Lernen durch Engagement
Lernen durch Engagement
Von wegen unmotiviert und unengagiert! Nicht erst seit den Friday-For-Future-Demonstrationen, die derzeit in aller Munde sind, zeigen Schülerinnen und Schüler bereits in jungen Jahren, dass sie sich für ihr Umfeld interessieren und dieses mitgestalten möchten. Welche Möglichkeiten sie hierzu in der Schule haben, nennt der folgende Beitrag.
Partizipation in der Schule
Partizipation bedeutet die altersgerechte Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Entscheidungen in ihrer Schule. Die Schulgesetze der Bundesländer verankern unterschiedliche Formen der Mitwirkung, die oft unter Begriffen wie Schülermitverantwortung oder Schülervertretung zusammengefasst werden. Bekannt sind insbesondere Klassensprecherinnen und Klassensprecher, die in vielen Schulen zusätzlich in einer schulweiten Vertretung organisiert sind und dort Schulsprecherinnen oder Schulsprecher wählen.
Auch an zahlreichen Grundschulen gibt es mittlerweile Schülerparlamente oder Schüler*innenräte. Dort beraten gewählte Kinder über Anliegen der Schulgemeinschaft. Die Schulleitung nimmt häufig teil, greift Gedanken des Gremiums auf und trägt diese in Lehrerkonferenzen oder weitere schulische Entscheidungsstrukturen.
Neben diesen repräsentativen Gremien bestehen weitere Formen, bei denen Schülerinnen und Schüler den Schulalltag aktiv mitgestalten können.
Partizipation im Unterricht
Mitbestimmung im Lernprozess
Im Unterricht können Kinder frühzeitig einbezogen werden – etwa bei der Frage, welche Inhalte sie vertiefen möchten oder welche außerschulischen Lernorte zu bestimmten Themen passen. Schon Grundschulkinder können hierzu eigene Ideen äußern und so ein Verständnis dafür entwickeln, wie Entscheidungen zustande kommen.
Eine weitere Möglichkeit der Beteiligung ist Feedback: Schülerinnen und Schüler können Rückmeldungen geben, welche Methoden ihnen liegen und in welchen Arbeitsformen sie besonders gut lernen – ob allein, in Gruppen oder zu zweit. Ebenso können sie den eigenen Klassenraum mitgestalten und Verantwortung für dessen Atmosphäre übernehmen.
Mitgestaltung durch Projekte
Vor Projektwochen können Themenvorschläge gesammelt und priorisiert werden. Die Ergebnisse fließen häufig in die Planungsgremien ein und geben Orientierung für Inhalte und Schwerpunkte. Viele Schulen arbeiten zudem kontinuierlich mit Projekten wie Patenprogrammen oder Streitschlichtung.
Auch größere Vorhaben lassen sich partizipativ gestalten: Schulhöfe können gemeinsam geplant, soziale Projekte umgesetzt oder schulische Kommunikationswege weiterentwickelt werden. Mancherorts übernehmen Klassen Verantwortung für Schulgärten, Streuobstwiesen oder Partnerschaften mit Seniorenheimen, wodurch Schülerinnen und Schüler Selbstwirksamkeit unmittelbar erfahren.
Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit
Die Meinung von Schülerinnen und Schülern spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, wenn es um Schulpartnerschaften – auch im europäischen Kontext – geht. Plattformen wie eTwinning ermöglichen sichere Räume für digitalen Austausch. Werden größere Austauschprogramme wie ERASMUS+ geplant, sollten Kinder und Jugendliche in die Diskussion einbezogen werden, da ihre Interessen und Zielvorstellungen maßgeblich zum Gelingen beitragen.
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)
BNE gewinnt in Schulen zunehmend an Bedeutung und ist in Curricula, Lehrplänen und Schulprogrammen verankert. Der Orientierungsrahmen Globale Entwicklung der KMK bezieht sich auf die 17 Global Goals, darunter „No Poverty“, „Gender Equality“, „Climate Action“ und „Partnerships for the Goals“. Schulen können hierzu eigene Formate entwickeln – beispielsweise:
- Schülerfirmen oder Umweltprojekte
Durch solche Angebote erleben Kinder und Jugendliche, wie sie aktiv zur Gestaltung ihres Umfelds beitragen können. Sie erfahren, dass ihre Beteiligung Wirkung zeigt, und entwickeln Selbstvertrauen in ihr eigenes Handeln – eine wichtige Grundlage für langfristiges Engagement.
Zuletzt geändert am 27.02.2026
Alexandra von Plüskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tätig. Dabei war sie u.a. zuständig für die Übergänge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterführende Schule. Seit März 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum Lüneburg.