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Schlechte Noten – was nun?

Gelangweilte SchĂĽler*innen im Unterricht
Entwicklung und Erziehung
© Karramba Production - Fotolia.de
von Ulrike Lindner

Das Zwischenzeugnis zeigt sie schwarz auf weiß – die Noten. Was einige anspornt, im nächsten Halbjahr mehr Gas zu geben, ist für viele andere eine Katastrophe. Schlechte Noten führen so deutlich wie kaum etwas anderes vor Augen, dass die Leistungen den gestellten Ansprüchen nicht genügen. Kein Kind steckt das einfach so weg, auch wenn es vielleicht manchmal so scheint.

Lesedauer:
3 min

Zeugnistag: Ruhe bewahren

Der Zeugnistag muss kein Schreckensmoment sein. Die Noten werden bereits Wochen vorher mitgeteilt, sodass jede Schülerin und jeder Schüler weiß, was kommt. Auch Eltern können sich grundsätzlich jederzeit über den Leistungsstand informieren. Dennoch platzen an diesem Tag manchmal Hoffnungen, dass eine Lehrkraft die Bewertung noch ändern könnte, oder das, was man zuvor nicht eingestehen wollte, wird plötzlich Realität.

Bei schlechten Noten: Schimpfen verboten

Fällt das Zeugnis schlechter aus als erwartet, sollten Eltern zunächst auf die Gefühle der Kinder eingehen, bevor sie ihren Ärger zeigen. Trost und Verständnis sind jetzt wichtiger als Drohungen oder Verbote („Kein Fernsehen, Smartphone-Verbot“). Schlechte Noten treffen das Selbstbewusstsein – Kinder brauchen zu Hause jemanden, der sie unterstützt.

Vergleiche mit Geschwistern, Freunden oder der eigenen Schullaufbahn sind jetzt nicht hilfreich, da sie leicht als Vorwurf verstanden werden. Kinder müssen spüren, dass ihre Eltern auf ihrer Seite stehen. Dieses Vertrauen fördert Zuversicht und Motivation, beim nächsten Mal besser abzuschneiden.

Ursachen fĂĽr schlechte Noten erkennen

Schlechte Noten können viele Ursachen haben:

  • Zu groĂźer Lerndruck, oft durch Eltern verursacht

  • Verweigerungshaltung, weil Kinder glauben, die Aufgabe nicht bewältigen zu können

  • Ăśberforderung, etwa durch die falsche Schulwahl

  • Pubertät oder Probleme im sozialen oder familiären Bereich

Verständnis bedeutet nicht, die Noten einfach wegzulächeln. Vielmehr ist es der erste Schritt, um Motivation und Zuversicht zu stärken.

Eltern können ihren Kindern helfen, indem sie:

  • Liebe unabhängig von Noten zeigen

  • Anstrengungen und Fortschritte anerkennen

  • Realistische Ziele und Strategien gemeinsam formulieren

  • Aufgaben in kleine, machbare Schritte unterteilen

  • Positiv formulieren, z. B. „Fast alle GroĂź- und Kleinschreibungen richtig“ statt „20 Fehler gemacht“

  • GefĂĽhle ernst nehmen

  • Locker bleiben, da sich Situationen im nächsten Schuljahr oft ändern

Erste Hilfe bei schlechten Noten

Nach dem ersten Schock geht es darum, konkret zu planen, wie Leistungen verbessert werden können:

  • Elternsprechtag nutzen: Austausch mit Lehrkräften, mögliche Nachhilfe oder andere UnterstĂĽtzung besprechen

  • Gemeinsam Ziele festlegen: Die Erwartungen sollten realistisch sein – eine Vier wird nicht automatisch eine Zwei, aber eine Drei ist erreichbar

  • Stärken fördern: Auch auĂźerhalb der Schule, um Selbstvertrauen und Motivation zu stärken

  • Hobbys und Freundschaften pflegen: Wichtig fĂĽr eine positive Einstellung und das Wohlbefinden

Eltern sollten nicht nur antreiben, sondern ihr Kind bei eigenen Erfolgen begleiten, um Konflikte und Druck zu vermeiden.

Fazit

Noten sind wichtig – noch wichtiger ist eine funktionierende Eltern-Kind-Beziehung. Diese basiert auf Verständnis, Vertrauen und Unterstützung und nicht allein auf schulischen Leistungen.

Zuletzt geändert am 17.02.2026

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Themen:
schlechte Noten
Zeugnis
Schule
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Selbstvertrauen
Lehrer
Leistung
Ăśber den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Ulrike Lindner

Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der KĂĽnste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.

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