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Schule ohne Noten -

Dies sollten Eltern darĂŒber wissen

SchĂŒler*innen und Lehrerin im Unterricht
Wissen und Bildung
© contrastwerkstatt - Fotolia.com
von Alexandra von PlĂŒskow - Kaminski

Muss es Zensuren geben in der Schule? Kaum eine Frage bewegt SchĂŒlerinnen und SchĂŒler, Eltern und LehrkrĂ€fte so sehr wie diese. Eine erste Hintergrundinformation zu der Thematik bietet der folgende Beitrag.

Lesedauer:
2 min

Ursprung der Noten

Historische Entwicklung

Die heutigen Zensuren haben ihren Ursprung in den Klosterschulen des Jesuitenordens. Dort wurde erstmals ein Klassensystem genutzt, bei dem ein Aufstieg in die nĂ€chsthöhere Stufe nur nach einer bestandenen, bewerteten PrĂŒfung möglich war. Mit der spĂ€ter eingefĂŒhrten allgemeinen Schulpflicht verbreitete sich dieses Bewertungssystem schrittweise an den Schulen der deutschen Staaten.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Wann genau Noten vergeben werden, richtet sich in Deutschland nach den Schulgesetzen der einzelnen BundeslÀnder sowie nach der jeweiligen Schulform. Dadurch können Regelungen und Zeitpunkte regional variieren.

Kopfnoten und alternative Schulkonzepte

In den letzten Jahren wurden ergĂ€nzend zu klassischen Leistungsnoten vermehrt Kopfnoten eingefĂŒhrt. Sie erfassen insbesondere das Arbeits- und Sozialverhalten von SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern.

An manchen freien Schulen – darunter Waldorf‑ und Montessori‑Schulen – wird hĂ€ufig bis in die Sekundarstufe I auf Noten verzichtet. Teilweise gilt dies auch an Gesamtschulen. Eltern sollten sich daher frĂŒhzeitig ĂŒber die spezifischen Notenregelungen der jeweiligen Schule informieren.

Vorteile der Notengebung

Nutzen fĂŒr Lernende und Eltern

Noten bieten eine klare RĂŒckmeldung zum Lernstand und ermöglichen eine gewisse Vergleichbarkeit zwischen Leistungen. Ein SchĂŒler beschreibt den Vorteil so:
„Ich kann so besser einschĂ€tzen, ob ich den Lernstoff verstanden habe.“

Motivation durch sichtbare Erfolge

Gute Noten können zudem motivierend wirken und die Freude am Lernen fördern.

Nachteile der Notengebung

Viele Eltern, SchĂŒlerinnen und SchĂŒler sowie LehrkrĂ€fte kritisieren die oft geringe Transparenz von Noten. Unterschiedliche Bewertungskriterien einzelner LehrkrĂ€fte können zu Uneinheitlichkeiten fĂŒhren. Zudem entsteht durch Zensuren hĂ€ufig Leistungsdruck. Eine SchĂŒlerin fasst dies treffend zusammen:
„Wenn man eine schlechte Note schreibt, fĂŒhlt man sich auch schlechter. Das ist frustrierend!“

DarĂŒber hinaus ersetzen Noten kein individuelles Feedback. Besonders fĂŒr eine kompetenzorientierte EinschĂ€tzung reichen reine Ziffernnoten nicht aus.

Alternativen: LernentwicklungsgesprÀche und Portfolios

Eine wichtige ErgĂ€nzung stellen LernentwicklungsgesprĂ€che und Portfolios dar. Sie unterstĂŒtzen SchĂŒlerinnen und SchĂŒler dabei, ihren persönlichen Lernweg bewusster zu gestalten und Verantwortung fĂŒr ihre Fortschritte zu ĂŒbernehmen.

Portfolios zeigen die Entwicklung eines Kindes ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum hinweg und helfen dabei, StĂ€rken und SchwĂ€chen differenziert einzuschĂ€tzen. Ein regelmĂ€ĂŸiger Austausch zwischen Eltern, Kind und Lehrkraft wirkt sich positiv auf Motivation und Lernfreude aus.

Fazit

Ob an der Schule Ihres Kindes Noten vergeben werden, ist in der Regel festgelegt. Dennoch bleibt entscheidend, dass der Austausch ĂŒber Lernentwicklung und individuelle Ziele kontinuierlich stattfindet. So kann Lernen transparent, motivierend und zielgerichtet gestaltet werden.

Zuletzt geÀndert am 27.02.2026

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Themen:
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Über den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Alexandra von PlĂŒskow-Kaminski

Alexandra von PlĂŒskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tĂ€tig. Dabei war sie u.a. zustĂ€ndig fĂŒr die ÜbergĂ€nge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterfĂŒhrende Schule. Seit MĂ€rz 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum LĂŒneburg.

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