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Unsere 5 Tipps im Umgang mit LĂĽgen

Eine Frau vor einer pinken Wand hält sich die Hände vor den Mund
Entwicklung und Erziehung
© Bild von Racool_studio auf Freepik
von Christine Kammerer

Eltern wollen ihre Kinder zur Ehrlichkeit im Umgang mit anderen Menschen erziehen, sind aber selbst nicht immer ganz aufrichtig. Zudem gibt es jede Menge Geschichten, die man kleinen Kindern erzählt. Entweder weil sie zu jung sind, um manche komplexen Zusammenhänge zu verstehen oder einfach deswegen, weil es in unserer Kultur so üblich ist. Geschichten über das Christkind und den Osterhasen zum Beispiel....

Lesedauer:
3 min

Lügen im Alltag – wie Eltern damit umgehen können

Neben ernsthaften Schwindeleien gibt es auch Flunkereien, mit denen Eltern ihre Kinder spielerisch necken möchten. Doch stellt sich die Frage: Gibt es in der Erziehung überhaupt harmlose Lügen? Der Beitrag zeigt, wie Eltern und Lehrkräfte reagieren können, wenn Kinder oder Jugendliche beim Lügen ertappt werden.

1. Lieber Konflikte austragen als lĂĽgen

Wichtig ist zunächst, zu hinterfragen, welchen Zweck eine Schwindelei erfüllen soll. Wenn Eltern an der Supermarktkasse behaupten, sie hätten kein Geld für Süßigkeiten dabei, ist das eine klare Lüge – meist genutzt, um einen Konflikt zu vermeiden. Besser ist es, klare Regeln festzulegen, etwa eine begrenzte Menge Süßigkeiten in einem definierten Zeitraum zu erlauben. So bleibt der Umgang ehrlich, und Kinder lernen, ihren Eltern ebenfalls zu vertrauen. Denn Eltern sind Vorbilder: An ihnen orientieren sich Kinder.

2. Besser bei der Wahrheit bleiben…

Lügen wirken oft manipulativ und können als Missbrauch elterlicher Autorität wahrgenommen werden – besonders, wenn sie mit emotionalem Druck verbunden sind. Sätze wie „Wenn du das nicht tust, habe ich dich nicht mehr lieb!“ oder „Dann kommt die böse Hexe!“ setzen Kinder unter Angst und Stress. Da sie auf die Zuwendung der Eltern angewiesen sind, empfinden sie solche Botschaften als bedrohlich.

Warum Drohungen problematisch sind

Kinder verbinden Liebe und Sicherheit mit ihren Bezugspersonen. Werden diese Grundlagen infrage gestellt, verlieren sie Orientierung und Vertrauen. Offenheit und klare Botschaften ohne Angstverstärkung sind daher wesentlich.

3. NotlĂĽgen sind manchmal ok

In belastenden Situationen – etwa beim Tod der geliebten Oma – kann eine tröstliche Darstellung hilfreich sein. Zu sagen, dass sie friedlich eingeschlafen und jetzt bei den Engeln ist, schützt das Kind vor der vollen Härte einer schwierigen Realität. Auch die Geschichten rund um das Christkind haben ihren Platz in der frühen Kindheit, in der Fantasie und Wirklichkeit noch eng verknüpft sind. Mit Beginn der Schulzeit lösen sich diese Vorstellungen von selbst auf.

Dennoch bleibt entscheidend: Für Kinder ist es schwierig zu verstehen, ob jemand lügt, um zu necken, zu schützen oder zu täuschen.

4. Die Ursachen ergrĂĽnden

Kinder vermischen Fantasie und Realität häufig und glauben fest an ihre eigenen Erzählungen. Sie wissen noch nicht, dass Erwachsene manche Dinge anders wahrnehmen. Auch ein fehlendes Zeitgefühl oder Ablenkung führen dazu, dass sie Erlebtes anders erinnern oder völlig vergessen.

Weitere Gründe für Lügen können sein:

  • Angst vor Bestrafung, etwa nach einem Missgeschick oder einer schlechten Schulnote
  • Wunsch nach Aufmerksamkeit, indem Fähigkeiten oder Besitz erfunden werden

Hier sollten Erwachsene geduldig nachfragen und verstehen, welche Motivation dahintersteckt.

5. TĂĽren offenhalten

Kinder brauchen die Chance, ihr Verhalten zu erklären: „Hast du das getan? Wenn ja, warum?“ Eine vertrauensvolle Atmosphäre ist entscheidend, damit sie angstfrei sprechen können.

Wird ein Kind beim LĂĽgen erwischt, sollte man:

  • das Verhalten offen ansprechen
  • Wege aufzeigen, wie es kĂĽnftig ehrlich bleiben kann
  • eigene GefĂĽhle (z. B. Enttäuschung) ruhig äuĂźern
  • das Kind niemals vor anderen bloĂźstellen
  • harte Strafen vermeiden, da sie Verschlossenheit fördern

Wer einen Fehler ehrlich zugibt, sollte dafür gelobt werden. Danach wird der Vorfall am besten „abgehakt“, damit Vertrauen bestehen bleibt.

Fazit: Ehrlichkeit belohnen

Lügen gehören zur normalen Entwicklung – Kinder probieren Kommunikationsmittel aus, testen Grenzen und provozieren manchmal bewusst. Bis zum Vorschulalter können sie Realität und Fantasie ohnehin nicht klar trennen. Ab der Schulzeit wächst ihr Verständnis für richtig und falsch, und sie sollten zunehmend zu Ehrlichkeit ermutigt werden.

Eine vertrauensvolle Atmosphäre hilft ihnen, offen zu sprechen. Zeigen Kinder Ehrlichkeit, sollten Erwachsene das anerkennen und wertschätzen.

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Zuletzt geändert am 17.02.2026

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Themen:
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Ăśber den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Christine Kammerer

Christine Kammerer, Politologin M. A., Heilpraktikerin (Psychotherapie), freie Journalistin und Trainerin. Berufliche Stationen: Bundesamt fĂĽr Migration und FlĂĽchtlinge, Bundeszentrale fĂĽr politische Bildung, Deutscher Kinderschutzbund.

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