Kinder optimal in der Schule unterstützen -
Das sollten Eltern im Blick behalten
Kinder optimal in der Schule unterstützen -
Das sollten Eltern im Blick behalten
Kind von heute muss Erfolg haben. Doch wer legt hinsichtlich dieses Erfolges eigentlich die Messlatte, und was können Eltern tun, damit ihre Familien diesem Druck nicht unterliegen? Der folgende Beitrag nennt Ansätze, wie Familien dem "Superkids"-Eifer begegnen können.
Kinder optimal in ihrer Bildungsbiographie unterstützen
Michael Schulte-Markwort, Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Universitätsklinikum Eppendorf, beschreibt in seinem Buch SuperKids, dass Kinder, Jugendliche und ihre Eltern heute unter erheblichem Leistungsdruck stehen. Fähigkeiten, Leistungen und Erwartungen können Eltern und Kinder gleichermaßen belasten. Doch wie können Eltern ihre Kinder bestmöglich in ihrer individuellen Bildungsbiographie unterstützen?
Sich der eigenen Haltung bewusst werden
Der Schulbesuch des Kindes weckt oft Hoffnungen, Erwartungen, Ängste und Sorgen bei den Eltern. Es ist hilfreich, sich bewusst Zeit zu nehmen, die eigene Haltung zur Schule und zu den Leistungen des Kindes zu reflektieren. Dabei können folgende Fragen Orientierung geben:
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Was bedeuten schulische Leistungen für mich persönlich?
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Wer legt diese Maßstäbe fest?
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Welche Sorgen habe ich bezüglich der Schulzeit meines Kindes?
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Gibt es Erfahrungen aus meiner eigenen Bildungsbiographie, die ich auf mein Kind übertrage?
Das Notieren dieser Gedanken kann helfen, ein klares Bild der eigenen Haltung zu entwickeln.
Liebevolle Aufmerksamkeit zeigen
Schulte-Markwort empfiehlt, authentisch und liebevoll aufmerksam zu sein. Eltern sollten die Stärken ihres Kindes bewusst wahrnehmen, aber auch erkennen, wo es noch Unterstützung benötigt. Auch wenn Eltern Sorgen haben, dass ihr Kind sich in einer neuen Lerngruppe schwer tut, können Kinder oft überraschend selbstbewusst und kompetent auf andere zugehen.
Eltern sollten bewusst zurücktreten und ihrem Kind Freiraum geben, Entscheidungen selbst zu treffen – liebevolle Begleitung erleichtert den Einstieg in die Schule und fördert Selbstständigkeit.
Dialog führen
Eine wichtige Säule der Begleitung ist der ständige Dialog:
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Fragen Sie Ihr Kind nach seinen Erfahrungen: Fühlt es sich wohl? Welche Fächer und Lehrkräfte motivieren es?
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Welche Freundschaften sind besonders wichtig?
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Treten Sie in Austausch mit den Lehrkräften – nutzen Sie sowohl informelle Gelegenheiten (Tür- und Angelgespräche) als auch formelle Angebote (Elternsprechtage, Tage der offenen Tür, Schulveranstaltungen).
Dinge, die ausschließlich Ihr Kind betreffen, sollten in individuellen Gesprächen mit der Lehrkraft besprochen werden. Vorab vorbereitete Notizen helfen, alle relevanten Punkte strukturiert anzusprechen.
Neigungen fördern
Besprechen Sie mit Ihrem Kind, welche interessensbezogenen Neigungen es in Schule und Freizeit zeigt.
Viele Schulen bieten Angebote im Nachmittagsbereich, z. B. sportliche, musische oder kreative Aktivitäten. Auch außerschulische Vereine und Kurse können diese Neigungen fördern und das Kind in seiner Entwicklung unterstützen.
Geregelter Tagesablauf
Eine feste Tagesstruktur ist entscheidend für schulischen Erfolg:
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Festgelegte Zeiten für Mahlzeiten und Hausaufgaben
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Ein ungestörter Arbeitsplatz zu Hause
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Hausaufgaben möglichst selbstständig erledigen, nur bei Bedarf Unterstützung bieten
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Ausreichend Schlaf, um stressfrei in den nächsten Schultag zu starten
Umgang mit Schwierigkeiten
Treten während der Schullaufbahn Probleme auf – sei es persönlicher oder leistungsbezogener Art – ist der Dialog mit Lehrkräften entscheidend.
Gemeinsam lassen sich Maßnahmen ergreifen, etwa:
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Schulische Förderangebote nutzen
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Unterstützung bei Störungen in der Lerngruppe
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Gezielte Begleitung bei leistungsspezifischen Herausforderungen
Fazit
Neben einer gesicherten Tagesstruktur spielt vor allem die eigene Haltung der Eltern eine zentrale Rolle. Wer lernt, sein Kind als eigenständige Persönlichkeit mit individuellen Fähigkeiten zu betrachten, unterstützt es optimal auf seinem Bildungsweg – und erleichtert die Bewältigung aller Übergänge in der Schullaufbahn.
Michael Schulte-Markwort. SuperKids. Pattloch Verlag. 2016
Zuletzt geändert am 27.02.2026
Alexandra von Plüskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tätig. Dabei war sie u.a. zuständig für die Übergänge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterführende Schule. Seit März 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum Lüneburg.