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Unser Kind fĂĽhlt sich unwohl in der Schule:

Worauf Eltern achten sollten - und was sie unternehmen können

Foto eines gelangweilten Kindes bei den Hausafgaben
Entwicklung und Erziehung
© photophonie - Fotolia.com
von Alexandra von PlĂĽskow - Kaminski

Die meisten Kinder blicken ihrem ersten Schultag mit viel Freude und Erwartungen entgegen. In vielen Fällen verläuft der Schulbeginn ohne größere Probleme. Was aber, wenn der Schulstart und die ersten Schuljahre nicht so glatt verlaufen und das Kind sich in der Schule unwohl fühlt? Lernando nennt erste Lösungsansätze.

Lesedauer:
2 min

Anzeichen erkennen

Körperliche Signale

Dass sich ein Kind in der Schule nicht wohlfühlt, kann sich sehr unterschiedlich äußern. Häufig treten körperliche Beschwerden wie Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder Schlafprobleme auf. Manche Kinder beschreiben lediglich ein allgemeines Unwohlsein, ohne es genau benennen zu können.

Verhaltensveränderungen

Andere Kinder sprechen offen darüber, dass sie von Mitschülern geärgert werden oder mit einer Lehrkraft nicht zurechtkommen. Ebenso können Verhaltensänderungen auftreten: Einige wirken zuhause ungewöhnlich aggressiv oder zurückgezogen, andere zeigen ausschließlich in der Schule Auffälligkeiten wie Unruhe oder Gereiztheit.

Gespräche führen und Klärung suchen

Wenn Sie Auffälligkeiten bemerken oder die Lehrkraft Sie darauf aufmerksam macht, ist ein offener Dialog entscheidend. Bei körperlichen Symptomen sollten zunächst mögliche medizinische Ursachen vom Kinderarzt abgeklärt werden. Sprechen Sie Ihr Kind behutsam auf Ihre Beobachtungen an und ermutigen Sie es, seine Gefühle und Sichtweisen mitzuteilen.

Im Austausch mit der Klassenlehrkraft sollten Sie ausreichend Zeit einplanen und sich vorab notieren, welche Punkte Sie besprechen möchten. Teilen Sie auch die Aussagen Ihres Kindes mit. Lassen sich Schwierigkeiten leicht lösen – etwa durch kleinere Hausaufgabenportionen oder eine Streitschlichtung – sollten Sie dies gemeinsam festhalten und einen erneuten Termin in einigen Wochen vereinbaren.

Eine kurze Ăśbersicht kann helfen:

  • Einfach zu lösende Anliegen: z. B. kleinere Aufgabenpakete, Klärung eines Konflikts.

Nicht immer lassen sich Probleme jedoch unmittelbar beheben.

Umgang mit komplexeren Herausforderungen

Handelt es sich um schwerer zu lösende Konflikte, sollten Sie gemeinsam mit der Lehrkraft einen strukturierten Unterstützungsplan entwickeln. Oft ist es hilfreich, zusätzlich die Beratungslehrkraft einzubeziehen.

Bei einer Unterforderung Ihres Kindes kann eine gezielte Förderung im Unterricht entlasten. Auch Aktivitäten in der Freizeit – etwa sportliche, musische oder künstlerische Angebote – unterstützen seine Stärken. Im Falle einer Überforderung sollte der Unterrichtsstoff angepasst werden. Eine Förderschullehrkraft kann Ihr Kind beobachten und der Lehrkraft Hinweise zur individuellen Förderung geben.

Für die Hausaufgaben empfiehlt sich eine klare Absprache: Ihr Kind arbeitet konzentriert über einen vereinbarten Zeitraum; ist dieser erreicht, wird die geleistete Zeit in einem Heft für die Lehrkraft notiert. Regelmäßiger Austausch bleibt wichtig – entweder während der Sprechzeiten oder schriftlich über ein kleines Notizheft.

Wenn Ihr Kind Schwierigkeiten mit der Konzentration hat, kann eine Lerntherapie sinnvoll sein. Auch der Schulpsychologische Dienst (www.schulpsychologie.de) bietet Unterstützung, zum Beispiel bei Problemen mit Mitschülern oder Lehrkräften.

Wichtig ist, dass Ihr Kind spürt, dass Sie seine Sorgen ernst nehmen. So erhält es frühzeitig die Unterstützung, die es in seiner jeweiligen Schulphase benötigt.

Zuletzt geändert am 27.02.2026

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Themen:
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Ăśber den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Alexandra von PlĂĽskow-Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tätig. Dabei war sie u.a. zuständig für die Übergänge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterführende Schule. Seit März 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum Lüneburg.

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