Grenzen setzen in der Pubertät
Grenzen setzen in der Pubertät
Statt wie vereinbart um 23:00 Uhr, kommt Elisa erst um 00:30 Uhr nach Hause. Kevin spielt stundenlang am Computer und lässt sich nicht davon abbringen und Luisa geht an die Decke, wenn ihre Mutter sie bittet, die Musik leiser zu stellen. In der Pubertät kommt es in vielen Familien zu ähnlichen Situationen – und Eltern stehen oft rat- und hilflos vor der zugeknallten Tür ihrer Jugendlichen.
Zwischen Freiraum und Grenzen: Jugendliche begleiten
Mit dem Erwachsenwerden ändert sich vieles. Kinder brauchen die Möglichkeit, sich auszuprobieren und eigenen Freiraum zu erleben. Gleichzeitig tragen Eltern weiterhin die Verantwortung und wünschen sich ein harmonisches Familienleben.
Auch wenn es oft schwierig ist: Grenzen sind in der Pubertät unverzichtbar. Sie bieten Orientierung in einer Zeit, in der Jugendliche sich selbst neu entdecken. Regeln, Rituale und feste Familienbräuche zeigen, in welchen Bahnen sie sich bewegen können, ohne sie übermäßig einzuschränken. Diese Regeln sollten je nach Entwicklungsstand regelmäßig überprüft und neu ausgehandelt werden.
Eigene Werte klar kommunizieren
Eltern sind gefragt, ihre eigenen Werte und Regeln zu kennen. Nur so lassen sich verbindliche Vorgaben klar vermitteln. Dabei können manche Bereiche flexibel gehandhabt werden, zum Beispiel:
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Privatsphäre
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täglicher Computerkonsum
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Aufräumen des Zimmers
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Aufgaben im Haushalt
In anderen Bereichen, etwa Alkohol- oder Drogenkonsum, müssen Eltern konsequent bleiben, da Jugendliche die Gefahren noch nicht ausreichend einschätzen können.
Gespräche über Regeln sollten:
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freundlich und ruhig geführt werden
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Vorwürfe und Drohungen vermeiden
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Vorgaben in Ich-Form formuliert werden („Ich möchte, dass du dich an unsere Verabredung hältst und zum ausgemachten Zeitpunkt nach Hause kommst“)
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als Dialog stattfinden, bei dem Jugendliche auch eigene Vorschläge einbringen
Konflikte sind normal
Streit und Auseinandersetzungen gehören zum Erwachsenwerden dazu. Sie sind Teil des Ablöseprozesses und nur möglich, wenn Eltern:
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Offenheit und Gesprächsbereitschaft zeigen
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den eigenen Standpunkt klar vertreten
Experten betonen, dass Konflikte ein normaler Bestandteil der Entwicklung sind. Dabei gilt:
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Abweisendes Verhalten der Jugendlichen ist meist keine persönliche Ablehnung, sondern eine Entwicklungsphase
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Ernsthafte Auffälligkeiten wie langanhaltende Abkapselung, Angstzustände, Drogenkonsum oder Gewalt sollten professionell begleitet werden, z. B. durch eine Erziehungsberatungsstelle
Zuletzt geändert am 17.02.2026
Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.