Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern
Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern
Eltern und Lehrer â ihr VerhĂ€ltnis zueinander ist oft nicht ganz einfach, sondern vielleicht von Unsicherheit und gegenseitigen hohen Erwartungshaltungen geprĂ€gt. Wenn es selbstverstĂ€ndlich auch hier positive Beispiele der Zusammenarbeit gibt, so entstehen Vorurteile auf beiden Seiten dennoch schnell.
Erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule
Eine positive und vertrauensvolle Beziehung zwischen Eltern und LehrkrĂ€ften trĂ€gt erheblich dazu bei, dass sich Kinder in der Schule wohlfĂŒhlen. Doch der Weg dahin ist nicht immer einfach.
Vorurteile und Unsicherheiten
Auf Elternseite
Viele Eltern bringen Unsicherheit, Distanz oder Vorurteile mit in die Zusammenarbeit. HĂ€ufig spielen eigene Schulerfahrungen eine Rolle:
Wird das eigene Kind kritisiert, fĂŒhlen sich Eltern schnell persönlich angegriffen. Gleichzeitig scheuen sie Kritik am Lehrer, weil sie fĂŒrchten, ihr Kind könnte darunter leiden.
Auf Lehrerseite
Auch LehrkrÀfte reagieren mitunter empfindlich:
Kritische Nachfragen werden manchmal als Zweifel an der eigenen ProfessionalitĂ€t erlebt. Zudem beklagen manche LehrkrĂ€fte, dass Eltern zu wenig erziehen â und die Schule dies nachholen mĂŒsse.
Beide Perspektiven sind nachvollziehbar, aber sie erschweren ein konstruktives Miteinander.
Studienergebnisse zur Eltern-Lehrer-Beziehung
Eine bundesweite Befragung des Bildungsbarometers der UniversitÀt Koblenz-Landau (ca. 2000 Eltern und LehrkrÀfte) zeigt:
- In nur 46 % der GesprÀche werden konkrete VorschlÀge zur Verbesserung der Schulsituation des Kindes gemacht.
- In 41 % bleiben VerbesserungsansÀtze unklar oder fehlen vollstÀndig.
- Rund ein Drittel der Eltern hatte bereits negative Erfahrungen mit Lehrern.
Trotzdem schÀtzen die meisten Eltern die Zusammenarbeit als sehr wichtig ein.
AuffĂ€llig: Die Initiative zu GesprĂ€chsterminen geht ĂŒberwiegend von den Eltern aus.
Das Problem ist also nicht mangelndes Interesse, sondern die Kommunikation.
Tipps fĂŒr eine erfolgreiche Zusammenarbeit
FĂŒr Eltern
- Kritik am Kind ist Teil des schulischen Alltags und bedeutet nicht, dass Eltern versagt haben.
- Vorurteile gegenĂŒber LehrkrĂ€ften sollten nicht ausgesprochen, sondern reflektiert werden.
- Zuhören, was das Kind aus der Schule berichtet â so lassen sich mögliche Probleme frĂŒh erkennen.
- Realistische Erwartungen: LehrkrÀfte sind keine Ersatz-Eltern und können hÀusliche Erziehungsarbeit nicht vollstÀndig ausgleichen.
FĂŒr LehrkrĂ€fte
- Eltern sind die Experten fĂŒr ihr Kind â sie sollten ernst genommen werden.
- Transparente und regelmĂ€Ăige Informationen (z.âŻB. per Mail oder Elternbrief) schaffen Vertrauen.
- Ein offenes Ohr fĂŒr Erwartungen und Sorgen der Eltern erleichtert die Zusammenarbeit.
FĂŒr beide Seiten
- Ein echtes Interesse aneinander â Eltern am schulischen Umfeld, LehrkrĂ€fte am Elternhaus â liegt im besten Interesse des Kindes.
- Ăngste, Scheu und persönliche Schulerfahrungen sollten nicht den Austausch behindern.
- Kommunikation bleibt das zentrale Element fĂŒr eine gute Beziehung zwischen Eltern und Schule.
Links zum Thema
- www.bildungsserver.de/zeigen.html?seite=2756
- http://bildungsklick.de/pm/..
- www.zeit.de/2005/43/B-EUS-Aufmacher
Foto: © AVAVA/IStockphoto
Zuletzt geÀndert am 13.02.2026
Dr. Lisa Mundzeck ist promovierte Historikerin und arbeitet als freie Online-Journalistin, wissenschaftliche Autorin und Archivarin in Hannover.