Selbstständigkeit bei Kindern fördern
Selbstständigkeit bei Kindern fördern
Selbstständig und selbstbewusst sollen unsere Kinder sein. Ihren eigenen Weg machen. Sich auf ihre Stärken verlassen und auch mal ein Risiko eingehen, um ihre Ziele zu erreichen. Nicht gleich aufgeben, sondern sich für das engagieren, was ihnen wichtig ist. Das wünschen sich fast alle Eltern.
Fast alle Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder selbstständig werden. Gleichzeitig fällt es oft schwer, ihnen den nötigen Raum zu lassen, den sie zum Wachsen brauchen. Doch ohne eigene Erfahrungen, Missgeschicke und Rückschläge kann sich Selbstständigkeit nicht entwickeln.
Eigene Erfahrungen zulassen
Kinder lernen Selbstbewusstsein, indem sie eigene Erfahrungen machen – vom Kleinkind bis zur Pubertät. Schon kleine Kinder können unter Aufsicht schwierige Situationen meistern: auf einen Stuhl klettern, die Treppe bewältigen oder auf die Rutsche steigen. Ältere Kinder können beim Obstschneiden helfen oder allein zum Bäcker gehen. Entscheiden Sie altersgerecht, was möglich ist – aber nicht aus übertriebener Fürsorge alles verbieten, sonst fördern Sie Unselbstständigkeit.
Altersgemäß Verantwortung übertragen
Verantwortung zu übernehmen macht stolz. Möglichkeiten gibt es viele: kleine Aufgaben im Haushalt, die Pflege eines Haustieres, der Schulweg allein oder die selbstständige Erledigung von Hausaufgaben. Damit zeigen Sie Ihrem Kind: „Ich glaube an dich und vertraue darauf, dass du deine Verantwortung meisterst.“ Wer Kindern alles abnimmt, schadet langfristig, auch wenn es zunächst aus Zeitmangel oder Bequemlichkeit geschieht.
Klare Absprachen treffen
Selbstständigkeit heißt nicht, dass keine Regeln gelten. Klare Absprachen geben Kindern Orientierung.
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Ein Dreijähriger versteht: Trotzanfall → Auszeit.
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Eine Sechzehnjährige weiß: Späteste Rückkehr um 22:00 Uhr.
Regeln und Konsequenzen vermitteln Verlässlichkeit, die Kinder dringend brauchen.
Kinder ihre Probleme selbst lösen lassen
Wenn Kinder traurig oder frustriert sind, ist der Impuls groß, sofort zu helfen. Doch Kinder wachsen nur, indem sie Konflikte selbst lösen. Eltern sollten eingreifen:
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nur auf direkte Bitte des Kindes
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wenn das Kind ohne Hilfe nicht weiterkommt
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oder wenn Gefahr besteht
Wichtiger als das Lösen jedes Problems ist Anwesenheit, Vertrauen und Begleitung.
Kinder einfach mal machen lassen
Je mehr ein Kind selbst tut, desto besser für die Entwicklung. Ob sich eine Dreijährige allein anzieht oder ein Zwölfjähriger Kekse backt – lassen Sie Kinder im eigenen Tempo arbeiten. Auch wenn es länger dauert, nicht perfekt wird oder hinterher unordentlich ist: das Gefühl „ich hab‘s geschafft“ ist entscheidend für die Selbstständigkeit.
Da sein und begleiten
Selbstständigkeit entwickelt sich immer im Rahmen, den die Eltern vorgeben. Begleiten Sie Ihre Kinder aufmerksam und respektvoll, hören Sie zu, loben Sie Fortschritte und vermitteln Sie Geborgenheit. So geben Sie den Raum, den Kinder brauchen, um echte Selbstständigkeit zu entwickeln.
Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.