunehmen, Fehler zu verarbeiten und sich nach Rückschlägen wieder aufzurappeln. Diese Fähigkeiten sind entscheidend für eine langfristige seelische Gesundheit.

Erziehung und seelische Gesundheit

Seelische Gesundheit entsteht durch ein Gleichgewicht zwischen Schutzfaktoren und Belastungen. Ein gesundes Umfeld zeichnet sich aus durch:

  • Fürsorgliche und geborgene Betreuung

  • Sicherheit und Liebe

  • Ausreichende Bewegung und gesunde Ernährung

  • Fördernde Angebote, die auf die Individualität des Kindes eingehen

Überbehütung sollte vermieden werden, da sie Kinder daran hindert, selbstständig mit Herausforderungen umzugehen.

Stabilität durch Bindungen

Frühzeitige, intakte emotionale Bindungen zu Bezugspersonen sind der wichtigste Faktor für Resilienz. Seelisch gesund aufwachsen bedeutet „Herzensbildung“: die Entwicklung von Selbstwirksamkeit, Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen, Durchhaltevermögen, Konfliktfähigkeit und Empathie.

Eltern und Erzieher:innen fördern diese Fähigkeiten am besten durch soziale Anerkennung, Neugier, positives Feedback und aktive Beteiligung. Kinder lernen vor allem durch Handeln und Erleben, während abstrakte Argumente bis etwa 12 Jahre weniger wirksam sind.

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Zuletzt geändert am 17.02.2026

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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Christine Kammerer

Christine Kammerer, Politologin M. A., Heilpraktikerin (Psychotherapie), freie Journalistin und Trainerin. Berufliche Stationen: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Bundeszentrale für politische Bildung, Deutscher Kinderschutzbund.

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