Lesen mit Vor- und Grundschulkindern.
Warum das Vorlesen so wichtig ist, damit Ihr Kind zum Leser wird
Lesen mit Vor- und Grundschulkindern.
Warum das Vorlesen so wichtig ist, damit Ihr Kind zum Leser wird
"Was Hänschen nicht lernt ..." - diese alte Redensweise hat sehr viel damit zu tun, ob Ihr Kind zum Leser wird oder nicht. Denn die Grundsteine für eine lebenslange Lesefreude werden in der frühen Kindheit gelegt.
Wecken der Leselust
Lesen als Grundlage für Bildung
Lesen bildet – und das auf vielfältige Weise. Kinder, die frühzeitig mit Büchern in Berührung kommen, entwickeln häufig eine natürliche Neugier auf Neues. Gemeinsam mit ihren Eltern tauchen sie in fremde Welten ein, wie etwa in die Geschichten von Pippi Langstrumpf und anderen bekannten Figuren.
Sachbücher und erzählerische Texte vermitteln zusätzlich Hintergrundwissen zu Themen, die Kinder interessieren. Diese Neugier fördert die Entwicklung sogenannter „pre-literacy-skills“, also Fähigkeiten, die für die Sprachentwicklung und den Schriftspracherwerb bedeutsam sind.
Die Familie als zentrale Einflussgröße
Neben Bildungseinrichtungen wie Kita oder Vorschule spielt die Familie eine entscheidende Rolle für die Lesefreude. Vorlesen schafft Gemeinschaft – und das bereits von Anfang an.
-
Für kleine Kinder eignen sich altersgerechte Stoffbücher mit Fühlelementen.
-
Ab etwa zwei Jahren können Bilder- und Wimmelbücher gemeinsam betrachtet und „gelesen“ werden.
Fördern Sie die ästhetische Wahrnehmung Ihres Kindes, indem Sie es anregen, genau hinzuschauen und Dinge treffend zu benennen. Diese Fähigkeiten sind später – etwa bei Aufsatzaufgaben in der Grundschule – besonders nützlich.
Kreativer Umgang mit Geschichten
Die Freude am Umgang mit Literatur lässt sich durch kreatives Spielen weiter vertiefen:
-
Spinnen Sie Geschichten gemeinsam weiter oder überlegen Sie, welche Figuren und Handlungsorte passen würden.
-
Nutzen Sie einfache Requisiten oder Puppentheater, um Geschichten nachzuspielen.
-
Unterbrechen Sie das Vorlesen an spannenden Stellen und lassen Sie Ihr Kind das vermutete Ende malen. Anschließend lesen Sie das tatsächliche Ende vor und vergleichen die Versionen.
Diese Methoden fördern nicht nur kreatives Denken, sondern auch ein aktives Interesse an Texten.
Ihr Kind auf dem Weg zum Leser
Lesen weiterhin gemeinsam erleben
Mit dem Schuleintritt erlernt Ihr Kind die Technik des Lesens. Auch jetzt sollte Lesen gemeinschaftlich erlebt werden.
-
Mit Leseanfängern können Erstlesebücher abwechselnd vorgelesen werden.
-
Später liest Ihr Kind möglicherweise lieber selbst, freut sich aber weiterhin über Gespräche zu den Büchern.
Teilen Sie Leseerfahrungen, interessieren Sie sich für den Lesegeschmack Ihres Kindes und sprechen Sie über das Gelesene.
Geeignete Lektüre finden
Um die Lesefreude zu erhalten, eignen sich vielfältige Bücher. Geschlechterspezifische Angebote sind dabei nicht entscheidend; viele Grundschulkinder mögen:
-
Spannende Geschichten, zum Beispiel Detektivromane.
-
Sachbücher, die Wissen über Umwelt, Geschichte oder andere Kulturen vermitteln.
Im Dialog bleiben
Der Weg zum Leser beginnt früh in der Familie und setzt sich lebenslang fort. Leseknicke, also Phasen geringerer Lesemotivation, können durch kontinuierlichen Dialog über Bücher abgefangen werden.
Eltern sollten Ansprechpartner beim Finden geeigneter Lektüre sein und bei Bedarf Unterstützung suchen, etwa bei:
-
Lehrkräften
-
Büchereien
-
Buchhandlungen
Hörbücher können das Angebot ergänzen, egal ob alleine oder gemeinsam gehört. Auch E-Reader und interaktive Apps können Lesemuffel motivieren, ersetzen jedoch nicht die Gemeinschaft und den Austausch über Geschichten – diese Faktoren sind entscheidend für die nachhaltige Freude am Lesen.
Zuletzt geändert am 27.02.2026
Alexandra von Plüskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tätig. Dabei war sie u.a. zuständig für die Übergänge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterführende Schule. Seit März 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum Lüneburg.