Sprachen lernen mit Apps
Sprachen lernen mit Apps
Neue Sprachen lernen, egal wann und wo: Mit entsprechenden Apps für das Smartphone oder Tablet ist das möglich. Egal ob Spanisch, Englisch oder Chinesisch - die Auswahl der angebotenen Sprachen ist groß. Und die Anwendenden entscheiden selbst, mit welcher Methode sie lernen möchten. So kann es gehen:
Die Vorteile von Sprachlern-Apps
Mit Angeboten, um Sprachen auch von zu Hause aus lernen zu können, gehen viele Vorteile einher. Vor allem für Menschen mit vollen Terminkalendern ist es praktisch, sich logistischen Aufwand einsparen zu können. Statt neben dem Job und alltäglichen Arbeiten noch Zeit für den Besuch eines Kurses an Sprach- oder Volkshochschulen einzubauen, kann das Sofa am Abend zum Tandempartner werden.
Sprach-Apps verbinden auditives und visuelles Lernen, können Feedback geben und stellen abwechslungsreiche Aufgaben bereit. Das macht das Lernen vielseitig, spricht verschiedene Lernvorlieben an und bringt Flexibilität mit sich. Eigene Lerneinheiten können mit der App selbst koordiniert und so in den Alltag eingebaut werden, wie sie am besten passten. Benutzer:innen können mit der App wann und wo sie wollen die Sprache ihrer Wahl lernen. Beim Warten auf die U-Bahn oder in der Arztpraxis, in der Mittagspause oder zu Hause.
Sprachen lernen ganz nebenbei
In deutschen Schulen werden meist zwei Fremdsprachen gelehrt. Üblicherweise können Schüler:innen außer Englisch noch Französisch, Russisch, Spanisch oder Latein lernen. Manche Schulen bieten noch weitere Sprachen an. Auch für Kinder und Jugendliche können Sprach-Apps eine tolle Ergänzung zum Unterricht sein. Nicht alle beherrschen mühelos direkt die Vokabeln und grammatischen Strukturen. Mit der App kann am Nachmittag ideal geübt werden: Die korrekte Aussprache lässt sich abspielen, Grammatik wird anhand von vielfältigen Beispielen erklärt, spielerische Impulse schaffen einen anderen Zugang zum Lernstoff und Vokabeln werden nebenbei trainiert.
Das Interesse an Sprachlern-Programmen ist groß. Allein in Deutschland lernen und trainieren Millionen Menschen Fremdsprachen per App.
Diese Apps gibt es – eine Auswahl
Ein echter Motivations-Boost ist die App Duolingo. Das Programm setzt auf die Verbindung von Bildern und Vokabeln zu verschiedenen Themenbereichen wie Tiere, Beruf oder Essen - ohne langwierige Grammatikausführungen. Wem eine der kleinen Lerneinheiten zu schnell abläuft, kann sie auf Wunsch mehrfach wiederholen. Zusätzlich werden den Usern Schreibübungen angeboten, ebenfalls in kurzen Lernbausteinen. Ideal also, um nach einem langen Schul- oder Arbeitstag noch ein paar Übungseinheiten dranzuhängen. Gamification und Challenges sorgen dafür, motiviert am Ball zu bleiben. Die App kann kostenlos genutzt werden, Upgrades für mehr Funktionen sind kostenpflichtig.
Für alle, die sich über das Hören Vokabeln gut merken, ist die App Babbel geeignet. Sie unterstützt die User mit einer Spracherkennungssoftware in der Aussprache. Fortschritte werden in einer Cloud gespeichert, so dass kontinuierlich weiter gelernt werden kann. Lerneinheiten von 10 bis 15 Minuten täglich verhelfen zum Erfolg. Die App ist kostenpflichtig, es gibt verschiedene Preismodelle.
Ebenso beliebt ist die App Busuu, die 12 Sprachen im Repertoire hat. Die User müssen zwar einige Lektionen alleine bewältigen, können ihr Wissen dann aber im Austausch mit Muttersprachler:innen testen. Ein weiterer Anreiz ist der Game-Charakter der App: hier wird zusammen mit anderen Menschen innerhalb einer Community gelernt. Der Austausch sorgt für mehr Spaß und Motivation beim Üben. Die Einstiegslektionen sind gratis, ab weiteren Niveaustufen ist das Programm kostenpflichtig.
Mittlerweile bieten auch Verlage wie PONS oder Langenscheidt Sprachprogramme an. Der Vorteil für Schüler:innen ist, dass sie hier gezielt Texte übersetzen oder Vokabeln trainieren können.
Die meisten Sprach-Apps bieten kostenlose Testversionen an. Ein Ausprobieren vorab empfiehlt sich, um die geeignete Herangehensweise für sich selbst zu finden.
Grenzen von Sprachlern-Apps
Sprachen lernen mit Apps scheint auf den ersten Blick moderner, freier und schneller zu sein als das herkömmliche Lernen mit Büchern. Häppchenweise können sich die Lerneinheiten im Laufe des Tages selbst eingeteilt werden. Zudem erhöht sich der Spaßfaktor, wenn gemeinsam mit Freund:innen in der digitalen Community gelernt wird.
Aber: Apps ersetzen nicht das echte Gespräch. Gerade beim Lernen einer Sprache ist der Austausch, die spontane Reaktion und das gegenseitige Verstehen ausschlaggebend, um in die fließende Anwendung zu kommen. Auch sind Korrekturen durch bspw. KI in der App nicht gleichzusetzen mit einer echten Lehrkraft, die umfassendes Feedback geben kann. Gegebenenfalls werden auch kleine Fehler von den Apps nicht erkannt, gerade bei der Aussprache, und entsprechend nicht korrigiert. Auch komplexe Texte oder Informationen zum kulturellen Hintergrund sowie kleine Anekdoten, die das Lernen in der Gruppe auflockern, bleiben bei Apps eher außen vor.
Fazit zu Sprachlern-Apps
Wie eine Person eine Sprache lernen möchte, ist ein individueller Prozess, in dem Vorlieben, favorisierte Lernmethoden und die genutzten Lehrmittel eine Rolle spielen. Es ist also wichtig vorab zu evaluieren, welche Pläne und Vorhaben mit dem Spracherwerb erreicht werden sollen: Möchte ich mich während eines Urlaubs verständigen können, plane ich einen längeren Aufenthalt im Ausland, möchte ich einfach eine neue Fähigkeit erlernen. Die Intention wird zum Ziel, daran sollte sich bestenfalls der Lernprozess orientieren.
Apps sind dabei ein tolles Mittel, um niedrigschwellig erste Erfahrungen mit einer anderen Sprache zu machen, Basics zu lernen und bereits - bspw. aus der Schule - erlerntes Wissen zu festigen und zu vertiefen. Auch in Vorbereitung auf einen Aufenthalt im Ausland können Apps ein erstes Verständnis für die neue Sprache liefern.
Ein richtiger Deep Dive in eine neue Sprache ist mit der App wohl eher nicht möglich. Da bietet die altmodische Art im Face-to-Face-Unterrricht doch mehr Vorteile.
Eine neue Sprache mit einer App zu lernen, ist also grundlegend eine gute Idee, aber auch eine ganz individuelle Entscheidung.
Ideen zum spielerischen Sprachen-Lernen – in analog
Melanie Herber hat Medienwissenschaften, Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation in Leipzig und Würzburg studiert. Ihr beruflicher Werdegang ist von verschiedenen Etappen in der Bildungswelt geprägt: Hochschulkommunikation, Bildungsministerium, Bildungsmedienverlag. Sie ist Teil der Redaktion von lernando aus dem Hause Westermann.