Lesen in der Familie
- Was Eltern hierzu wissen sollten
Lesen in der Familie
- Was Eltern hierzu wissen sollten
Bücherwurm – oder Büchermuffel? Der Grundstein für eine lebenslange Lesefreude wird bereits in der frühen Kindheit gelegt. Grund genug für Eltern, sich mit dem eigenen Leseverhalten und dem (Vor-) lesen in der Familie zu beschäftigen.
Die Leselust in der Familie wecken
Lesen bildet – und das in vielfältiger Weise. Wenn Kinder schon früh mit Büchern in Berührung kommen, entwickeln sie die Fähigkeit, in Geschichten einzutauchen, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und den Informationswert von Sachtexten zu erkennen. Gemeinsames Lesen unterstützt zudem die sogenannte Pre-Literacy: die Fähigkeit, Laute und Buchstaben zu erkennen, zuzuordnen und die Grundlagen für eine aktive Teilnahme am literarischen Leben zu legen.
Die Familie als Sockel für ein Leben als Leser bzw. Leserin
Ob ein Kind später gern liest, hängt stark davon ab, wie in der Familie mit Literatur umgegangen wird. Ein früher Einstieg mit altersgerechten Bilderbüchern ist daher zentral. Für die Kleinsten eignen sich Stoffbücher oder stabile Pappbilderbücher mit Fühlelementen. Wimmelbücher bieten zahlreiche Anlässe, Dinge zu benennen, den Wortschatz zu erweitern oder kleine Geschichten zu erzählen und weiterzuführen.
Diese Fähigkeiten sind später – etwa im Rahmen des Aufsatzunterrichts – besonders wertvoll. Unterstützen Sie die Freude Ihres Kindes an Literatur, indem Sie kreativ mit Geschichten umgehen:
- gemeinsam überlegen, wie die Geschichte weitergehen könnte
- Figuren ergänzen oder die Handlung an einen anderen Ort verlegen
- Szenen mit einfachen Requisiten nachspielen oder ein kleines Puppentheater entwickeln
Eine weitere Möglichkeit ist, das Vorlesen an einer spannenden Stelle zu unterbrechen. Ihr Kind kann ein vermutetes Ende malen, das anschließend mit dem tatsächlichen verglichen wird.
Der lange Weg zum Leser bzw. zur Leserin
Viele Kinder freuen sich beim Schuleintritt darauf, endlich selbst lesen zu können. Sie beginnen zu lautieren und entdecken ihre Umgebung neu – Straßenschilder, Werbeplakate oder Überschriften werden nach und nach entschlüsselt. Auch in dieser Phase ist das gemeinsame Lesen in der Familie wichtig.
Ob gedrucktes Buch, E‑Reader oder Lese-App: Wählen Sie eine Lektüre, bei der Ihr Kind einen Abschnitt in großer Schrift lesen kann, während Sie kleinere Textteile übernehmen. Erstlesebücher bieten hier passende Unterstützung und ermöglichen erste Erfolgserlebnisse.
Bleiben Sie auch später im Austausch über das Gelesene und lesen Sie weiterhin gemeinsam. So lassen sich typische „Leseknicke“, die im Laufe der Jahre auftreten können, gut auffangen und überwinden. Für jedes Kind gibt es passende Bücher – entscheidend ist, dass Sie als Vorbild und Ansprechperson zur Verfügung stehen. Bei der Suche nach geeigneten Titeln können Lehrkräfte, Büchereien oder der Buchhandel kompetente Unterstützung bieten.
Zuletzt geändert am 27.02.2026
Alexandra von Plüskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tätig. Dabei war sie u.a. zuständig für die Übergänge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterführende Schule. Seit März 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum Lüneburg.