Blume des Jahres 2016
Blume des Jahres 2016
Die kräftig gelb blühende Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris) ist zur Blume des Jahres gekürt worden. Diese sehr bekannten Frühlingsblüher sind in den vergangenen Jahrzehnten merklich weniger geworden. Deshalb soll die Pflanze wieder mehr ins Bewusstsein gerufen werden. Der nachfolgende Beitrag unterstützt dieses Anliegen und gibt Anregungen für die eigene Unterrichtsgestaltung.
Die Wiesen‑Schlüsselblume – Blume des Jahres 2016
Am 21. Oktober 2015 erklärte die Loki‑Schmidt‑Stiftung die kräftig gelb blühende Wiesen‑Schlüsselblume (Primula veris) zur Blume des Jahres 2016. Dieser bekannte Frühlingsblüher ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich seltener geworden und soll deshalb wieder stärker ins Bewusstsein rücken. Der folgende Beitrag unterstützt dieses Anliegen und bietet Anregungen für den Unterricht.
Steckbrief der Wiesen‑Schlüsselblume
Familie: Primelgewächse (Primulaceae), Unterfamilie Primuloideae
Gattung: Primeln
Lebensraum
Die Wiesen‑Schlüsselblume ist in weiten Teilen Europas – mit Ausnahme der Gebiete südlich der Alpen – heimisch. Sie bevorzugt:
- kalkhaltige, lockere, stickstoffarme Lehmböden,
- sonnige Wiesen, lichte Laubwälder, Waldränder und Gebüschsäume.
Im Norden Deutschlands ist sie deutlich seltener, weshalb sie dort in den Roten Listen häufig als stark gefährdet gilt.
Interessantes zum Namen
Die Wiesen‑Schlüsselblume ist unter vielen volkstümlichen Namen bekannt: Himmelsschlüssel, Frühlings‑Schlüsselblume, Petersschlüssel, Arznei‑Schlüsselblume.
Der Name Himmelsschlüssel ist seit dem 12. Jahrhundert belegt und bezieht sich wahrscheinlich auf Petrus, der laut christlicher Tradition die Himmelsschlüssel trägt. Bereits seit dem 15. Jahrhundert finden sich verschiedene Erklärungen für die Bezeichnung Schlüsselblume:
- Der Blütenstand erinnert an einen Schlüssel,
- die Blütendolde an einen Schlüsselbund.
Die wissenschaftliche Bezeichnung Primula veris bedeutet „die Erste des Frühlings“.
Wichtige Merkmale
Die Wiesen‑Schlüsselblume ist eine mehrjährige Pflanze mit einem kurzen, dicken Rhizom.
Blätter
- im Frühjahr rosettenförmig wachsend
- wellig gezähnt, runzlig
- oben dunkelgrün, unten hellgrün
- junge Blätter sind am Rand eingerollt
Blüten
- Blütezeit: März bis Mai (je nördlicher, desto später)
- goldgelb, in hängenden Dolden
- zarter, honigartiger Duft
- blattlose, leicht gebogene und behaarte Stängel
Frucht und Samen
- Bestäubung durch Insekten mit langen Saugrüsseln (Schmetterlinge, Hummeln)
- längliche Kapselfrucht mit vielen Samen
- Samen sind Kälte- und Lichtkeimer und werden durch den Wind verbreitet
Bedeutung und Nutzung – damals und heute
Schon Kelten und Germanen schrieben der Schlüsselblume magische Kräfte zu und verbanden sie mit der Göttin Freya. In Märchen öffnet sie Türen zu verborgenen Schätzen – sofern sie nicht weggeworfen wird.
Im Mittelalter nutzte man die Pflanze zu:
- religiösen Zwecken,
- Heilanwendungen (gegen Melancholie, zur Stärkung des Herzens, bei Gicht, Lähmungen, Wunden, Schlaganfällen).
Hildegard von Bingen bezeichnete die Pflanze als Himmelsschlüssel und empfahl sie zur Stärkung und Erwärmung.
In der Volksheilkunde galt die Schlüsselblume als Mittel gegen Hustenbeschwerden. Heute wird sie deutlich seltener genutzt, da:
- wild wachsende Bestände nicht gesammelt werden dürfen,
- andere Heilpflanzen wirksamere Effekte haben.
Im Volksglauben hieß es:
- Wer eine Schlüsselblume trägt, bleibt schön.
- Schlüsselblumen im Vorgarten halten ungebetene Besucher fern.
- Blüht sie zu Weihnachten, besitzt sie besondere Zauberkraft.
Heute wird sie vor allem als Zierpflanze kultiviert.
Vermehrung und Aufzucht
Die Vermehrung erfolgt durch Samen, allerdings mit viel Geduld:
- Aussaat im Herbst oder frühen Winter, da Kälte für die Keimung wichtig ist
- Samen nicht mit Erde abdecken
- Schutz vor Vögeln (z. B. Drahtabdeckung)
- Blüte meist erst im übernächsten Jahr
Die Aufzucht kann im Freien in Töpfen, Schalen oder Saatkisten erfolgen.
Linktipps
Quellen
(1) Stiftung aktuell 2016, Hamburg, Seite 1
(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Echte_Schl%C3%BCsselblume
(3) ebd.
(4) ebd.
(5) Stiftung aktuell 2016, Hamburg, Seite 2
(6) http://heilkraeuter.de/lexikon/schluess.htm<
(7) ebd.
(8) ebd.
(9) ebd.
Jörg Sauer ist ausgebildeter Grundschullehrer und unterrichtet seit über 20 Jahren an einer Schule. Neben der Lehrertätigkeit führte er in den vergangenen Jahren zahlreiche Weiterbildungen über die Nutzung von Neuen Medien im Unterricht durch.